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Ifo-Indikator: Euro-Zone droht Konjunkturdämpfer

Die Anzeichen für eine konjunkturelle Abkühlung in Europa für im zweiten Halbjahr verdichten sich. Das legen neue Daten des Ifo-Instituts zum Wirtschaftsklima im Euroraum nahe. In diese Bild passt die Einschätzung der britischen Zentralbank, die ihre Wachstumsprognose für das Vereinigte Königreich nach unten korrigiert hat.

Die gegenwärtige Lage wird in der Mehrzahl der Länder des Euroraums weiterhin als ungünstig beschrieben. Quelle: Reuters
Die gegenwärtige Lage wird in der Mehrzahl der Länder des Euroraums weiterhin als ungünstig beschrieben. Quelle: Reuters

HB MÜNCHEN. Der Indikator des Münchner Forschungsinstituts Ifo für das Wirtschaftsklima in der Euro-Zone stieg im dritten Quartal 2010 zwar auf 106,5 Punkte nach 102,3 Zählern im Vorquartal. Während die aktuelle Lage nun viel besser eingeschätzt wird, gingen aber die Erwartungen für die nächsten sechs Monate erneut zurück. Damit dürfte sich die Erholung von der schwersten Rezession der Nachkriegsgeschichte fortsetzen, allerdings mit langsamerem Tempo, hieß es am Mittwoch.

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Die Ifo-Daten basieren auf der Befragung von 265 Wirtschaftsexperten im Juli. Der neue Index-Stand von 106,5 Punkten liegt immer noch unter dem langfristigen Durchschnitt von gut 110 Zählern für den Zeitraum 1994 bis 2009.

Die gegenwärtige Lage wird in der Mehrzahl der Länder des Euroraums weiterhin als ungünstig beschrieben. Positive Ausnahme ist unter anderem Deutschland - zuletzt die Konjunkturlokomotive in Europa. Auch in Österreich und der Slowakei wird die Lage besser eingeschätzt. Besonders schlecht fallen dagegen die Urteile in Griechenland, Irland, Spanien und Portugal aus, also den Ländern, die sich wegen ihrer hohen Schulden nun drastischen Sparmaßnahmen gegenüber sehen.

Für die zweite Jahreshälfte sind allein Spanien und Griechenland pessimistisch gestimmt. Sie rechnen mit einer Verschlechterung der Lage. „In allen anderen Ländern des Euroraums fallen die Erwartungen für die kommenden sechs Monate dagegen positiv aus, sind allerdings nicht mehr ganz so optimistisch wie in der ersten Jahreshälfte.

Die britische Zentralbank korrigierte derweil die Wachstumsprognose für das Vereinigte Königreich nach unten. Die Erholung der britischen Wirtschaft werde 2011 weitergehen. Sie werde aber mit einem Wachstum von 2,5 Prozent schwächer ausfallen, als noch vor drei Monaten erwartet, sagte der Leiter der Bank of England, Mervyn King, bei der Vorstellung seiner vierteljährlichen Prognose am Mittwoch in London. Im Mai hatte er noch ein Wachstum von 3,5 Prozent für 2011 prognostiziert.

Hintergrund sei unter anderem die wachstumshemmende Wirkung des milliardenschweren Sparpakets der Regierung von Premierminister David Cameron. Die weltwirtschaftliche Lage wirke sich negativ auf die Wachstumserwartungen aus. Auch die US-Notenbank hatte am Vortag eine schwache Wachstumsprognose abgegeben.

Die Inflation werde auch 2011 höher ausfallen, als erwünscht, sagte King. Das Ziel von zwei Prozent Teuerungsrate werde vor allem wegen der Erhöhung der Mehrwertsteuer von 17 auf 20 Prozent von Januar nächsten Jahres an verfehlt. Die Zahl der Arbeitslosen in Großbritannien ist unterdessen gesunken. Im Juni waren der offiziellen Statistik zufolge 2,46 Mio. Menschen ohne Job und damit 49 000 weniger als noch im April.

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