Industrie dominiert: Dienstleister sind keine Exportweltmeister

Industrie dominiert
Dienstleister sind keine Exportweltmeister

Der Wandel von einer industriell geprägten Wirtschaft zu einer Dienstleistungsgesellschaft spiegelt sich in der Struktur der deutschen Exporte bisher nicht wider. Das ergibt eine Studie des Münchener Ifo-Instituts, die am Montag veröffentlicht wurde.

FRANKFURT. Anders als in den traditionell finanzmarkt- und dienstleistungsorientierten Ländern USA und Großbritannien sei der Anteil der Dienstleistungsausfuhren am Gesamtexport gering.

„Von 1991 bis 2007 waren lediglich etwas mehr als 13 Prozent der deutschen Exporte Dienstleistungen, während es in den USA und Großbritannien über 30 Prozent waren“, erklärt die Autorin der Studie, Monika Ruschinski. Die Anteile seien in den vergangenen Jahrzehnten relativ konstant geblieben.

Deutschland wird seit Jahren als Exportweltmeister gefeiert. Dieser Titel gilt allerdings nur für die Warenausfuhr. Berücksichtigt man auch Dienstleistungsexporte, haben laut Ifo weiterhin die Vereinigten Staaten die Nase vorn. Dies werfe die Frage auf, ob die Wachstumspfade der deutschen Waren- und Dienstleistungsexporte generell unterschiedlich seien, so die Ifo-Wissenschaftlerin.

Um das herauszufinden, hat sie Datenreihen für die deutsche Warenausfuhr sowie die Dienstleistungsexporte getrennt über einen langen Zeitraum hin untersucht. Dabei kommt sie zu dem Ergebnis, dass im Zuge der Integration von Schwellen- und Ostblockländern in den internationalen Handel die deutschen Waren- und Dienstleistungsexporte deutlich an Dynamik gewonnen haben. „Seit 1999 verstetigte sich die Wachstumsrate des Dienstleistungsverkehrs analog zum Warenverkehr“, heißt es in der Studie. Mit einer Jahresrate von 6,4 Prozent fällt die Trendwachstumsrate der Dienstleistungsexporte am aktuellen Rand auch deutlich höher aus als in den Dekaden zuvor – aber immer noch einen Prozentpunkt niedriger als die der Warenausfuhr.

„Wenn die Exportmuster so bleiben, nimmt der Exportanteil der Dienstleistungen am Gesamtexport in der Zukunft sogar ab“, so Ruschinski. Die starke Abhängigkeit der Exporte vom produzierenden Gewerbe verfestigte sich damit tendenziell.

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