Inflation: EZB warnt vor zu kräftigen Lohnerhöhungen

Inflation
EZB warnt vor zu kräftigen Lohnerhöhungen

Mit Blick auf die hohe Inflation hat die Europäische Zentralbank (EZB) eindringlich vor zu kräftigen Lohnerhöhungen gewarnt. Es sei „unerlässlich, dass durch die derzeitigen Inflationsraten bedingte Zweitrundeneffekte bei der Lohn- und Preissetzung vermieden werden“, schreibt die EZB in ihrem am Donnerstag veröffentlichten Monatsbericht für Januar.

HB FRANKFURT/MAIN. Dies sei „zwingend erforderlich“, um auf mittlere Sicht Preisstabilität zu gewährleisten. „Jegliche Anbindung der Nominallöhne an die Preisentwicklung sollte unterbunden werden“, mahnen die Währungshüter. Der EZB-Rat werde die Tarifverhandlungen im Euroraum „mit besonderer Aufmerksamkeit“ verfolgen.

Die EZB geht davon aus, dass sich die Teuerung im Jahresverlauf 2008 nur allmählich abschwächt. „Damit würde die Phase vorübergehend hoher Teuerungsraten etwas länger andauern als zuvor erwartet“, heißt es in dem Monatsbericht. In den kommenden Monaten werde die jährliche Inflationsrate weiter deutlich über 2,0 Prozent liegen. Die EZB sieht Preisstabilität bei Werten nahe 2,0 Prozent gewahrt. Voraussetzung für eine Abschwächung der Teuerungsrate sei „eine gewisse Umkehr der jüngsten Erhöhungen der Rohstoffpreise“ und die Vermeidung von breit angelegten Zweitrundeneffekten. Wegen der hohen Inflation neigt die EZB zu weiteren Zinserhöhungen. Seit Juni 2007 liegt der Leitzins im Euro-Raum konstant bei 4,0 Prozent.

Seit Monaten steckt die EZB in einer Zwickmühle: Niedrigere Zinsen könnten die Inflation anheizen, weil Kredite günstiger werden. Höhere Zinsen würden Kredite verteuern und könnten die ohnehin von dem starken Euro und der Finanzmarktkrise belastete Konjunktur dämpfen. Bei der Konjunktur überwiegen nach Ansicht der EZB die Risiken. Nach wie vor gebe es eine Unsicherheit über die realwirtschaftlichen Folgen der weltweiten Finanzmarktturbulenzen. Die anhaltende Risikoneubewertung an den Finanzmärkten könne „weiterreichende Auswirkungen auf die Finanzierungsbedingungen und die konjunkturelle Einschätzung haben als derzeit erwartet“, schreiben die Währungshüter. Die wirtschaftlichen Fundamentaldaten des Eurogebiets seien aber solide.

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