Inflation in der Euro-Zone

Draghis Dauerthema

Seit Jahren kämpft der Chef der europäischen Zentralbank gegen die niedrige Inflation in der Euro-Zone. Jetzt scheinen seine Maßnahmen Früchte zu tragen. Im Oktober zogen die Verbraucherpreise in der Euro-Zone erneut an.
Update: 31.10.2016 - 13:52 Uhr 39 Kommentare
Vor allem für Dienstleistungen und Lebensmittel mussten Europas Verbraucher im Oktober mehr zahlen als ein Jahr zuvor. Quelle: dpa
Euro-Münzen und -Scheine

Vor allem für Dienstleistungen und Lebensmittel mussten Europas Verbraucher im Oktober mehr zahlen als ein Jahr zuvor.

(Foto: dpa)

FrankfurtMario Draghis Idealmaß liegt bei zwei Prozent: Pendelt die Inflationsrate um dieses Niveau, so die Überzeugung des höchsten europäischen Notenbankers, muss er sich um die konjunkturelle Lage in der Euro-Zone keine Sorgen machen. Weil man in Europa aber seit Jahren weit entfernt ist von diesem Idealmaß, haben die Währungshüter um EZB-Chef Mario Draghi den Leitzins bereits auf null gesetzt und ein billionenschweres Wertpapierankaufprogramm aufgelegt, um die Wirtschaft anzukurbeln und die Inflation anzuheizen.

Auf den ersten Blick scheint es so, als ob diese Maßnahmen jetzt erste Früchte trügen. Die jährliche Inflationsrate im Euro-Raum ist ersten amtlichen Schätzungen zufolge wie erwartet im Oktober 2016 auf 0,5 Prozent gestiegen. Im September lag das Plus bei 0,4 Prozent. Nach der Schnellschätzung von Eurostat, dem statistischen Amt der Europäischen Union, verteuerten sich vor allem Dienstleistungen um gut ein Prozent, gefolgt von Lebensmitteln, Alkohol und Tabak.

Der Anstieg der Inflationsrate ist allerdings vor allem der Tatsache geschuldet, dass sich der Preisrückgang bei Energie deutlich verlangsamt hat. Im Oktober zahlten Euro-Bürger auf Jahressicht 0,9 Prozent weniger für Benzin, Heizöl oder Erdgas; im September hatte sich Energie noch um drei Prozent verbilligt. Der Grund für diese Entwicklung: Zu Jahresbeginn war der Ölpreis unter 30 Dollar pro Barrel gerutscht – inzwischen notiert er bei mehr als 50 US-Dollar.

Klammert man Energie und unverarbeitete Nahrungsmittel aus den Berechnungen aus, lag die Jahresteuerung – die sogenannte Kerninflationsrate – bei 0,7 Prozent. Sie ist zur Überraschung mancher Beobachter zurückgegangen. Im September betrug die Kernrate noch 0,8 Prozent.

„Der Preisauftrieb in der Währungsunion bleibt weiter schwach“, urteilt deshalb Stefan Kipar von der BayernLB. Der Anstieg der Verbraucherpreise sei vor allem die Folge des Basiseffekts bei den Energiepreisen und liegt weit entfernt von dem von der EZB geforderten „nachhaltigen und selbsttragenden Preisauftrieb“. Kipar erwartet, dass zwar die Inflationsrate zum Jahresende energiepreisgetrieben noch weiter ansteigen wird, „die Kernrate aber weiterhin kaum Auftrieb erfährt“.

Spielraum der Notenbanker bleibt begrenzt
Seite 12Alles auf einer Seite anzeigen

39 Kommentare zu "Inflation in der Euro-Zone: Draghis Dauerthema"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Arbeiten ohne Abgaben für die Welretter ist ohnehin die Zukunft, Ralphi kauf endlich meinen Fond.

  • Stimmt nicht. Die einzige Spielregel die es gibt, sind keine Kinder. Ansonsten ist meine Herzdame (inzw. sogar Verlobte) absolut gleichberechtigt. Und wird nach der Uni als meine persönliche Fitnesstrainerin und Ernährungscoach arbeiten. Wenn ich mit spätestens Mitte 40 mit dem Börsenzeugs aufhöre, und als GT3 -Fahrer im selbst finanzierten Team in der VLN mit einem R8 LMSultra teilnehme

  • Bin nur 2x im Jahr in der Domstadt. Im Frühjahr zur FIBO, da der Kolibri als Sportwissenschaftlerin nach dem Uniabschluss als meine persönliche Fitnesstrainerin und Ernährungscoach arbeiten wird, und wir uns dort weitergehende Expertise holen. Und im Sommer zu den Kölner Lichter wegen des geilen Feuerwerks am Rhein. Außerdem hatte ich mal dort eine City-Immobilie im Townhaus-Stil, die ich aber dieses Jahr verkauft habe.

  • Wer braucht denn " Online-Dating-Portale " wenn es Muckibuden zum Eisen biegen für uns Männer und für die Ladys den Knack-Po zum trainieren gibt ?

    Wenn ich Lust habe auf Spielbank, dann mache ich das ja auch nicht Online am PC. Sondern ziehe mir einen eleganten Smoking an, fahre nach Wiesbaden und verbinde das Ganze mit einem Besuch im Gourmetrestaurant Ente und einer Übernachtung im Nassauer Hof.

  • Inflation ? In manchen Bereichen gewaltig!
    Hatte mir von einem Elektriker ein Angebot, in einem Mietobjekt, machen lassen:

    Kleinverteiler mit FI-Sicherung, unterhalb der Decke, setzen ( Kabel lag schon da).
    Ausgang Kleinverteiler, 2m Kabelkanal an die Wand kleben.
    und Kabel reinlegen. Weiter nichts anschließen.
    Eine Bohrung nach außen durch einen Alu-Fensterrahmen.

    Angebot: 1200.- + Streuer
    Habe ihm 500 geboten hat er abgelehnt.
    Habs dann selber gemacht. Material 100.- + 1 Stunde Arbeit.

  • @Alessandro Grande
    Ironie, einige verstehen sie, andere nicht.

  • Jo, ich bin auch raus, tschüss Thomas.
    Wünsche allen noch einen schönen Tag.

  • Ich sag´ tschüss für heute auf dem Frustportal ...

    ... bis morgen, saludos cordiales ...

  • Ich denke, man sollte den „BARON von FINK“ nicht so scharf angehen.
    Viele seiner Postings sind auch reine Ironie.
    Meiner Einschätzung nach, provoziert er gern mal, um seinesgleichen aufzurütteln.
    Gerne auch überspitzt und provokativ.

    Werde mir jetzt gleich Richard David Precht anhören > was ist das Gute, was ist das Böse:

    - es ist besser barmherzig zu sein, als hartherzig zu sein
    - es ist besser loyal zu sein, als hinterlistig zu sein
    - es ist besser die Wahrheit zu sagen, als zu lügen

    Gruß an den BARON

  • @Fritz Yoski: SISCHERLISCH UNT EIN HOCH AUCH AUV IEHREN SCHUHLAPPSCHLUSZ ;-)

Alle Kommentare lesen
Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%