Inflation
Preise klettern in Deutschland deutlicher als zuletzt

Die Preise in Deutschland sind im November um 0,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr gestiegen. Erneut sorgen aber vor allem niedrige Energiepreise für einen Inflationsdämpfer.

WiesbadenDie Preise in Deutschland sind im November so deutlich gestiegen wie seit sechs Monaten nicht. Die Inflation liegt bei 0,4 Prozent im Vergleich zum November 2014. Höhere Werte hatte es in diesem Jahr nur im April und Mai gegeben.

Haushaltsenergie und Kraftstoffe waren im November für Verbraucher zwar 7,5 Prozent günstiger als vor einem Jahr, teilte das Statistische Bundesamt mit. Im Oktober hatte das Minus auf Jahressicht aber noch bei 8,6 Prozent gelegen. Zudem beschleunigte sich der Preisauftrieb bei Nahrungsmitteln von 1,6 auf 2,3 Prozent.

Die Europäische Zentralbank (EZB) hat zum Ziel, in der Euro-Zone eine Inflation von knapp unter zwei Prozent zu erreichen. Eine anhaltend niedrigere Preissteigerung gilt als unerwünscht, da sonst ein Abrutschen in eine Abwärtsspirale sinkender Preise drohen kann.

EZB-Präsident Mario Draghi hat angekündigt, Banken mit einer noch lockereren Geldpolitik zu einer höheren Kreditvergabe anzutreiben. Das soll die Preise in der Euro-Zone wieder deutlicher anziehen lassen.

In den Euro-Ländern hatte die Inflation im Oktober 0,1 Prozent betragen, nach minus 0,1 Prozent im September. In Deutschland lag die Preissteigerung im Oktober bei 0,3 Prozent, also etwas niedriger als im November.

Experten gehen davon aus, dass Preise künftig wieder etwas stärker steigen werden. „Einen weiteren Verfall der Ölpreise werden wir wohl nicht sehen, sie dürften sich stabilisieren“, sagte Ökonomin Ulrike Kastens von Sal. Oppenheim. „2016 werden wir deshalb wieder Teuerungsraten über der Ein-Prozent-Marke haben.“

Eine hohe Inflation erwarten die wenigsten Experten. „Der Wettbewerb in Deutschland ist sehr stark, weshalb es Unternehmen trotz robuster Konjunktur schwer fällt, höhere Preise durchzusetzen“, sagte Kastens. Sie sagt für 2016 eine durchschnittliche Inflationsrate von 1,3 Prozent voraus. Die Löhne dürften aber etwa doppelt so kräftig zulegen. „Die Kaufkraft steigt dadurch weiter“, sagte Kastens.

Martin Dowideit, Leiter Digitales, Handelsblatt.
Martin Dowideit
Handelsblatt / Leiter Digitales
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dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
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