
NürnbergDie Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank ist aus Sicht von Konsumforschern für Deutschland nicht ohne Gefahr. „Vor dem Hintergrund der noch relativ robusten Konjunktur, die wir haben, ist das Zinsniveau aus meiner Einschätzung zu niedrig. Es liegt für viele Anlagen noch unter der Inflationsrate“, sagte Rolf Bürkl vom Marktforschungsunternehmen GfK in einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa in Nürnberg. „Das ist auf Dauer keine gute Entwicklung, weil die Sparguthaben einer ständigen Entwertung unterliegen.“
„Kurzfristig, wenn man von der Entwertung der Sparguthaben absieht, gibt es positive Effekte, weil die Investitionen stimuliert werden“, schilderte der Konsumspezialist die Folgen der jüngsten Leitzinssenkung auf das Rekordtief von 0,5 Prozent.
Zudem befeuerten die niedrigen Zinsen die Kauflaune, wodurch der private Konsum zu einer stabilen Säule des deutschen Wirtschaftswachstums werde. „Mittel- und langfristig ist das aber eher negativ zu sehen, gerade mit Blick auf die private Altersvorsorge“, warnte Bürkl. „Da wird Kapital entwertet, das später in den Rentnerhaushalten fehlen wird.“
Als Haushaltsvermögen gelten alle privaten Besitztümer der Menschen innerhalb eines Haushalts - also Sparbücher, Konten aber auch Lebensversicherungen und vor allem Immobilienvermögen. Die EZB-Studie zeigt nun erstmals, wie das Haushaltsvermögen in den Euro-Staaten aufgeteilt ist. Die Daten stammen aus den Jahren 2008 bis 2010. Nicht einbezogen sind die Euro-Länder Irland und Estland, da die Erhebung der Daten bereits begann, als die beiden Staaten den Euro noch gar nicht eingeführt hatten.
Mit einem durchschnittlichen Nettohaushaltsvermögen von nur 79.700 Euro ist die Slowakei das traurige Schlusslicht innerhalb der erhobenen Euro-Länder. Damit hat das kleine Land, das zwischen Polen und Ungarn liegt, in dem zwar 1,4 Prozent aller Haushalte in der Euro-Zone liegen, nur 0,5 Prozent des Vermögens.
Der reiche Grieche ist ein Mythos. Der Großteil der griechischen Haushalte ist arm: Mit nur 147.800 Euro Nettovermögen liegen die griechischen Haushalte weit unter dem Durchschnitt in der Euro-Zone von 230.800 Euro. Obwohl Griechenland drei Prozent aller Haushalte in der Euro-Zone stellt, besitzen die Menschen dort nur 1,9 Prozent des Vermögens.
In Slowenien liegt das durchschnittliche Nettohaushaltvermögen bei 148.700 Euro und damit nur wenige tausend Euro höher als das der Griechen. Doch Slowenien ist ein kleines Land: Die 0,6 Prozent der Haushalte halten 0,4 Prozent des privaten Vermögens innerhalb der Euro-Zone.
Auch im Krisenland Portugal besitzen die Menschen nicht viel, im Durchschnitt 152.900 Euro je Haushalt. Damit besitzen die portugiesischen Haushalte, die 2,8 Prozent aller Haushalte in der Euro-Zone darstellen, nur 1,9 Prozent des Vermögens.
161.500 Euro besitzen die finnischen Haushalte im Durchschnitt, damit reicht es im Vergleich unter den Euro-Ländern für Platz Elf. Die Finnen halten mit 1,8 Prozent der europäischen Haushalte 1,3 Prozent des Vermögens.
Auch unsere holländischen Nachbarn liegen unter dem EU-Durchschnitt. 170.200 Euro beträgt dort das durchschnittliche Haushaltsnettovermögen. Damit haben die Niederländer zwar 5,3 Prozent der Haushalte in der Euro-Zone, aber nur 4,0 Prozent des Vermögens.
Für Deutschland, stärkste wirtschaftliche Kraft innerhalb der Euro-Zone, reicht es im Vergleich der Haushaltsvermögen nur für Platz Neun: Durchschnittlich 195.200 Euro besitzen die deutschen Haushalte - und liegen damit unter dem Euro-Zonen-Durchschnitt von 230.800 Euro. 28,7 Prozent der Haushalte der Euro-Zone liegen in Deutschland, aber trotzdem nur 24,3 Prozent des Vermögens.
Frankreich steht besser da als Deutschland. Durchschnittlich 233.400 Euro beträgt dort das Nettovermögen der Haushalte und liegt damit leicht über dem Mittelwert der Euro-Zone. 20,2 Prozent der Haushalte halten 20,3 Prozent des Vermögens innerhalb der Euro-Zone.
265.000 Euro besitzen österreichische Haushalte im Durchschnitt an Vermögen. Damit haben die Österreicher anteilig mehr Vermögen als Haushalte der Euro-Zone: 2,7 Prozent der Haushalte besitzen 3,1 Prozent des Vermögens.
Auch das Krisenland Italien liegt deutlich über dem durchschnittlichen Nettohaushaltsvermögen der Euro-Zone: 275.200 Euro an Vermögen haben die italienischen Haushalte im Durchschnitt angehäuft. Damit machen sie zwa rnur 17,2 Prozent aller Haushalte der Euro-Zone aus, halten aber 20,6 Prozent des Vermögens.
Trotz der hohen Arbeitslosigkeit besitzen auch die spanischen Haushalte noch viel Vermögen, durchschittlich 291.400 Euro. Die Daten stammen allerdings aus dem Jahr 2008. Damals besaßen die spanischen 12,3 Prozent der Haushalte innerhalb der Euro-Zone rund 15,6 Prozent des Vermögens.
In Belgien liegt das Nettohaushaltseinkommen durchschnittlich bei 338.600 Euro - und damit weit über dem der Nachbarländer Niederlande oder Deutschland. 3,4 Prozent der Haushalte der Euro-Zone liegen in Belgien, dort sammelt sich aber 5,0 Prozent des Vermögens.
Die bevölkerungsärmsten Euro-Länder haben die reichsten Haushalte. Mit 366.000 Euro Durchschnittsvermögen liegen die Haushalte auf der kleinen Mittelmeerinsel auf Platz drei. 0,1 Prozent der Haushalte der Euro-Zone sind auf der Insel zu finden - aber auch 0,2 Prozent des Vermögens.
670.900 Euro Vermögen besitzen die Haushalte in Zypern im Durchschnitt - fast das dreifache des Mittelwerts der Euro-Zone, der bei 230.800 Euro liegt. Damit häuft sich bei den 0,2 Prozent der Haushalte der Euro-Zone rund 0,6 Prozent des Vermögenbesitzes.
Die Luxemburger sind jedoch noch fast 40.000 Euro reicher als die Zyprioten: 710.100 Euro Vermögen besitzen die luxemburgischen Haushalte - und damit 0,4 Prozent des privaten Vermögens innerhalb Euro-Zone, auch wenn sich nur 0,1 Prozent aller Haushalte der Euro-Zone in Luxemburg befinden. Das Großherzogtum hat damit unbestritten das höchste Nettohaushaltsvermögen.
Aktuell profitiert der Konsum in Deutschland vom herrschenden Zinsniveau, weil die Sparer ihr Geld lieber ausgeben, als es zu schlechten Konditionen bei der Bank anzulegen. So investieren viele in werthaltige Anschaffungen wie Immobilien, was laut Bürkl wiederum das Geschäft von Handwerkern und beispielsweise Küchenherstellern ankurbelt - und damit das Wirtschaftswachstum stützt.
„Aber das wird sicherlich nicht endlos weitergehen, dass der Konsum davon profitieren kann“, betonte Bürkl. Derzeit jedoch gebe es nur wenige sichere Alternativen. „Dafür müsste man ein höheres Risiko eingehen, doch davor scheuen viele Haushalte zurück.“ Obwohl etwa der Dax gerade eine rasante Rally hingelegt habe, zögerten viele Menschen, mit ihrem Ersparten an der Börse zu spekulieren.
„Da sind sehr viele Privatanleger durch das Platzen der Dotcom-Blase doch stark verunsichert. Und bei anderen Anlagen im Ausland - ich erinnere an Lehman Brothers - haben einige schmerzliche Erfahrungen gemacht und viel Geld verloren.“ Entsprechend bleibe vielen Sparern derzeit nichts weiter übrig, als die niedrigen Zinsen zu schlucken. Einen Trost hat Bürkl für sie: „Es ist nicht zu erwarten, dass das Zinsniveau auch für Anlagen noch weiter nach unten geht, weil die Zinsen schon extrem niedrig sind.“

Der Wirtschaftswissenschaftler
Ludwig von Mises schrieb 1912 in
„Theorie des Geldes und der
Umlaufmittel“ über den Preis für
durch Kredit geschaffenen
Wohlstand: „Das wiederkehrende
Auftreten von Boom-Perioden mit
nachfolgenden Depressionsperioden
ist das unvermeidliche Ergebnis der
ständig wiederholten Versuche, den
Marktzins durch Kreditexpansion zu
senken. Es gibt keine Möglichkeit,
den finalen Zusammenbruch eines
Booms zu verhindern, der durch
Kreditexpansion erzeugt wurde. Die
einzige Alternative lautet:
Entweder die Krise entsteht früher
durch die freiwillige Beendigung
einer Kreditexpansion – oder sie
entsteht später als finale und
totale Katastrophe für das
betreffende Währungssystem.“
Dem ist nichts mehr hinzuzufügen !

Ich glaube Sie verwechseln Vermögen aufbauen mit Schulden aufbauen...

Die EZB-Niedrigzins-Politik ist RICHTIG !
Und diesmal hat auch Draghi RECHT wenn er behauptet dass sich die Märkte beruhigt haben... DAX bei 8530 gewesen...noch mehr Vertrauensbeweise braucht man nicht.
Dass sich der DAX bei den 8400 etablieren wird ist aber ach klar...den Europa muss erst Arbeitsplätze aufbringen .
Und dabei ist eine Konsum Freundliche Kundschaft einen auftrieb...da nur wenn gekauft wird kann auch Platz für neues geschafft werden...
damit ist aber noch nicht alles erreicht was mit niedrigzins zu erreichen war...
MIT DEM BILLIGEN GELD MÜSSEN ARBEITSPLÄTZE GESCHAFFEN WERDEN...etwa in der Produktion.
Aber da die Hersteller lieber nach Asien gehen...oder nach Amerika ...da muss man ÜBER STRAFZÖLLE DIE DESSEN GELDER DANN IN DER EU NEUE ARBEITSPLÄTZE FINANZIEREN MÜSSEN !
Wie die sich alle nennen die Kleidung in Asien herstellen lassen aber dann in Europa es verkaufen und mit dem EURO dann alles bezahlen...und weil es noch nicht ausreicht dann die gewinne möglicherweise in Steuerparadiese überweisen ?
DA GEHÖRT EIN GANZ DICKES SCHLUSS-STRICH GEMACHT !!!!
UND WER WENN NICHT DER KÄUFER ???
ALSO HER MIT DEN LISTEN ALL DERER DIE IM AUSLAND HERSTELLEN LASSEN...
DIE VERBRAUCHER HABEN EINEN INFORMATIONSRECHT...
um dann sich an mehr Menschlichkeit zu beteiligen...
als auch Arbeitsplätze in Deutschland zu erhalten indem man dann in der Zukunft auf Ware Rücksicht nimmt die in Deutschland...oder zu mindestens in der EU hergestellt worden ist.
DA MACHE ICH DEN VERBRAUCHERSCHUTZ DAFÜR VERANTWORTLICH...
DIE HÄTTEN LÄNGST...
" MADE IN DER EU ! " zur Pflicht Etikettierung machen sollen...und zwar für wirklich nur in der EU zu 100% hergestelltes !
Aber man schläft !!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!
5 Kommentare
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