Internationaler Währungsfonds
Steuersystem darf keine Produktivitätsbremse sein

Der IWF glaubt, dass steuerliche Verbesserungen eine höhere Produktivität bewirken. Ziel müsse sein, dass unternehmerische und nicht steuerbedingte Gründe die Hauptrolle bei Investitionsentscheidungen spielten.
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BerlinDer Internationale Währungsfonds sieht in steuerlichen Verbesserungen eine wichtige Stellschraube, um das eher schwache Produktivitätswachstum in vielen Ländern auf Trab bringen. Ziel müsse es sein, dass am Ende unternehmerische und nicht steuerbedingte Gründe die Hauptrolle bei Firmenentscheidungen über Investitionen und neue Beschäftigung spielten, heißt es in dem am Donnerstag veröffentlichten Finanz-Monitor des IWF. Schaffe man all das ab an Regelungen und Fehlanreizen, was produktive Firmen behindere, könnte man nach IWF-Schätzungen die jährliche Wirtschaftsleistung in den einzelnen Ländern im Durchschnitt um einen Prozentpunkt über 20 Jahren erhöhen.

„Eine der Top-Herausforderungen für die Politiker ist momentan, wie sie die Produktivität steigern können, den Haupttreiber für die Wohlstandsentwicklung auf lange Sicht“, heiß es in dem IWF-Bericht. Ein wesentlicher Grund für die unbefriedigende Entwicklung seien Fehlsteuerungen von Kapital und Arbeit oft als Folge falscher Ausrichtungen in der Wirtschafts- und Steuerpolitik. Das behindere ein stärkeres Wachstum effizienter Firmen und sichere das Überleben ineffizienter Unternehmen. Die Steuerpolitik berge Möglichkeiten, solche Mängel zu beseitigen. Dabei gehe es vor allem um die Behebung von Mängeln in der Besteuerungspraxis selbst, aber auch um Korrekturen in den jeweiligen Steuersystemen mit ihren Begünstigungen und Ausnahmen.

Denn zu Fehlsteuerungen komme es immer dann, wenn Regierungen die Firmen unterschiedlich behandelten. Beispiele dafür seien Möglichkeiten der Steuerumgehung, aber auch falsch gesetzte Steueranreize. Ein Hauptunterschied zwischen effizienten und weniger effizienten Ländern liege darin, in welchem Maße unproduktive Firmen „durchgeschleppt“ würden. Das habe dann wieder mit der Besteuerungspraxis zu tun und sorge für unterschiedliche Kosten und Rahmenbedingungen für die Firmen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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