IW-Studie
Ausfalltage durch Streiks gehen in Millionenhöhe

Bereits Anfang des Monats sind Experten des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) auf sechsmal mehr Ausfalltage als noch 2014 gekommen. Die Auswirkungen seien nicht nur für die betroffenen Unternehmen verheerend.
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DüsseldorfAngesichts einer Reihe von Arbeitsniederlegungen in den vergangenen Monaten erwartet das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) in Köln, dass 2015 ein „absolutes Ausnahmejahr“ in Sachen Streiks wird. Bis Anfang Juli summieren sich die Ausstände nach IW-Erhebungen auf fast eine Million Ausfalltage in Deutschland, wie die „Rheinische Post“ am Samstag berichtete.

„Bis zum Ende des Poststreiks Anfang Juli kommen wir nach unserer Schätzung auf 944.000 Ausfalltage“, sagte IW-Tarifexperte Hagen Lesch der Zeitung unter Berufung auf Angaben der Arbeitgeber und Medienberichte. Damit sei ein Wert erreicht worden, der um mehr als das Sechsfache über dem des gesamten Vorjahres liege. Damals gab es laut IW rund 157.000 Ausfalltage.

Aus der Wirtschaft kommt Kritik an der zuletzt ausgeprägten Streikfreudigkeit. „Wegen der Streiks in diesem Frühjahr haben wir weniger Wachstum erreichen können“, sagte der Präsident der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA), Ingo Kramer, dem Blatt. „Es ist kein Vertrauensbeweis für die deutsche Wirtschaft, wenn sich Lieferungen verzögern und die Produktion nicht mehr reibungslos funktioniert.“

Außer bei der Post kam es in diesem Jahr etwa auch zu Streiks bei der Deutschen Bahn oder der Lufthansa. Während eine Schlichtung die Tarifkonflikte bei der Deutschen Bahn, der Post und auch den Erzieherinnen und Erziehern gelöst hat, berät die Gewerkschaft Cockpit gerade über ihre weitere Strategie. Weitere Streiks sind nicht ausgeschlossen.

afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

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