IWF-Chefin Lagarde: „Wir dürfen uns nicht ausruhen“

IWF-Chefin Lagarde
„Wir dürfen uns nicht ausruhen“

Der Kollaps konnte aufgehalten werden, ein Rückfall ist aber noch weiterhin möglich. Christine Lagarde sieht noch zahlreiche ungelöste Probleme in der Weltwirtschaft – besonders im Finanzsektor.
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WashingtonDie Gefahr eines Rückfalls der Weltwirtschaft in die Krise ist nach Einschätzung der IWF-Chefin Christine Lagarde noch nicht gebannt. Es seien im vergangenen Jahr zwar in vielen Teilen der Welt die richtigen Maßnahmen ergriffen worden, um einen ökonomischen Zusammenbruch zu vermeiden, doch mittelfristig gebe es zahlreiche offene Probleme, sagte die Direktorin des Internationalen Währungsfonds am Donnerstag in Washington.

Höchste Priorität müsse die Ankurbelung des Wachstums und die Schaffung von Jobs haben. Am Arbeitsmarkt habe es „eindeutig keine Verbesserungen gegeben“ seit der großen Rezession vor rund fünf Jahren. „Wir haben den Kollaps aufgehalten. Wir sollten den Rückfall vermeiden. Wir dürfen uns nicht ausruhen“, gab Lagarde als Devise aus. Konkret nannte sie auch den nötigen Schuldenabbau in reichen Industrieländern und entschlossene Reformen im internationalen Finanzsektor.

Für Europa, wo das Bild insgesamt viel besser aussehe als im Vorjahr, empfahl die Französin eine weitere Lockerung der Geldpolitik durch die Europäische Zentralbank. Das sei für die Region „angemessen, um die Nachfrage aufrecht zu erhalten“. Geringere Kreditkosten könnten helfen, die maue Wirtschaftsentwicklung in der Euro-Zone zu verbessern. Außerdem bekräftigte sie, dass die Europäer die angestrebte Bankenunion weiter vorantreiben müssten. Zudem seien Krisenländer wie Griechenland oder Portugal trotz vieler Erfolge längst nicht am Ziel mit ihren Reform- und Sparanstrengungen.

Eine weitere Lockerung der EZB-Geldpolitik ist umstritten und könnte nach Einschätzung von Kritikern etwa in Deutschland die Inflation deutlich ansteigen lassen. Der Deutschland-Chefvolkswirt von Goldman Sachs, Dirk Schumacher, warnte vor einer Teuerungsrate von vier bis fünf Prozent. Die Europäische Zentralbank (EZB) hat ihren Leitzins wegen der Rezession in vielen Euro-Ländern auf das Rekordtief von 0,75 Prozent gesenkt und Hunderte Milliarden Euro durch den Kauf von Staatsanleihen in die Wirtschaft gepumpt.

Auch im Rest der Welt dürften sich die Gesetzgeber angesichts der endlich spürbaren Erholung von der schweren Finanzkrise nicht zufrieden zurücklehnen, sagt Lagarde. Als Beispiel nannte sie „Zeichen eines nachlassenden Engagements“ bei Reformen im internationalen Finanzsektor. Die Vorhaben würden „verwässert oder aufgeweicht“ oder, wie im Fall der strengeren Eigenkapitalregeln „Basel III“, verzögert. Wegen der zunehmenden Abhängigkeit der Märkte voneinander sei es das oberste Gebot, Unsicherheit zu reduzieren. „Das ist der Schlüssel für die Gesundheit der Weltwirtschaft.“

Eine deutliche Warnung sprach Lagarde gegenüber der weltgrößten Volkswirtschaft USA aus. Die Amerikaner müssten „weitere unnötige politische Fehler vermeiden“, sagte die Währungsfondschefin. Sie verwies damit auf die absehbar harten Verhandlungen zwischen den Parteien in Washington über die Erhöhung der Schuldengrenze und über Einsparungen im Staatshaushalt in den kommenden Monaten. Ohne rechtzeitige Einigung könnte das Land in die Zahlungsunfähigkeit stürzen, mit potenziell verheerenden Auswirkungen für die Weltwirtschaft.

Kommentare zu "„Wir dürfen uns nicht ausruhen“"

Alle Kommentare
  • IWF-Chefin Christine Lagarde, ist eine Marionette der USA und Frankreichs sonst nichts.
    Ich hoffe ihr ist bekannt warum der IWF gegründet wurde und von wem, und seine wirklichen Ziele?
    Für alle die dies nicht mehr wissen/oder wollen, hier ein kurzer überblick.
    Ende des Zweiten Weltkriegs, 1944, wurden der Internationale Währungsfonds (IWF) und die Weltbank von den Siegermächten in Breton Woods (USA) gegründet.
    Das entstandene Weltwirtschafts- und Finanzsystem baute vorwiegend auf US-Interessen auf, das den Absatz seiner Handelsüberschüsse nach Europa und Asien sicherstellen wollte.
    Der IWF sollte kurzfristige Zahlungsschwierigkeiten der Mitgliedsländer vermeiden und die internationale Währungsstabilität sichern.
    Der IWF hat sich seit damals von einer finanztechnischen zu einer politischen Organisation gewandelt.
    Wenn der IWF keinen Kredit vergibt, bekommt das Land auch bei Privatbanken keine Kredite mehr.
    Und er vergibt Kredite gegen Bedingungen.
    Damit strukturiert er die Wirtschaft nach den Vorstellungen der kapitalistischen Staaten.
    Trotz unzähliger Beispiele für die katastrophalen Auswirkungen der IWF-Politik pochen die europäischen Eliten auf die »Hilfe« des IWF im Fall Griechenland.

  • der kollaps wurde nur desshalb verhindert, weil man die krise überall und plötzlich als beendet erklärt hat. der mögliche Rückfall ist schneller da als gedacht. hahaha.

  • Zitat: Die EZB hat ... und Hunderte Milliarden Euro durch den Kauf von Staatsanleihen in die Wirtschaft gepumpt.

    Da wurde nichts in die Real-Wirtschaft gepumpt. Einiges in die Finanzwirtschaft. Anscheinend begreift das von den Regierenden etc. niemand, dass ein steigender Aktienindex nichts, aber auch gar nichts über die reale Wirtschaft aussagt.
    Macht ein Unternehmen mehr Umsatz und einen höheren Gewinn steigt voraussichtlich deren Aktienindex - ok. Der Umkehrschluss allerdings funktioniert nicht, denn wenn ein Unternehmen weniger produziert, der Umsatz also sinkt, aber durch Personalabbau der Gewinn trotzdem steigt, wird auch deren Aktienkurs steigen. Der Kurs kann sogar steigen einfach weil jemand diese Aktien in Massen kauft...

    Der Real-Wirtschaft kann es nur gut gehen wenn immer mehr konsumiert wird. Für einen steigenden Konsum braucht man einen breiten Mittelstand - und der wird seit Jahren kaputt gemacht.

    Dieses System wird zusammenbrechen und dann wird es wirklich schlimm

  • Solange man am Prinzip des Schuldgelssystems nichts ändert stolpern wir von einer Krise in die nächste und die Umverteilung von unten nach oben geht weiter,und zwar in allen Ländern ob nun Frankreich oder Deutschland.Nationalitäten gegeneinander auszuspielen ist nichts als Augenwischerei.
    Man sollte eher ein Auge darauf haben,wie Goldman Sachs seine Roboter überall in der Welt installiert.


  • Absolut korrekt; Frau Lagarde sieht wahrscheinlich deshalb regelmäßig Probleme, weil sie morgens in den Spiegel sieht. Die Dame steht für eine Politik der französischen Interessen und das Gelddrucken.

    @ helloboy: Sie haben recht; eine Verteilung von oben weg ist erforderlich.

  • ....Die Franzakken haben seit Jahren an jeder Stelle Ihre EU-/EURO-Vollstrecker in Stellung gebracht, natürlich nur in eigener Sache.! Honi soit qui mal y pense!

    Der Deutsche Michel pennt weiter seit Jahrzehnten, schmerzlos, kopflos, hirnlos! Falls er mal aufwacht schreibt er Schecks, einfach so....!


  • Sie kann vielleicht noch gut schwimmen, darüber hinaus kenne ich ihre Qualitäten weniger.
    Den Reichen nach dem Mund reden ja, aber was sind das für Qualitäten ?
    Oh Madame, wenn es Sie nicht geben würde, man müsste sie erfinden in einer anderen Person oder besser gesagt in einer anderen Politdarstellerin.
    Die Dame meint vermutlich wirklich, man hätte Sie noch nicht durchschaut.

  • @hellboy
    sehe ich genauso. Die Meisten kapieren es einfach nicht. Raffen und Gier überall.
    Das führt unweigerlich zum Systemzusammenbruch weil die Zinseszinsen auf Megavermögen, die sich über Generationen gebildet haben, nie erwirtschaftet werden können.
    Mitnehmen tut es keiner. Was ich im Leben nicht ausgebe, kann der Staat gerne haben um es um umzuverteilen.
    Deswegen Einkommensteuer auf null! Erbschaftssteuer rauf auf 90%, bei einem Freibetrag von 1 Mio. und Ausnahmen für Betriebe.
    Leistung soll sich lohnen, nicht das Erben.
    Geld ist genug vorhanden. Es muss nur zurück in die Realwirtschaft.
    In der Vergangenheit wurde der Reset immer über einen Krieg durchgeführt. Soweit wird es hoffentlich nicht kommen.

  • Zitat : Für Europa, wo das Bild insgesamt viel besser aussehe als im Vorjahr, empfahl die Französin eine weitere Lockerung der Geldpolitik durch die Europäische Zentralbank.

    Europa hat unter Führung der Staatsratsvorsitzender alle Anstrengungen unternommen, um in Deutschland durch die Wahlen zu kommen !
    Der große Crash kommt im Spätherbst, wenn die Griechen wieder Geld benötigen und entschuldet werden müssen !
    Ansonsten siecht EUtopia vor sich hin : die Arbeitslosigkeit steigt weiter, die Industrie bricht immer stärker ein !

    Welche Arbeitsplätze, Madame...? Wo sollen diese herkommen ?...ach ja, vielleicht durch die Rüstungsindustrie wegen dem Wüstenkrieg des kleinen Napoleons....?

  • O-Ton Lagarde
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    Höchste Priorität müsse die Ankurbelung des Wachstums und die Schaffung von Jobs haben. Am Arbeitsmarkt habe es „eindeutig keine Verbesserungen gegeben“ seit der großen Rezession vor rund fünf Jahren.
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    Das gilt für Deutschland allerdings nicht.

    Hier ist die Arbeitslosenquote von 10,1% (2007) auf 6,7% (Dez 2012) zurückgegangen.

    Weshalb sich Lagarde wohl scheut, auszusprechen wie das Problem gelöst werden könnte.

    Nicht mit mehr Dirigismus wie in Frankreich und Vergeiddung und maßlosen lohnerhühungen wie in Griechenland un Spanien. Sondern mit einer Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit wie in Deutschland.

    ...

    Aber in der Phantasiewelt gewissser mediteraner Politiker ist Deutschland ja an ihrer Arbeitslosigkeit schuld.

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    O-Ton Lagarde
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    Für Europa, wo das Bild insgesamt viel besser aussehe als im Vorjahr, empfahl die Französin eine weitere Lockerung der Geldpolitik durch die Europäische Zentralbank.
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    Bei einer Inflationsrate von etwa 2% sollte ein Leitzins von 0,75% ja eigentlich locker genug sein.

    Auch expandiert die Geldmenge seit etwa einem Jahr ja wieder - und zwar mit einem Jahresrate von 3,2%.

    Das ist hinreichend akkomodierend.

    Wenn gewisse Länder mit Staatseingriffen das Wachstum kaputt machen liegt das kaum an der EZB.

    ...

    Wir dürfen uns glücklich schätzen daß Lagarde nicht im EZB-Rat sitzt.

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