IWF mit Konstanz
Lagarde bleibt Chefin des Währungsfonds

Christine Lagarde darf weitermachen: Der Internationale Währungsfonds hat seine Chefin im Amt bestätigt. Am 5. Juli startet die Französin in ihre zweite Amtszeit. Für die schnelle Verkündigung gibt es einen guten Grund.

Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat seine Chefin Christine Lagarde für eine zweite Amtszeit bestätigt. Die ehemalige französische Finanzministerin Lagarde – die erste Frau an der Spitze der globalen Finanzorganisation – hatte den Posten 2011 übernommen, nachdem ihr Landsmann Dominique Strauss-Kahn wegen eines Sex-Skandals zurücktreten musste. Ihre erste fünfjährige Amtszeit endet am 4. Juli. Über den Grund für die schnelle Verkündung berichtet der IWF: Da es keine anderen Kandidaten gebe, bestehe auch kein Grund, mit der Bestätigung bis zum maximal terminierten Zeitpunkt Anfang März zu warten. Angesichts der weltweiten Finanzprobleme hatten sich viele IWF-Mitgliedsländer gegen eine Wechsel an der Spitze ausgesprochen und für personelle Konstanz plädiert.

Lagarde hatte im Januar angekündigt, dass sie für eine zweite Amtszeit antrete. Deutschland hatte wie viele andere Staaten – darunter die USA, Japan, Großbritannien, Frankreich, China und weiteren Schwellenländern – diesen Schritt begrüßt. Auch Russland hatte erklärt, die Französin habe sich als erfolgreiche Anführerin in einer schwierigen Zeit für die Weltwirtschaft und für den Fonds selbst erwiesen. Christine Lagarde bedankte sich für das Vertrauen, das ihr der IWF ausgesprochen hatte. „Ich freue mich auf die zweite Amtszeit“, sagte die 60-jährige Französin am Freitag in New York.

Schon im vergangenen Jahr war aber auch eine Debatte darüber entbrannt, ob nach dem Ende der Ära Lagarde noch der Tradition gefolgt werden soll, dass ein Europäer dem IWF und ein Amerikaner der Weltbank vorsteht. Davon ist der IWF nun abgerückt.

Vor wenigen Wochen erst wurde zudem die größte Reform in der rund 70-jährigen Geschichte des IWF vereinbart. Dabei sollen Schwellenländer – allen voran China – mehr Einfluss in der mächtigen Finanzorganisation bekommen. Der IWF soll unter anderem die internationale Zusammenarbeit in der Währungspolitik fördern und die Ausweitung des Welthandels erleichtern. Ins öffentliche Interesse rücken jedoch oft die Kredite, die der IWF seinen Mitgliedsländern gewährt, wenn sie Probleme haben. Oft wird – wie etwa in Griechenland – die Umsetzung von Reformen zur Bedingung für Hilfen gemacht, weshalb der Fonds nicht immer nur willkommen geheißen wird.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
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