IWF-Prognose: Portugals Wirtschaftlage bessert sich

IWF-Prognose
Portugals Wirtschaftlage bessert sich

Portugals Staatsfinanzen entwickeln sich nach Einschätzung des Internationalen Währungsfonds in diesem Jahr besser als bisher erwartet. Die Regierung glaubt zudem, das Haushaltsdefizit entscheidend senken zu können.
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LissabonPortugals Staatsfinanzen entwickeln sich nach Einschätzung des Internationalen Währungsfonds (IWF) dieses Jahr etwas besser als bisher erwartet. Der Fonds senkte seine Prognose für das Haushaltsdefizit des hoch verschuldeten Euro-Landes auf 3,2 Prozent von bisher 3,4 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP). Das Wirtschaftswachstum dürfte sich auf 1,5 Prozent von 0,9 Prozent 2014 beschleunigen, sagte der Fonds am Dienstag voraus.

Im Januar war er noch von einer Wachstumsrate von lediglich 1,2 Prozent ausgegangen. Äußere Faktoren wie die lockere Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB), der schwächere Euro und der gesunkene Ölpreis gäben Portugals Wirtschaft Rückenwind, den die Regierung für weitere Reformen nutzen solle.

So empfahl der IWF den Portugiesen, die Wirtschaft stärker auf Exporte auszurichten. Neben solchen Strukturanpassungen müsse auch der Sparkurs fortgesetzt werden, den Portugal im Rahmen seines Rettungsprogramms von 2011 bis 2014 in Gang gesetzt hatte. Das Land war mit vielen Milliarden Euro von seinen internationalen Partnern gestützt worden und hat noch immer mit einer hohen Arbeitslosigkeit und einem riesigen Schuldenberg zu kämpfen.

Anders als der IWF rechnet die Regierung in Lissabon damit, in diesem Jahr mit einem Haushaltsdefizit von 2,7 Prozent unter der Drei-Prozent-Obergrenze der Europäischen Union (EU) zu bleiben.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Portugal, ein liebenswertes Land und meine zweite Heimat. Aber Skepsis ist angebracht. Was soll das Land denn exportieren außer Tomaten, Olivenöl und Thunfisch? Auch als Urlaubsland ist es nur eingeschränkt massentauglich. Lediglich an der ( richtig: dem ) Algarve sind die Wassertemperaturen so, dass sie mit denen des Mittelmeeres konkurrieren können. Die Lohnkosten sind im Vergleich zu den ehemaligen Ostblockländern wohl auch zu hoch etc. etc. Wie sieht es mit der Staatsverschuldung aus? Ich gehe davon aus, dass sie nach wie vor steigt. Geschätztes Handelsblatt, bitte hierzu belastbare Zahlen! Ein Schuldenabbau scheint in weiter Ferne. Die Kapitalmarktfähigkeit ist doch nur gegeben, weil Draghis EZB für alle Schulden geradesteht. Anderenfalls würde Portugal am Kapitalmarkt - wenn überhaupt - Geld nur zu untragbaren Zinsen erhalten. Noch einmal meine Bitte an die Redaktion: Legen Sie eine saubere Analyse der Situation mit umfassendem Zahlenmaterial vor - bitte. Drucken Sie keine pauschalen Jubelartikel ohne eigene, vertiefte Recherchen. Ich gehe davon aus, dass der Euro in nicht allzuferner Zukunft chrashen wird. Dann kommen für Portugal noch schwerere Zeiten.

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