Nachrichten

_

IWW-Chefin: Lagarde warnt Europa vor „trügerischer Sicherheit“

exklusivEuropa erholt sich, doch die Krise ist nicht vorbei, warnt Christine Lagarde. Deshalb fordert die IWF-Chefin mutige Reformen und eine lockere Geldpolitik von der EZB. Doch das allein würde nicht reichen.

Christine Lagarde: „Einige Länder haben die Hilfsprogramme erfolgreich beendet. Aber das heißt nicht, dass die Krise vorbei ist.“ Quelle: dpa
Christine Lagarde: „Einige Länder haben die Hilfsprogramme erfolgreich beendet. Aber das heißt nicht, dass die Krise vorbei ist.“ Quelle: dpa

WashingtonEuropas Krise ist noch lange nicht vorbei, warnt IWF-Chefin Christine Lagarde im Handelsblatt-Interview (Montagsausgabe). „Die Erholung läuft, das ist richtig. Einige Länder haben die Hilfsprogramme erfolgreich beendet. Aber das heißt nicht, dass die Krise vorbei und unsere Mission erfüllt ist“, sagte Lagarde. Der Kreditfluss im Bankensektor stocke weiter, vor allem in den Südländern des Euroraums hätten es Unternehmen deutlich schwere, Kredite zu bekommen. „Außerdem bringen die dauerhaft niedrigen Inflationsraten zusätzlich Risiken mit sich.“

Anzeige

Im Kaufhaus der Weltwirtschaft „Die Sicherheit in Europa ist trügerisch“

Für IWF-Chefin Lagarde ist die Euro-Krise noch nicht vorbei. Im Interview warnt sie vor neuen Kreditrisiken und fordert noch mehr Finanzhilfen für die Ukraine.

Lagarde fordert mutige Reformen und eine lockere Geldpolitik von der EZB. „Die Geldpolitik in Europa sollte deshalb weiterhin Wachstumsimpulse geben“, sagte Lagarde der Zeitung. Allerding stellt Lagarde auch klar, dass es die Zentralbank alleine nicht wird richten können. Auch die Politik sei weiter gefragt: „Vor allem muss die Wettbewerbsfähigkeit der Länder verbessert werden. Hier geht es zum Beispiel um Strukturreformen auf den Arbeitsmärkten.“ Deutschland warnt sie davor, sich auf der wirtschaftlichen Führungsrolle in Europa auszuruhen: „Der eingeschlagene Weg in der Rentenreform sollte weiterverfolgt und nicht abgebrochen ‧werden. Insbesondere dort, wo die Lebenserwartung weiter steigt. Das sind Hausaufgaben für alle europäischen Länder, inklusive der Klassenbesten.“

Lagarde warnt vor einer Fortsetzung der Ukraine Krise: „Es ist ein neues Risiko für die Weltwirtschaft“, sagte sie dem Handelsblatt (Montagsausgabe). „Die Krise in der Ukraine ist eine Gefahr, die man nur sehr schwer messen oder deren Ansteckungsgefahr für andere Länder man kaum vorhersagen kann. Dennoch kann das schwerwiegende ökonomische Folgen haben.“

Gleichzeitig verdeutlichte die Französin die enormen Kosten, die auf die internationale Gemeinschaft zukommen, um die Ukraine zu unterstützen. Der IWF hatte der Ukraine bereits Finanzhilfe über 17 Milliarden Dollar zur Verfügung gestellt. „Die Ukraine braucht weitaus mehr als 17 Milliarden Dollar“, sagte Lagarde jetzt. „Zum Beispiel bilaterale Hilfen aus dem Ausland und Finanzhilfen von anderen internationalen Finanzinstitutionen. Die internationale Gemeinschaft hat da gar keine Wahl.“

  • 12.05.2014, 13:38 UhrW.Fischer

    Lagarde warnt Europa vor „trügerischer Sicherheit“
    Lagarde ein Sprachrohr der USA-Finanzwelt, sie sollte einmal ernste Worte an ihr Heimatland richten, und nicht den Finger gegen andere heben, denn es zeigen immer drei Finger auf sich selbst.
    Eine Aufpasserin in Diensten der USA braucht Europa nicht.

  • Die aktuellen Top-Themen
Rede Draghis in Wyoming: Weiter sinkende Inflation könnte EZB alarmieren

Weiter sinkende Inflation könnte EZB alarmieren

EZB-Chef Draghi trifft die Zentralbanker der Welt in Jackson Hole in Wyoming und spricht über die wirtschaftliche Entwicklung in der Europäischen Union. Einen weiteren Rückgang der Inflation will er aufhalten.

Wirtschaftspolitik: SPD sucht nach neuem Profil

SPD sucht nach neuem Profil

Die SPD erhofft sich von einem wirtschaftsfreundlicherem Kurs bessere Umfragewerte. Deshalb soll ein neues Wirtschaftsprofil her. Außerdem berät die SPD über den weiteren Kurs in der Koalition.

Folgen des Weltkrieges: Der neue Osten

Der neue Osten

Als Spielball der europäischen Mächte wurde Polen als eigenständiger Staat ausgelöscht. Der Erste Weltkrieg war für das Land auch eine Chance, seine Unabhängigkeit zurückzugewinnen. Nur ein Beispiel für den neuen Osten.

  • Konjunkturtermine
Konjunkturtermine: Wochenvorschau

Wochenvorschau

Die wichtigsten Ereignisse und Indikatoren in Europa und International