Jahresbeginn: Mehrwertsteuer verhagelt Einzelhandel das Geschäft

Jahresbeginn
Mehrwertsteuer verhagelt Einzelhandel das Geschäft

Die höhere Mehrwertsteuer hat den Einzelhändlern zu Jahresbeginn das Geschäft verhagelt. Der Umsatz sank von Dezember auf Januar um 4,5 Prozent und inflationsbereinigt (real) um 5,1 Prozent, wie das Statistische Bundesamt am Freitag mitteilte.

HB WIESBADEN. Auch im Vergleich zu Januar 2006 mussten die Händler Einbußen hinnehmen: Hier betrug das Minus 0,5 und real 1,4 Prozent. „Das ist genau die Mehrwertsteuer-Delle, die wir befürchtet hatten“, sagte Hubertus Pellengahr vom Branchenverband HDE.

Sie fiel stärker aus als von Experten erwartet. Von der Nachrichtenagentur Reuters befragte Analysten hatten im Schnitt nur ein reales Umsatzminus von 1,4 Prozent zum Vormonat und von 0,8 Prozent im Jahresvergleich erwartet. Die Statistiker deuteten allerdings an, dass es erfahrungsgemäß eine Aufwärtsrevision der Daten geben werde.

Den stärksten Rückgang verzeichnete der Einzelhandel in Waren- und Kaufhäusern. Hier sank der Umsatz um 4,8 und real um 5,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Der Versandhandel musste ein Minus von 2,4 und real von 2,7 Prozent hinnehmen. Auch die Lebensmittelhändler hatten weniger in den Kassen: Die Erlöse gingen um 0,4 und real um 2,6 Prozent zurück.

„Dass es nicht noch schlimmer gekommen ist, haben die Rabattaktionen verhindert“, sagte Pellengahr. Den Statistikern zufolge sorgten Preisnachlässe für Unterhaltungselektronik und Zubehör dafür, dass sich der Facheinzelhandel mit Einrichtungsgegenständen, Haushaltsgeräten und Baubedarf erfolgreich gegen den Abwärtstrend stemmte. Hier wurde ein Plus von 2,4 und real von 3,3 Prozent erzielt.

Trotz des enttäuschenden Jahresauftakts rechnet der HDE für 2007 weiter mit einem Umsatzplus von 0,5 bis 1,0 Prozent. Auf Basis konstanter Preise werde es allerdings ein Minus von etwa einem Prozent geben. „Und zwar ausschließlich wegen der Mehrwertsteuer“, sagte Pellengahr.

Bankenexperten zeigten sich vom deutlichen Umsatzrückgang im Januar überrascht. „Das ist schon ein Hammer“, sagte Sebastian Wanke von der DekaBank. „Das übertrifft die schlimmsten Befürchtungen.“ Auch für Februar sei keine Besserung zu erwarten, da die Rabattaktionen größtenteils ausgelaufen seien.

Für 2007 insgesamt bleiben die meisten Experten aber optimistisch und verweisen auf die Belebung am Arbeitsmarkt und die erwarteten deutlichen Lohnsteigerungen. „Dadurch wird sich der private Konsum in den nächsten Monaten wieder berappeln“, sagte Ulrike Kastens von Sal. Oppenheim. In der zweiten Jahreshälfte werde er wieder spürbar zum Wachstum beitragen.

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