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Jürgen Stark: EZB-Chefvolkswirt sieht Stabilisierung der Wirtschaft in Sicht

Nach Einschätzung des EZB-Chefökonom Jürgen Stark könnte eine baldige Stabilisierung der Weltwirtschaft kurz bevorstehen. Für die kommende Zinsentscheidung der EZB sieht er "maßvollen Spielraum" nach unten.

Nach Einschätzung von EZB-Chefvolkswirt Jürgen Stark könnte sich die globale Wirtschaft schon bald stabilisieren. Quelle: ap
Nach Einschätzung von EZB-Chefvolkswirt Jürgen Stark könnte sich die globale Wirtschaft schon bald stabilisieren. Quelle: ap

HB SIEGEN. Es gebe Anzeichen dafür, "dass sich die Geschwindigkeit der Talfahrt der Weltwirtschaft verlangsamt und wir einer Stabilisierung näher kommen, die in eine graduelle wirtschaftliche Erholung im Laufe des Jahres 2010 einmünden dürfte", sagte Stark laut Redetext am Mittwochabend in Siegen. Er bekräftigte damit frühere Äußerungen von EZB-Präsident Jean-Claude Trichet und anderer Notenbanker.

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Die Europäische Zentralbank (EZB) entscheidet kommende Woche über ihr weiteres Vorgehen im Kampf gegen die Krise. Stark sagte in Siegen, die Notenbank verfüge noch über "maßvollen Spielraum" bei ihrer Zinspolitik. Von Reuters befragte Volkswirte rechnen unisono damit, dass die Währungshüter ihren Leitzins am 7. Mai um einen viertel Prozentpunkt auf dann ein Prozent senken.

Spannend bleibt die Frage, welche zusätzlichen Maßnahmen die EZB noch ergreifen will. Notenbankchef Trichet hatte bereits beim jüngsten Zinsentscheid Anfang dieses Monats für Mai eine Grundsatzentscheidung dazu angekündigt. Stark ging am Mittwoch nicht auf die diversen Möglichkeiten ein, die der EZB zur Verfügung stehen. Die Maßnahmen würden dann eingesetzt, wenn die Zinsuntergrenze der Notenbank erreicht sei. Wann dieser Punkt erreicht sein wird, sorgt seit Wochen für Disput im EZB-Rat. Stark betonte, dass die EZB im Kampf gegen die Krise bereits zahlreiche Gegenmaßnahmen eingeleitet habe. Die Ausweitung der den Geschäftsbanken zur Verfügung gestellten Liquidität habe die Zentralbankbilanz stark aufgebläht, auf mittlerweile knapp ein Fünftel der Wirtschaftsleistung der Mitgliedsländer der Währungsunion. "Es ist jedoch wichtig zu betonen, dass die von uns ergriffenen Liquiditätsmaßnahmen temporärer Natur sind und automatisch zurückgeführt werden, sobald sich die Lage an den Geld- und Finanzmärkten wieder entspannt", sagte das deutsche Mitglied der sechsköpfigen Führungsriege der EZB.

Die Angst vor einer Geldentwertung - also Inflation - durch die kräftige Ausweitung der Geldmenge sei deshalb unbegründet, sagte Stark mit Blick auf entsprechende Befürchtungen. Auch für eine Deflation, bei der sinkende Preise zu einer Abwärtsspirale der Konjunktur führen, gebe es keine Anhaltspunkte, sagte Stark. "Gegenwärtig sehen wir ein solches Risiko als sehr gering an."

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