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Juli-Daten: „Heftigste Rezession seit 60 Jahren ist vorbei“

Die Rezession in Deutschland, aber auch in der gesamten Euro-Zone verliert an Schärfe. Das spüren auch deutsche Unternehmen. Sie geben sich immer zuversichtlicher und bewerteten laut dem Ifo-Geschäftsklimaindex sowohl ihre Geschäftslage als auch die Aussichten für das nächste halbe Jahr besser. Dennoch gebe es weiter große Risiken für die Konjunktur, warnen die Experten.

Noch in diesem Quartal sieht Deutschland wieder Licht am Ende des Konjunkturtunnels, meinen die Ifo-Forscher. Quelle: dpa
Noch in diesem Quartal sieht Deutschland wieder Licht am Ende des Konjunkturtunnels, meinen die Ifo-Forscher. Quelle: dpa

HB BERLIN. Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft hat sich im Juli überraschend deutlich aufgehellt. Der Ifo-Geschäftsklimaindex stieg auf 87,3 Zähler von 85,9 Punkten im Vormonat, wie das Münchner Institut für Wirtschaftsforschung (Ifo) am Freitag mitteilte. Das ist bereits der vierte Anstieg in Folge.

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Analysten hatten lediglich mit einem Anstieg auf 86,5 Zähler gerechnet. Die 7000 befragten Unternehmen bewerteten sowohl ihre Geschäftslage als auch die Aussichten für das nächste halbe Jahr besser.

Die Rezession der deutschen Wirtschaft wird demnach nach Einschätzung der Ifo-Experten wohl im Sommer zu Ende gehen. "Es scheint, dass die Wirtschaft wieder Tritt fasst", erklärte Ifo-Präsident Hans- Werner Sinn. "Wir werden im dritten Quartal wieder eine positive Wachstumsrate haben", sagte auch Ifo-Konjunkturexperte Klaus Abberger der Nachrichtenagentur Reuters. Das heiße aber noch nicht, dass Deutschland dann wieder stark wachse. Es werde langsam nach oben gehen. Die Lage sei noch immer ernst. Es gebe weiter große Risiken für die Konjunktur - vor allem durch vermutlich steigende Arbeitslosenzahlen und die restriktive Kreditvergabe der Banken. Der Ifo-Index gilt als wichtigster Frühindikator der deutschen Wirtschaft.

Dass ein Ende der Talfahrt erreicht sein könnte, ergeben auch am Freitag vorgelegte Umfragen der Marktforscher von Markit unter Unternehmen in Deutschland und der Euro-Zone. Sowohl die Industrie als auch die Dienstleister näherten sich demnach im Juli der Wachstumsschwelle. "Besonders die Industrie profitiert von der wieder anziehenden Weltwirtschaft und baut ihre in der Krise geleerten Lager wieder auf", sagte Markit-Chefvolkswirt Chris Williamson. Allerdings werde dies der Wirtschaft möglicherweise nur vorübergehend Auftrieb geben.

Auch andere Ökonomen zeigten sich angesichts der Ifo- und Euro-Raum-Daten äußerst optimistisch hinsichtlich der weiteren konjunkturellen Entwicklung. „Die schlimmste Rezession seit 60 Jahren liegt nun definitiv hinter uns“, hieß es in einer Unicredit-Studie. Im dritten Quartal erwartet die bank nunmehr ein Wirtschaftswachstum von 0,3 Prozent und im Schlussquartal ein Wachstum von 0,4 Prozent. Allerdings blicken die Experten weiter skeptisch auf die konjunkturelle Entwicklung im kommenden Jahr.

"Die größte Abschwungdynamik der deutschen Wirtschaft liegt wohl hinter uns", heißt es auch in einer Kurzstudie der Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba). Hierauf deuteten auch die deutlich gestiegenen Einkaufsmanagerindizes im Juli hin. "Mit dem Anstieg der Ifo-Lagekomponente wurde der letzte Baustein geliefert", sagte Dekabank-Experte Andreas Scheuerle. Aus deutscher Sicht seien der Anstieg der Lagekomponente sowie des Einkaufsmanagerindex die zwei herausragenden Dinge. Die Daten seien "wunderschön". Die Erholung sei dabei durch den Export getrieben. Damit sei das klassische Muster einer Konjunkturerholung in Gang, auch wenn der Konsum im zweiten Halbjahr wegen der steigenden Arbeitslosigkeit negativ auffallen werde. Der konjunkturelle Tiefpunkt sei aber durchschritten. "Das Schlimmste haben wir gesehen", sagte Scheuerle. Im dritten Quartal dürfte die deutsche Wirtschaft wieder wachsen.

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