Juni-Zahlen der Bundesagentur
Sommerflaute lässt Arbeitslosigkeit steigen

Trotz der Sommerpause zeigte sich der Arbeitsmarkt im Juni relativ robust. Für die kommenden Monate erwartet die Bundesagentur jedoch eine verhaltenere Entwicklung. An ihrer Jahresprognose hält die Behörde aber fest.
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NürnbergNach einer unerwartet guten Entwicklung in den vergangenen Monaten könnte der Aufschwung auf dem deutschen Jobmarkt in den kommenden Monaten an Tempo verlieren. Im Juli verpasste die übliche Sommerflaute dem Arbeitsmarkt mit einem Anstieg der Erwerbslosigkeit um 61 000 auf 2,773 Millionen bereits einen kleinen Dämpfer. Überraschend für Experten: Auch saisonbereinigt stieg die Arbeitslosigkeit deutlich an. Die Bundesagentur für Arbeit (BA) beurteilte den Jobmarkt bei der Vorlage der jüngsten Statistiken am Donnerstag in Nürnberg dennoch weiter als robust.

Für die nächsten drei Monate erwartet BA-Chef Frank-Jürgen Weise aber nur eine stabile und daher auch nicht wirklich verbesserte Arbeitsmarktlage. Auch die Forscher vom Nürnberger Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung hatten den Arbeitsmarkt zuletzt weiter „in ruhigem Fahrwasser“ gesehen. Umgekehrt bedeute dies jedoch, dass es für einen deutlichen Abbau der Arbeitslosigkeit derzeit nicht reiche. Gerade Langzeitarbeitslose und Geringqualifizierte dürften es daher in den nächsten Monaten noch schwerer haben als bisher, einen Job zu finden.

Dennoch ist die Lage alles andere als schlecht: Für das Gesamtjahr erwartet die BA im Schnitt 2,79 Millionen Arbeitslose. Sollte es dabei bleiben, wäre es der beste Jahresdurchschnitts-Wert seit der Erhebung der gemeinsamen Zahlen nach der Wiedervereinigung.

Auch im Juli gab es trotz Sommerflaute und zahlreicher internationaler Krisen mit 2,773 Millionen so wenige Jobsucher wie zuletzt Anfang der 1990er-Jahre. Die Arbeitslosenquote legte zwar um 0,1 Punkte auf 6,3 Prozent zu. Doch gemessen am Vorjahr sank die Zahl der Erwerbslosen um 99 000.

Hauptursache für den Anstieg im Vergleich zum Juni war laut Weise die Arbeitssuche junger Menschen, die sich nach abgeschlossener Schul- oder Berufsausbildung vorübergehend arbeitslos melden. Zudem verschöben viele Betriebe Neueinstellungen traditionell auf den Herbst. Dann werde die Zahl der Jobsucher – wie in jedem Jahr – auch wieder deutlich zurückgehen, sagte Weise. Ein weiterer Grund für die Zunahme im Juli: Weniger Menschen waren in Förderprogrammen.

Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles (SPD) beurteilte die Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt als gut und verwies auf die weiterhin hohe Nachfrage nach Arbeitskräften. Die Zahl der offenen Stellen war im Juli erneut auf nunmehr 589 000 gestiegen. „Die Einstellungsbereitschaft der Unternehmen ist sehr hoch“, sagte auch BA-Chef Weise. Nahles teilte mit: „Das stärkt die Hoffnung vieler Menschen, die noch nicht in Beschäftigung sind.“

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„Stabile Arbeitsmarktlage darf kein Ruhekissen sein“

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