Kapitalfluss: China investiert elf Milliarden in Deutschland

Kapitalfluss
China investiert elf Milliarden in Deutschland

Unter den Europäern hat die Investitionsfreude in China nachgelassen. Umgekehrt rollen Rekordmeldungen in die Bücher: China hebt seine Auslandsinvestitionen immens an. Deutschland profitiert davon besonders.
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PekingDie chinesische Auslandsinvestitionen sind im vergangenen Jahr sprunghaft um 40 Prozent auf die Rekordhöhe von 180 Milliarden Euro gestiegen. Deutschland hat in der Europäischen Union mit elf Milliarden Euro das meiste Kapital aus China angezogen, gefolgt von Großbritannien, wie aus einer Studie des Berliner China-Instituts Merics und der Rhodium Gruppe hervorgeht. Die Chinesen sind besonders an Hochtechnologie und fortschrittlichen Produktionsanlagen interessiert, was zunehmend Widerstand auslöst.

Umgekehrt sind die Europäer 2016 zögerlicher geworden, in China zu investieren. Im vierten Jahr in Folge fielen die europäischen Investitionen in China auf zuletzt nur noch acht Milliarden Euro - gut ein Viertel der chinesischen Investitionen in der EU. Ursache für den Rückgang sind das sinkende Wachstum in China, rückläufige Gewinnmargen und Hürden für ausländische Investoren.

Chinesische Unternehmen investierten hingegen mit 35 Milliarden Euro um 77 Prozent mehr in Europa als im Vorjahr. 31 Prozent der Investitionen wurden allein in Deutschland getätigt. Es war das erste Mal, dass mehr Kapital aus China nach Deutschland floß als umgekehrt.

„Chinas Ambitionen und konkrete Strategien, im industriepolitischen Wettbewerb aufzuholen, werden deutsche Unternehmen und Technologieführerschaft in einigen Industrien vor massive Herausforderungen stellen“, sagte Mikko Huotari von Merics. „Übernahmen spielen für diese - legitime - Aufholjagd eine wichtige Rolle.“ Es müsse aus deutscher Perspektive zumindest sichergestellt werden, dass sie den Prinzipien eines fairen Wettbewerbs folgten.

Die Studie rechnet in diesem Jahr nicht mehr mit ähnlichen starken Wachstumsraten für Chinas Auslandsinvestitionen wie 2016. Die Kontrolle der Transaktionen sei verschärft worden, weil die starke Kapitalabwanderung die Politiker in Peking auch nervös mache. Auch wächst in Deutschland und Europa die Sorge vor einem Ausverkauf und die Abwehrhaltung gegen Übernahmen.

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