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Konjunktur: Allianz malt rosiges Konjunkturbild für 2009

exklusiv Ist die Hoffnung auf eine schnelle Konjunkturwende berechtigt? Wie so oft in der Ökonomie gibt es darauf keine eindeutige Antwort. Tatsächlich deutet das starke Auftrags- und Produktionsplus der deutschen Industrie im Juni darauf hin, dass der Boden erreicht sein könnte. Die Allianz rechnet gar mit einer "recht deutlichen" Erholung. Doch der deutsche Exportmotor stottert noch.

Das Bild der Konjunktur ist je nach Standpunkt des Betrachters mal hell, mal dunkel. Quelle: ap
Das Bild der Konjunktur ist je nach Standpunkt des Betrachters mal hell, mal dunkel. Quelle: ap

DÜSSELDORF. Der Chefvolkswirt der Allianz, Michael Heise, hält angesichts des starken Anstiegs der Produktion im verarbeitenden Gewerbe und der unerwartet guten Auftragslage in der Industrie eine schnelle Konjunkturwende noch in diesem Jahr für möglich. "Die positiven Indikatoren bestätigen unserer Auffassung, dass die Weltwirtschaft den Schock der Finanzmarktkrise überwunden hat und sich recht deutlich erholen wird", sagte Heise am Freitag im Gespräch mit Handelsblatt.com. Zur Jahresmitte 2009 werde eine Konjunkturerholung beginnen. "Das deutsche Bruttoinlandsprodukt, das sich bereits im 2. Quartal 2009 stabilisiert haben dürfte, wird nach unserer Einschätzung im 3. Quartal 2009 im Vergleich zum Vorquartal bereits wieder recht kräftig wachsen."

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Heise zeigte sich überzeugt, dass sich diese positive Entwicklung auch Ende 2009, Anfang 2010 fortsetzen werde. Er räumte zugleich aber auch ein: "Angesichts der globalen Unsicherheiten bestehen natürlich Risiken für den beginnenden Aufschwung." Daher sei eine Unterstützung der Wirtschaft durch die Politik "nach wie vor erforderlich".

Auch Bundesfinanzminister Peer Steinbrück sieht Anzeichen für ein Ende des Wirtschaftsabschwungs. „Es gibt die ersten Indikatoren, die darauf hinweisen, dass wir die Talsohle erreicht haben könnten“, sagte der SPD-Politiker in der ARD. Zu weit aus dem Fenster lehnen wollte sich Steinbrück aber nicht. Er bleibe sehr vorsichtig, da ihm eine Fehleinschätzung in einem halben Jahr „um die Ohren gehauen“ werden könnte.

Steinbrück warnte zudem vor einer drohenden Kreditverknappung: „Gesamtwirtschaftlich haben wir bisher keine Kreditklemme. (...) Aber das Bild ist sehr vielschichtig“, sagte er. „Einzelne Branchen haben Schwierigkeiten: die Automobilindustrie, Zulieferer, Werften, Elektroindustrie, Maschinenbau, ganz kleine Unternehmen, ganz große Unternehmen.“ Die Situation könne sich verschärfen. „Die Banken betreiben im Augenblick eine Politik, wo sie höhere Risikoprämien auf die jeweiligen Kredite legen und dies wird eventuell überkompensiert - wie ich hoffe - durch die Zinssenkungen (der EZB)“, sagte Steinbrück. Im Kampf gegen eine Kreditverknappung hatte er den Kauf von Unternehmensanleihen durch die Bundesbank ins Spiel gebracht.

Bundeskanzlerin Angela Merkel machte deutlich, dass ein Konsolidierungskurs nicht sofort eingeschlagen werden könne, wenn die Talsohle des wirtschaftlichen Abschwungs erreicht wird. Die CDU-Politikerin sagte beim G8-Gipfel im italienischen L'Aquila, nötig sei ein langsames, zielgerichtetes Umsteuern von expansiver auf nachhaltige Politik. Deutschland wie auch andere Staaten haben milliardenschwere, auf Pump finanzierte Programme aufgelegt, um die Folgen der weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise abzumildern.

Der Internationale Währungsfonds (IWF) hatte seine Prognose für das Wachstum der Weltwirtschaft im kommenden Jahr leicht auf 2,5 Prozent erhöht. Gleichzeitig jedoch hatte er gewarnt, dass die Erholung nur zögerlich in Gang kommen werde.

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