Konjunktur: Auftragsbücher der Industrie überraschend dünner

Konjunktur
Auftragsbücher der Industrie überraschend dünner

Der Start der deutschen Industrie in das Jahr ging daneben: Im Februar gingen die Bestellungen den zweiten Monat in Folge zurück. Ökonomen hatten ein Plus erwartet. Trotzdem ist das Wirtschaftsministerium optimistisch.
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BerlinDie deutsche Industrie hat im Februar den zweiten Monat in Folge überraschend weniger Aufträge erhalten. Damit zeichnet sich ab, dass der Aufschwung womöglich doch nicht so stark ausfällt wie bisher erhofft. Die Bestellungen sanken um 0,9 Prozent zum Vormonat, wie das Bundeswirtschaftsministerium am Mittwoch mitteilte. Von Reuters befragte Ökonomen hatten hingegen mit plus 1,5 Prozent gerechnet.

Das Ministerium sprach von einem schwachen Start ins Jahr, betonte aber, in der Industrie dürfte es tendenziell nach oben gehen. Commerzbank-Experte Ralph Solveen warnte jedoch: „Die Auftragszahlen sind eine erneute Mahnung, den Konjunkturoptimismus nicht zu übertreiben.“

Bereits im Januar hatten die Unternehmen einen Orderrückgang von 2,6 Prozent verbucht - wie nun im Februar gab es weniger Großaufträge als sonst. Dies kommt eher überraschend, denn die Stimmung der Firmen in Deutschland hatte sich zuletzt fünfmal in Folge verbessert, wie aus der Ifo-Umfrage unter rund 7000 Managern hervorgeht.

„Die Auftragseingänge halten derzeit mit der Stimmungsaufhellung der Unternehmen nicht Schritt“, sagte Dekabank-Ökonom Andreas Scheuerle dazu. In der Weltwirtschaft laufe es derzeit nicht rund. „Aus den meisten Regionen von den USA über Brasilien bis nach Japan werden schwache Konjunkturdaten gemeldet.“

Deshalb würden klassische deutsche Exportgüter – wie Maschinen und Anlagen – derzeit anders als Konsumgüter nicht mehr so stark nachgefragt. Zunächst werde der private Konsum die heimische Wirtschaft im ersten Quartal spürbar anschieben. „Danach wird die deutsche Konjunktur erst einmal einen Gang zurückschalten“, sagte Scheuerle.

Die Bestellungen aus dem Ausland sanken im Februar um 1,6 Prozent und damit erstmals seit rund einem Jahr in zwei Monaten hintereinander. Die Inlandsaufträge stagnierten. Commerzbank-Fachmann Solveen sieht dies als Beleg, dass die Firmen ihre Investitionen allenfalls leicht steigern. Die Nachfrage nach Investitionsgütern wie Maschinen und Fahrzeugen fiel um 1,1 Prozent, die nach Vorleistungen wie Chemikalien um 1,2 Prozent. Nur bei Konsumgütern gab es ein Plus von 2,9 Prozent.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Na, die Briten z. B. Da scheint es gerade zu boomen. Und die waren so clever, nicht den Euro einzuführen. Hmm, es scheint fast so, dass die von CDU/CSU, SPD, Grünen und Linken unterstützte unsoziale Geldpolitik zwar erfolgreich den Unterschied zwischen arm und reich immer größer werden lässt, indem Arbeitseinkommen immer mehr entwertet werden, während wir eine Inflation bei Vermögenswerten haben, die erwarteten positiven Effekte der Weichwährung Euro aber nicht eintreten.
    Ich frage mich, wer von denjenigen, die durch Arbeit richtig fett Steuern erwirtschaften, heutzutage noch die oben genannten Parteien wählt.

  • Herr Ebert Bernd-Thomas@Muss man immer danebenliegen..
    Ja, ist doch eine Wissenschaft.

  • Ökonomen hatten anderes erwartet: so wie beim Mindestlohn, der doch massenhaft Arbeitsplätze kosten sollte. Muss man immer danebenliegen um als Ökonom anerkannt zu werden?

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