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Konjunktur: Bundesregierung sieht die Wende kommen

Es geht wieder aufwärts: Die Bundesregierung sieht einem Zeitungsbericht zufolge bei der Konjunktur eine positive Trendwende kommen. Es deute sich ein absehbares Ende der Schwächephase hin – auch international.

Verladung von Containern im Hamburger Hafen: Die Konjunktur erholt sich. Quelle: dpa
Verladung von Containern im Hamburger Hafen: Die Konjunktur erholt sich. Quelle: dpa

BerlinDie Bundesregierung sieht einem Zeitungsbericht zufolge bei der Konjunkturentwicklung in Deutschland eine positive Trendwende kommen. „Die Perspektiven für die deutsche Wirtschaft hellen sich allmählich auf. Die Frühindikatoren deuten auf ein absehbares Ende der aktuellen Schwächephase hin“, heißt es nach Angaben der „Passauer Neuen Presse“ im Bericht des Bundeswirtschaftsministeriums zur wirtschaftlichen Lage in Deutschland im Februar 2013, der am Montag veröffentlicht werden soll.

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Den Angaben zufolge geht das Wirtschaftsministerium von einem Rückgang der gesamtwirtschaftlichen Leistung im vierten Quartal 2012 aus. In diesem Zeitraum habe sich allein die Industrieproduktion um 3,2 Prozent verringert. Inzwischen würden sich jedoch die „Anzeichen für eine baldige Überwindung der Wachstumsschwäche“ verdichten, heißt es laut der „Passauer Neuen Presse“ indem Bericht. So hätten die Industrieaufträge zum Jahreswechsel wiederdeutlich zugenommen.

Die neuen Wachstumsmärkte der deutschen Exporteure

  • Malaysia

    Fast fünf Prozent Wachstum jährlich werden dem aufstrebenden Land bis 2025 vorausgesagt. Im gleichen Zeitraum könnte sich das Bruttoinlandsprodukt verdoppeln. Ein Grund dafür ist die wachsende Wettbewerbsfähigkeit. Im internationalen Standort-Vergleich des World Economic Forum belegt Malaysia Platz 25, knapp hinter Deutschlands wichtigstem Handelspartner Frankreich (21), aber noch vor China (29) und Italien (42). "Malaysia ist eine der offensten Volkswirtschaften der Welt", lobt das Prognos-Institut.

  • Indonesien

    Das muslimisch geprägte Land lockt mit einem riesigen Binnenmarkt: Indonesien ist gemessen an der Bevölkerung die Nummer vier der Welt. 240 Millionen Einwohner leben hier. Bis 2060 wird Indonesien zur sechstgrößten Volkswirtschaft der Welt aufrücken und Deutschland überholen, sagt die Industriestaaten-Organisation OECD voraus. "Das rohstoff- und bevölkerungsreiche Land wird 2012 und 2013 um mehr als sechs Prozent wachsen", prognostiziert der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK). "Die Wirtschaft des Inselreichs profitiert von niedrigen Zinsen und einer niedrigen Inflation."

  • Kolumbien

    Reiche Rohstoffvorkommen von Kohle über Öl und Gold bis zu Seltenen Erden, die Öffnung der Volkswirtschaft und nicht zuletzt eine deutlich verbesserte Sicherheitslage durch die Friedensgespräche mit den marxistischen FARC-Rebellen lassen auch hier ein jährliches Wirtschaftswachstum um die fünf Prozent erwarten. Für die Weltbank zählt Kolumbien zur Spitzengruppe in den lateinamerikanischen Staaten, wenn es um den Schutz geistigen Eigentums und Regulierung geht. "Das Land wird damit für ausländische Investoren interessanter", so der DIHK. Zusätzliche Impulse kommen von dem in Kraft getretenen Freihandelsabkommen mit der Europäischen Union. Der DIHK hält deshalb sowohl bei den Importen als auch bei den Exporten Steigerungsraten von mehr als 20 Prozent für möglich.

  • Peru

    Noch mehr Wachstum wird Peru vorausgesagt: Sechs Prozent kann die Wirtschaftsleistung dort pro Jahr zulegen. Auch Peru hat ein Freihandelsabkommen mit der EU unterzeichnet und verfügt über viele Rohstoffe. Der DIHK hält deshalb ein Ausweitung des Handels um mehr als 20 Prozent für möglich. Besonders gefragt sein dürften Fahrzeuge. Dieser Markt lockt dem Prognos-Institut zufolge mit jährlichen Steigerungsraten von sieben Prozent.

  • Tunesien

    Das World Economic Forum hält Tunesien, wo der arabische Frühling begann, für das wettbewerbsfähigste Land Afrikas. "Zu den größten Pluspunkten gehören die geografische Nähe zu Europa, eine belastbare Infrastruktur sowie die günstigen Lohnkosten", betont das Prognos-Institut. "Das Bildungssystem ist im regionalen Vergleich gut ausgebaut. Zudem haben zahlreiche Tunesier im Ausland studiert."

  • Vietnam

    Schon jetzt zählt das asiatische Land mehr Einwohner als Deutschland, 2025 sollen es fast 100 Millionen sein. "Die konsumfreudige und zunehmend kaufkräftige Bevölkerung verspricht ein gewaltiges Absatzpotenzial: In kaum einem anderen Land Asiens wächst die Mittelschicht schneller als in Vietnam", so das Prognos-Institut. Mehr als sechs Prozent jährlich soll das Bruttoinlandsprodukt zulegen. Vietnam verfügt über unzählige billige Arbeitskräfte. Viele Unternehmen haben ihre Produktion deshalb schon aus dem teurer werdenden China in das Nachbarland verlagert.

Das Bundeswirtschaftsministerium erwartet den Angaben zufolge auch international eine Entspannung der Wirtschaftsentwicklung. Der Tiefpunkt der Schwächephase scheine bereits durchschritten zu sein: „Mit der sich abzeichnenden Belebung des weltwirtschaftlichen Umfelds dürfte die wettbewerbsfähige deutsche Wirtschaft im Jahresverlauf allmählich an Dynamikgewinnen.“

Laut dem Bericht ist auch am deutschen Arbeitsmarkt mit einer günstigen Entwicklung zurechnen. Die seit dem Frühjahr 2012 moderate Zunahme der saisonbereinigten Arbeitslosigkeit scheine vorerst gestoppt zu sein: „Die Frühindikatoren zeichnen ebenfalls eine verhalten positive Entwicklung für die weitere Entwicklung am Arbeitsmarkt.

  • 11.02.2013, 08:28 UhrWende-fuer-wen

    Bundesregierung -> Wirtschaftsministerium -> Herr Rösler

    Die Halbwertszeit von Herrn Röslers Aussagen sind wohl allen bekannt. Diese Meldung dient doch lediglich dazu, die sich andeutenden Stimmenverluste von FDP und CDU zu stoppen.

    Trotz der Lohnsteigerungen der letzten Jahre liegt der inflationsbereinigte Reallohn von 2012 noch unter dem Reallohn von 2000! Und dies gilt nur für Arbeitnehmer, welche nach Tarif bezahlt werden. Millionen Aufstocker und Leiharbeiter werden von Jahr zu Jahr ärmer!

    Es werden einerseits tausende Arbeitsplätze abgebaut (allein 11.000 bei Eon) und andererseits Dividenden in Milliardenhöhe ausgeschüttet (über 2 Milliarden EUR allein von Eon).

    So sieht Röslers Wende aus!

  • 11.02.2013, 08:44 UhrFredi

    Herr Rößler muß auch die Wende kommen sehen. Wer denn sonst? Die Bürger, die den Wohlstand der Reichen erarbeiten werden wohl wieder nichts sehen, wie beim letzten Aufschwung.
    Und es ist Abwahljahr, da ist Zweckoptimismus angesagt.

    Übrigens, das Licht am Ende des Tunnels ist manchmal der Gegenzug!

  • 11.02.2013, 08:52 UhrVicario

    Zitat : Bundesregierung sieht die Wende kommen

    Wir werden in diesem Jahr noch viel krassere Lügen aufgetischt bekommen : im Wahljahr ist wohl noch mehr erlaubt als sonst !

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