Konjunktur der Industrie
Deutsche Industrie erhält weniger Aufträge

Die Geschäftszahlen der deutschen Industrie waren im Mai in geringem Maße rückläufig. Dennoch zeichnet sich Belebung im zweiten Quartal ab. Experten sehen in Griechenland allerdings weiterhin einen Unsicherheitsfaktor.
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BerlinDie deutsche Industrie hat im Mai weniger Aufträge erhalten. Die Bestellungen schrumpften um 0,2 Prozent zum Vormonat, erklärte das Bundeswirtschaftsministerium am Montag in Berlin. Ökonomen hatten sogar ein Minus von 0,4 Prozent erwartet. Im April und Mai lag das Auftragsvolumen zusammen um deutliche 2,5 Prozent über dem Niveau des ersten Quartals. „Die Industriekonjunktur in Deutschland nimmt etwas Fahrt auf“, erklärte das Ministerium deshalb.

Volkswirte sehen das ähnlich. „In der Auftragsentwicklung steckt wieder Dynamik“, sagte Ökonom Rainer Sartoris von HSBC Trinkaus. Allerdings bleibt ein großes Fragezeichen, wie sein Kollege Stefan Kipar von der BayernLB betonte: „Man muss abwarten, wie sich der Faktor Griechenland auswirken wird“. Die dortige Krise könnte auch auf andere Euro-Länder durchschlagen und zu weniger Investitionen führen, was wiederum die exportabhängige deutsche Wirtschaft treffen würde.

Das Auslandsgeschäft wuchs im Mai um 0,2 Prozent. Während die Nachfrage aus den Euro-Ländern um 1,5 Prozent abnahm, legte die aus dem Rest der Welt um 1,2 Prozent zu. Die Aufträge aus Deutschland schrumpften um 0,6 Prozent und damit bereits den zweiten Monat in Folge.

Das Volumen an Großaufträgen fiel für einen Mai insgesamt „stark unterdurchschnittlich aus“, betonte das Ministerium. Innerhalb der Industriesparten meldeten nur die Hersteller von Vorleistungsgütern wie Verpackungen ein Auftragsplus. Es lag bei 1,3 Prozent. Die Nachfrage nach Investitionsgütern wie Maschinen und Fahrzeuge nahm hingegen um 0,8 Prozent ab, die nach Konsumgütern um 1,2 Prozent

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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