Konjunktur
Deutsche Exporte sinken überraschend stark

Die Unternehmen aus Deutschland haben im Juni weniger Waren ins Ausland verkauft als erwartet worden war. Zwar war das erste Halbjahr 2017 insgesamt stark. Der Rückgang im Vergleich zu Mai ist aber deutlich.
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Die deutschen Exporte sind im Juni so kräftig gesunken wie seit fast zwei Jahren nicht mehr. Sie schrumpften um 2,8 Prozent zum Vormonat, wie das Statistische Bundesamt am Dienstag mitteilte. Mit dem größten Minus seit August 2015 endete eine Serie von fünf Anstiegen in Folge. Von Reuters befragte Ökonomen hatten lediglich einen kalender- und saisonbereinigten Rückgang von 0,3 Prozent erwartet, nachdem es im Mai noch um 1,5 Prozent nach oben gegangen war. Die Importe fielen sogar um 4,5 Prozent und damit so kräftig wie seit Januar 2009 nicht mehr.

Die Bilanz des ersten Halbjahres 2017 fällt insgesamt dennoch positiv aus. Die Unternehmen lieferten Waren im Gesamtwert von 638,4 Milliarden Euro ins Ausland. Das waren 6,1 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum.

Im Juni verkauften die Unternehmen Waren im Wert von 107,2 Milliarden Euro ins Ausland, was einer Zunahme von 0,7 Prozent im Vergleich zum Juni 2016 entspricht. Gut liefen die Geschäfte mit den anderen Euro-Ländern, die um 2,7 Prozent zulegten. Viele Staaten – darunter der nach den USA größte Exportkunde Frankreich – befinden sich in einem Aufschwung. Die Ausfuhren die Länder außerhalb der Europäischen Union – von den USA bis China – nahmen dagegen um 1,7 Prozent ab.

Die deutschen Exporte übertrafen die Importe saison- und kalenderbereinigt um 21,2 Milliarden Euro. Das ist der größte Überschuss seit August 2016. Deutschland steht wegen seines enormen Leistungsbilanzüberschusses international am Pranger. Experten wie die vom Internationalen Währungsfonds (IWF) sehen darin auch einen Hinweis darauf, dass Deutschland zu Hause zu wenig investiert, was langfristig das Wachstum dämpfen könne. 

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Konjunktur: Deutsche Exporte sinken überraschend stark"

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  • Exporte an schlechte Schuldner im Ausland und damit immer höhere Target-Forderungen bedeuten, daß der Exporteur seine Waren verschenkt.
    Investitionen im Inland wären wichtiger.

  • Is eh wurschd! Es laufen halt etwas weniger Target2-Forderungen auf.
    Einen Großteil dieser über 800 Milliarden Euro können wir eh abschreiben.
    Hieß es früher "Papier ist geduldig" bedarf es heute einer kurzen Eingabe auf der Ziffern-Tastatur.

  • Um so schneller die Pleite kommt, um so eher ist es vorbei mit den illegalen kriminellemnEindringlingen. Stellt sich nur dir Frage, wohin man selbst geht ?

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