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Konjunktur: Deutsche Industrie verlässt Konjunkturtief

Die deutsche Industrie hat ihre Erholung im Juni mit gedrosselter Geschwindigkeit fortgesetzt. Zwar schränkten die Unternehmen ihre Produktion erneut kräftig ein, wie aus einer am Mittwoch veröffentlichten Markit-Umfrage unter 500 Industriefirmen in Deutschland hervorgeht. Zugleich entspannte sich aber die Nachfrage weiter, die Firmen verzeichneten das geringste Auftragsminus seit neun Monaten.

HB BERLIN. Auch der Beschäftigungsabbau verlor an Tempo. „Die deutsche Industrie ist insgesamt weiter auf dem Weg der Besserung“, schrieben die Experten.

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Der Markit/BME-Einkaufsmanagerindex stieg nach endgültigen Berechnungen um 1,3 auf 40,9 Punkte und erreichte damit den höchsten Stand seit Oktober. In einer ersten Schätzung hatten die Marktforscher lediglich 40,5 Zähler vorhergesagt. Damit ist das Barometer allerdings immer noch weit von der Wachstumsschwelle von 50 Punkten entfernt und signalisiert ein kräftiges Schrumpfen der Wirtschaftsleistung.

Die Unternehmen reduzierten ihre Produktion erneut, das entsprechende Barometer verharrte auf dem Niveau von Mai. „Von den Tiefs zu Jahresbeginn war die Wirtschaftslage in der Industrie jedoch weit entfernt“, schrieben die Experten. Dazu trage der gebremste Nachfragerückgang und das Abarbeiten der Auftragsbestände bei.

Die Auftragsverluste schwächten sich in den vergangenen vier Monaten kontinuierlich ab, das entsprechende Barometer stieg auf 43,2 Punkte. Auch bei den Exportaufträgen war eine Stabilisierung zu erkennen. Dabei berichteten die Umfrageteilnehmer über eine anhaltend schwache Nachfrage aus Großbritannien und der Euro-Zone. Aus China würden dagegen sogar wieder anziehende Bestellungen registriert, hieß es.

Der massive Stellenabbau verliere an Tempo, schrieben die Experten weiter. Zwar reduzierten die Firmen weiterhin die Zahl der Beschäftigten, das Minus war aber so gering wie zuletzt im Januar. „Besonders erfreulich ist, dass sich die Beschäftigungslage in allen drei Hauptbereichen der Industrie ansatzweise stabilisierte.“ Unter dem Strich gingen aber weiterhin zahlreiche Arbeitsplätze verloren. Entlassungen in größerem Umfang konnten nur durch Kurzarbeit, die Nutzung von Gleitzeitguthaben und den Abbau von Zeitarbeitskräften verhindert werden.

Die Industrie leidet unter dem Zusammenbruch des Welthandels, durch den insbesondere die Nachfrage nach Investitionsgütern zurückgeht. Forschungsinstitute, Regierung und Bundesbank erwarten für das laufende Jahr ein Schrumpfen der Wirtschaftsleistung um gut sechs Prozent und einen kräftigen Einbruch bei den Investitionen.

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