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Konjunktur: Deutsche Wirtschaft schrumpft und schrumpft und …

Einbrüche bei Exporten und Investitionen haben die deutsche Wirtschaft zu Jahresbeginn in ihre bislang schwerste Rezession gestürzt. Auch für das laufende Frühjahrsquartal rechnen die meisten Experten mit einer schrumpfenden Wirtschaft. Noch in diesem Jahr ist allerdings eine Rückkehr zu Wachstum möglich.

Noch geht es abwärts mit der Wirtschaft in Deutschland. Quelle: dpa
Noch geht es abwärts mit der Wirtschaft in Deutschland. Quelle: dpa

HB BERLIN. Das Bruttoinlandsprodukt sei im ersten Quartal um 3,8 Prozent im Vergleich zur Vorperiode gesunken, bestätigte das Statistische Bundesamt am Dienstag seine erste Schätzung vom 15. Mai. Das war der größte Rückgang seit Einführung der Quartalsvergleiche 1970 und bereits das vierte Minus in Folge. „Es sieht nach einer Vollbremsung aus“, sagte Analystin Ulrike Kastens von Sal. Oppenheim. Experten sehen damit den Tiefpunkt der Krise erreicht.

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Zu schaffen machte Exportweltmeister Deutschland der Kollaps des Welthandels. Dadurch brachen die Exporte von Januar bis März um 9,7 Prozent ein. „Die Rezession ist importiert worden“, sagte Dekabank-Experte Andreas Scheuerle. Die Importe gingen um 5,4 Prozent zurück. Wegen der unsicheren Aussichten drosselten die Unternehmen ihre Investitionen drastisch und bauten Lagerbestände ab. Die Wertschöpfung des Produzierenden Gewerbes sank binnen eines Jahres um mehr als ein Fünftel - so stark war der Rückgang noch nie. Lediglich die Verbraucher steigerten ihre Ausgaben. Dabei lockte vor allem die Abwrackprämie die Käufer in die Autohäuser.

Die sinkende Inflation und hohe Lohnabschlüsse hätten den Konsum gestützt, sagte Scheuerle. Zudem wurde ein kräftiger Anstieg der Arbeitslosigkeit bisher noch durch Kurzarbeit aufgefangen. Die Kauflaune der Verbraucher ist bisher ungebrochen; für Juni sagten die Marktforscher der Nürnberger GfK ein stabiles Konsumklima voraus. „Das wird aber nicht so bleiben“, schränkte Scheuerle ein. „Der Konsum wird am Jahresende massiv unter Druck kommen.“

Auch für das laufende Frühjahrsquartal rechnen die meisten Experten mit einer schrumpfenden Wirtschaft, das Minus dürfte aber bei weitem geringer ausfallen als zum Jahresauftakt. Eine Rückkehr zu Wachstum gilt erst am Jahresende als wahrscheinlich.

Auf der deutschen Wirtschaft lastet damit nach dem ersten Quartal eine schwere Hypothek: Selbst wenn die Wirtschaftsleistung in den kommenden Quartalen nicht mehr weiter schrumpft, summiert sich nach Angaben eines Statistikers das Minus für das Gesamtjahr auf 5,8 Prozent. Die Bundesregierung und führende Wirtschaftsforscher erwarten für 2009 ein Minus von sechs Prozent. Das wäre die mit weitem Abstand stärkste Rezession in der Geschichte der Bundesrepublik und weckt Erinnerungen an die Weltwirtschaftskrise Anfang der 1930er Jahre: Im schwärzesten Wirtschaftsjahr der Weimarer Republik 1931 sank die Wirtschaftsleistung um 7,7 Prozent.

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