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Konjunktur: Die Industrie meldet sich zurück

Für die deutsche Industrie geht es wieder deutlich aufwärts: Die Zahl der Aufträge stieg im Mai überraschend stark um 4,4 Prozent. Positive Signale senden auch Stahlbranche und Mittelstand. Dennoch besteht kein Grund zur Entwarnung: Die schwersten Belastungen bei Arbeitsmarkt und Staatsfinanzen liegen noch vor uns.

Die Schornsteine wie hier bei den Thyssen-Krupp-Stahlwerken in Duisburg rauchen wieder. Quelle: ap
Die Schornsteine wie hier bei den Thyssen-Krupp-Stahlwerken in Duisburg rauchen wieder. Quelle: ap

asr/hz/HB BERLIN. Nach dem dritten Auftragsplus in Folge steigen damit die Hoffnungen auf ein Auslaufen der Rezession in den nächsten Monaten. Mehrere Wirtschaftsforschungsinstitute erwarten, dass die Wirtschaftsleistung im dritten Quartal steigen wird. Die Rezession wäre dann nach fünf Quartalen rasanter Talfahrt beendet.

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„Der Weltuntergang ist abgesagt worden, und die Unternehmen fangen an, ihre Lager wieder aufzufüllen“, kommentierte Commerzbank-Volkswirt Ralph Solveen die neuen Daten. Nachdem bereits mehrere Stimmungsindikatoren schon eine Weile nach oben zeigten, habe nun auch der „erste harte Indikator gedreht“. Die Auftragseingänge gelten neben der Industrieproduktion als wichtiger Gradmesser für die Lage der Industrie. Der Dax reagierte mit einem Sprung nach oben auf die Daten, gab im weiteren Tagesverlauf aber einen Teil der Gewinne wieder ab.

Wie das Wirtschaftsministerium weiter mitteilte, nahmen die Inlands- und Auslandsbestellungen um 3,9 bzw. 5,2 Prozent zu. „Die Aussichten auf eine breiter angelegte Stabilisierung der Industrieproduktion haben sich damit gefestigt“, urteilten die Regierungsexperten. Bei den Auslandsorders zogen vor allem Bestellungen außerhalb der Euro-Zone an. Mehr Aufträge verbuchten vor allem Investitionsgüterhersteller; hierzu zählt auch die Auto-Industrie.

„Es gibt erste Anzeichen für eine leichte Erholung auf den Automobilmärkten“, bestätigte BMW-Vertriebschef Ian Robertson. Der Juni war für BMW der absatzstärkste Monat dieses Jahres. Auch bei Mercedes verlangsamte sich im Juni die Talfahrt beim Absatz. Der Autoverband VDA hatte bereits vergangene Woche davon gesprochen, dass sich die Auslandsmärkte im zweiten Halbjahr stabilisieren und 2010 leicht beleben dürften.

Ein Ende des Abschwungs signalisierte auch die Rohstahlproduktion. Sie stieg im Juni um 1,9 Prozent im Vergleich zum Vormonat. „Damit scheint sich die schon in den letzten beiden Monaten beobachtete leichte Erholungstendenz fortzusetzen“, hieß es aus dem Statistischen Bundesamt. Laut KfW-Ifo-Mittelstandsbarometer hellte sich auch im Mittelstand die Stimmung im Juni auf.

Analysten der Commerzbank/Dresdner Kleinwort erklärten, damit habe wohl auch „der erste „harte' Konjunkturindikator die Wende vollzogen“. Bei den verschiedenen monatlichen Befragungen deutscher Unternehmen - wie etwa dem ifo-Geschäftsklimaindex - zeichnete sich schon seit einigen Wochen eine Stimmungsaufhellung ab.

Dies schlägt sich nun auch in den neuesten statistischen Daten nieder. „Es mehren sich die Zeichen, dass zur Mitte des Jahres der Tiefpunkt erreicht ist, für das zweite Halbjahr zeichnet sich eine Erholung der deutschen Wirtschaft ab“, erklärten die Analysten.

Gleichwohl warnten sie vor zuviel Optimismus: „Die sich immer mehr abzeichnende Erholung der Konjunktur dürfte vergleichsweise schwach ausfallen, da die Nachwirkungen der Finanzkrise die Konjunktur noch lange belasten werden.“ Dies schließe allerdings nicht aus, dass es zwischendurch auch einmal ein stärkeres Quartal geben könne.

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