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Konjunktur: Euro-Zone auf direktem Weg in die Rezession

Europa steuert ungebremst auf eine Wirtschaftskrise zu. Die Industrie im Euro-Raum schrumpfte im September so stark wie seit August 2009 nicht mehr. Die Unternehmen spüren bereits Gegenwind - auch in Deutschland.

Container am Burchardkai im Hamburger Hafen: Die deutsche Wirtschaft wächst kaum noch. Quelle: dpa
Container am Burchardkai im Hamburger Hafen: Die deutsche Wirtschaft wächst kaum noch. Quelle: dpa

BerlinDer Industrie im Euro-Raum ist so stark geschrumpft wie zuletzt im August 2009. Die Betriebe erlitten beim Neugeschäft und bei den Auslandsaufträgen die größten Einbußen seit mehr als zwei Jahren, wie am Montag aus einer Markit-Umfrage unter rund 3000 Unternehmen hervorgeht. „Angesichts schwacher Binnen- und rückläufiger Exportnachfrage steckt die Eurozone-Industrie in der tiefsten Krise seit zwei Jahren“, sagte Markit-Chefvolkswirt Chris Williamson.

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Der Markit-Einkaufsmanagerindex fiel zum August um 0,5 auf 48,5 Punkte und liegt damit weiter unter der Wachstumsschwelle von 50 Zählern. Nur in Deutschland hielt sich das Barometer über dieser Marke - wenn auch mit 50,3 Punkten nur knapp. In Frankreich ging es weiter bergab, in Italien verlangsamte sich die Talfahrt nur wenig. Schlusslicht bleibt Griechenland.

Während das Neugeschäft aus dem In- und Ausland schwächelte, schrumpften auch die Auftragspolster so stark wie seit Juli 2009 nicht mehr. Etwas Entlastung spürten die Betriebe an der Preisfront. „Im Zuge der Abkühlung der Industriekonjunktur hat auch der Preisdruck - nach den hohen Steigerungsraten bei Einkaufs- und Verkaufspreisen zum Jahresbeginn - auf breiter Front nachgelassen“, sagte Williamson. „Vor dem Hintergrund der schwachen Nachfrage räumen mittlerweile immer mehr Firmen und deren Lieferanten Preisnachlässe ein.“

Der Beschäftigungsaufbau im Euro-Raum verlor erneut an Tempo und fiel insgesamt so schwach aus wie zuletzt vor 15 Monaten.

Auch die deutsche Industrie wächst kaum noch. Der Einkaufsmanagerindex für Deutschland hielt sich zwar knapp über der Wachstumsschwelle von 50 Punkten, markierte aber den tiefsten Stand seit zwei Jahren. Das Minus war sogar so hoch wie seit Juni 2009 nicht mehr. „Der September-PMI ist ein weiteres Warnsignal, dass sich die deutsche Industrie der Stagnation annähert“, sagte Markit-Ökonom Chris Williamson.

Bei den Auslandsbestellungen mussten die Firmen das größte Minus seit Mitte 2009 hinnehmen. Weniger gefragt auf den Weltmärkten waren die Produkte aller drei Hauptbereiche der deutschen Industrie. Der Vorleistungsgüterbereich vermeldete den stärksten Rückgang bei den Exportorders.

Die lange Zeit erfolgsverwöhnte Stahlbranche spürt bereits Gegenwind: Nach starken Zuwächsen im ersten Halbjahr fährt die Branche um Weltmarktführer Arcelor-Mittal die Produktion etwas zurück. Auch der deutsche Branchenprimus ThyssenKrupp drosselt seinen Ausstoß.

Wie aus der Markit-Umfrage hervorgeht, sorgte die gedämpfte Nachfrage nach Vormaterialien und Rohstoffen dafür, dass sich die Liefersituation merklich entspannte. So verkürzten sich die durchschnittlichen Lieferzeiten in der deutschen Industrie erstmals seit 25 Monaten wieder. Der Beschäftigungsaufbau blieb robust. Allerdings ließ das Tempo zum zweiten Mal hintereinander nach, der Jobindex gab auf den tiefsten Wert seit Oktober 2010 nach.

  • 04.10.2011, 05:35 UhrAnonymer Benutzer: markus

    Kein Wachstum sollte die Wirtschaft dazu bringen, doch die Loesung zu verlangen, dass Deutschland den EURO verlassen muss. Ein Weg, den die Deutsche Regierung nicht nehmen möchte! Warum eigentlich nicht?

  • 03.10.2011, 19:13 UhrAnonymer Benutzer: geba

    Na,jetzt werden sie wieder brüllen nach Staatshilfe für VW und Opel und Co.Doch diesmal wirds nichts mehr geben.Sie hatten ja enorme Gewinne durch Abwrackprämien und Kurzarbeit gemacht.Da kann es jetzt schon mal ein bisschen weniger werden mit den Gewinnen.

  • 03.10.2011, 15:12 UhrAnonymer Benutzer: Eurobonds

    Leider liegt es an der deutschen Politik . Perspektiven für ein gemeinsames Europa ( US EUROPE ) hätte Fantasie in den Markt gebracht . Aufbruchstimmung , der Weg in eine bessere Welt . Mehr Freiheit mehr Gemeinsamkeit sollte im 21 Jahundert Möglich sein . Kleinstaaterrei , das ziehen von Grenzen , es behindert nur das Grenzenlose in den Köpfen unserer Menschen . Aussschließen ist wie Wegsperren . Nur wer Angst vor der Zukunft hat , verschließt sich wie die Politik einer Fr. Merkel . Gemeinsame Anleihen zwingen uns zur Gemeinsamkeit . Staatskostenreduzierung durch eine und nur eine Wirtschaftregierung in Europa . Und das ganz Gewaltig , bei den Problemen die unsere Euroblume vor lauter Trockenheit hat .

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