Nachrichten

_

Konjunktur: Ifo-Geschäftsklimaindex enttäuscht Erwartungen

Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft hat sich im September zum sechsten Mal in Folge aufgehellt - allerdings stieg der Ifo-Geschäftsklimaindex schwächer als erwartet. Ifo-Präsident sieht darin allerdings keinen Grund zur Besorgnis. Im Gegenteil: Er sprach von guten Nachrichten.

BERLIN. Das Ifo-Geschäftsklima für die gewerbliche Wirtschaft Deutschlands hat sich im September weiter aufgehellt. "Lage und Erwartungen haben sich verbessert", teilte das Münchner Institut für Wirtschaftsforschung (Ifo) am Donnerstag mit. Dabei schätze die weitaus überwiegende Zahl der befragten Unternehmen die Lage noch immer als schlecht ein. Nur bei den Erwartungen für die weitere Entwicklung in den nächsten sechs Monaten gebe es mittlerweile fast einen Gleichstand zwischen Pessimisten und Optimisten.

Anzeige

Konkret kletterte der Index um 0,8 auf 91,3 Punkte, wie das Institut zu seiner monatlichen Umfrage unter 7000 Unternehmen mitteilte. Das war bereits der sechste Anstieg in Folge. Die 46 von Reuters befragten Analysten hatten mit 92,0 Zählern gerechnet.

Ihre momentane Geschäftssituation sehen die Industrieunternehmen laut Ifo nicht mehr ganz so negativ wie im Vormonat. Zudem erwarteten sie einen etwas günstigeren Geschäftsverlauf im nächsten halben Jahr. Auch hinsichtlich des Auslandsgeschäfts sei ihre Skepsis gewichen. "Wieder mehr Unternehmen planen allerdings ihre Mitarbeiterzahl zu reduzieren", gab das Ifo-Institut allerdings zu bedenken.

Ifo-Präsident Hans-Werner Sinn zeigte sich zufrieden mit den Umfrageergebnissen: "Gemessen an der katastrophalen Entwicklung der vergangenen zwölf Monate sind dies gute Nachrichten", sagte er.Dagegen gab sich der Ifo-Konjunkturexperte Klaus Abberger nur verhalten optimistisch. Die Daten zeigten an, dass die wirtschaftliche Erholung in Deutschland noch lange nicht selbsttragend sei. "Ich sehe schon die Gefahr, dass es nicht nachhaltig ist", sagte Abberger der Nachrichtenagentur Reuters. Die Entspannung nach der heftigen Rezession zu Beginn des Jahres gehe primär auf die staatlichen Konjunkturpakete und die niedrigen Zinsen zurück. Es sei fraglich, ob die Erholung weitergehe, sobald die staatlichen Impulse wegfielen und die Arbeitslosigkeit hierzulande steige.

Der Ifo-Index gilt als wichtigstes Indikator für die Entwicklung der deutschen Wirtschaft.

Den Info-Angaben zufolge stieg der Geschäftsklimaindex im Großhandel und im Einzelhandel. In beiden Handelsstufen blicken demnach die Befragungsteilnehmer weniger kritisch auf die Geschäftsentwicklung im kommenden halben Jahr. Mit ihrer augenblicklichen Geschäftssituation seien die Großhändler aber nahezu genauso unzufrieden wie im Vormonat, hieß es. Die Einzelhändler stuften ihre derzeitige Geschäftslage dagegen geringfügig günstiger ein als im August und bewerten sie als nahezu zufriedenstellend.

  • Die aktuellen Top-Themen
Ökonom Max Weber: Der Wert als Wettbewerbsvorteil

Der Wert als Wettbewerbsvorteil

Vor 150 Jahren wurde der große Soziologe und Ökonom Max Weber geboren. Auch wenn seine Zeit lange vorbei ist, bleibt sein Erbe aktuell. Denn noch immer dient er gerne als Vorbild – trotz seiner dunklen Seiten.

Mehr Importe als Exporte: Japans Handelsdefizit steigt immer stärker

Japans Handelsdefizit steigt immer stärker

Früher war Japan eine Exportnation - doch diese Zeit sind mehr denn je vorbei: Das Halbmond-Land importiert immer mehr - auch als Spätfolge der Fukushima-Katastrophe.

Russischer Außenminister: Lawrow: Ukraine verstößt gegen Genfer Abkommen

Lawrow: Ukraine verstößt gegen Genfer Abkommen

Die Stimmung wird immer gereizter: Russlands Außenminister Sergej Lawrow wirft der Ukraine vor, das Genfer Abkommen mit Füßen zu treten. Ob Russland Friedenstruppen entsendet, ist weiter offen.

  • Konjunkturtermine
Konjunkturtermine: Wochenvorschau

Wochenvorschau

Die wichtigsten Ereignisse und Indikatoren in Europa und International