Konjunktur in Deutschland
Die nächste Rezession kommt bestimmt

Noch wächst die deutsche Wirtschaft. Doch für die robuste Wirtschaftslage gibt es keine Garantie. Spätestens bei der nächsten Rezession rächen sich die wirtschaftspolitischen Sünden der Vergangenheit.
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Die deutsche Wirtschaft scheint nahezu unerschütterlich. 0,3 Prozent Wachstum im dritten Quartal – trotz der Beinah-Pleite Griechenlands, Abkühlung in China und anderen Schwellenländern, Flüchtlingswelle und Ausbruch des VW-Skandals. Das ist zwar kein Boom, aber doch eine sehr solide Performance.

Details liegen zwar noch nicht vor. Doch das Statistische Bundesamt deutete an, dass der Außenhandel und die Investitionen das Wachstum gedämpft haben, während privater und staatlicher Konsum den Aufschwung beflügelten. Nun mag ein solcher Binnenaufschwung zwar eine Weile gutgehen, doch ohne Ausrüstungsinvestitionen und starker Industrie wird das Wachstumstempo auf Dauer kaum zu halten sein.

So schrumpften im dritten Quartal Umsatz und Produktion der deutschen Industrie bereits leicht, die Aufträge brachen regelrecht ein. Das verheißt wenig Gutes für das laufende vierte Quartal. Denn nach einer Faustregel werden etwa ein Drittel der Aufträge im laufenden, ein Drittel im kommenden und ein Drittel in späteren Quartalen abgearbeitet.

Die Wahrscheinlichkeit, dass die deutsche Wirtschaft in nächster Zeit in eine Rezession gerät, hat in den vergangenen Wochen erneut zugenommen. Das gewerkschaftsnahe IMK geht von einer Rezessionswahrscheinlichkeit von 21,8 Prozent aus. Im Oktober lag der Wert bei 20,6 Prozent. Vor allem aus den Ländern des Euroraums seien zuletzt spürbar weniger Aufträge eingegangen.

Zudem hätten sich die Stimmungsindikatoren abgeschwächt. Gesamtwirtschaftlich ausgeglichen wird die Schwäche der Industrie vom steigenden Staatskonsum infolge des Flüchtlingsstroms. Der Private Konsum profitiert von einer guten Arbeitsmarktsituation, starken Lohnzuwächsen, niedrigen Zinsen und Nullinflation.

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Keine Garantie für robuste Wirtschaftslage

Kommentare zu " Konjunktur in Deutschland: Die nächste Rezession kommt bestimmt"

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  • Aha, die Wachstumsimpulse für die neu eingereisten Leistungsträger kommen also erst mit einigen Monaten Verspätung, wenn sie voll mit dem Tropf der Sozialindustrie vernabelt sind. Lieber Autor, das Perpetuum Mobile gibt es bekanntlich weder in der Physik noch in der Ökonomie. Wenn es einen Haufen geben soll, wo sich die Sch...se auftürmt, braucht es einen Ar...h aus dem diese rauskommt, wobei ja bekannt ist, dass ein Teil der Alimentationen ja sofort unserem Wirtschaftskreislauf entzogen wird

  • Frau Merkel hat alles zerstört, was in unserem Land mal gut und ordentlich war.
    Und die SPD macht alles mit, sie hat total ihre Wurzeln verloren
    Das alles wird nicht gut enden

  • Lieber Marc Hoffmann!
    Kein Lehrer, Professor, Beamter usw. erwirtschaftet einen einzigen Euro selbst. Diese alle leben von Steuern. Gleiches gilt für alle Schauspieler, Musiker usw. die an staatlichen Theatern oder im öffentlich rechtlichen Fernsehen auftreten. Was wollen Sie also? Das können Sie auch auf Polizei und Armee ausdehnen. Millionen hart arbeitende Deutscher leben ausschließlich von Steuertransfers, die sich Lohn bzw. Gehalt nennen. Von Steuern leben auch alle Abgeordneten und alle Beschäftigten der Ministerien einschließlich Minister.

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