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Konjunktur: Institute verhageln Merkels Konjunktureuphorie

Die Frühjahrsprognose der führenden Wirtschaftsforschungsinstitute für dieses Jahr fällt noch düsterer aus als befürchtet: Nach übereinstimmenden Medienberichten erwarten die Spitzenforscher, dass die deutsche Wirtschaft um 6,0 Prozent schrumpft. Eine rasche wirtschaftliche Erholung halten sie für unrealistisch. Die Bundesbank sieht das ähnlich. Auch vom Arbeitsmarkt kommen keine guten Signale.

Führende Ökonomen sind nicht ganz so optimistisch, was die Konjunktur angeht. Quelle: dpa
Führende Ökonomen sind nicht ganz so optimistisch, was die Konjunktur angeht. Quelle: dpa

HB FRANKFURT. Bei den Beratungen über ihre Gemeinschaftsdiagnose im Auftrag der Bundesregierung am Dienstag hatte sie noch Uneinigkeit gegeben, ob bei ihrer Prognose eine vier oder eine fünf vor dem Komma stehen solle. In ihrem Gutachten schrieben die acht beteiligten Institute, dass eine wirtschaftliche Erholung noch im Jahr 2009 nicht wahrscheinlich sei. Auch 2010 werde es keine kräftige Erholung geben.

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2010 wird die Wirtschaftsleistung den Angaben zufolge nochmals leicht um 0,5 Prozent zurückgehen. Für den Arbeitsmarkt bedeute dies den Prognosen zufolge in diesem Jahr einen Anstieg der Arbeitslosenzahlen auf durchschnittlich 3,7 Millionen. 2010 werde sogar im Schnitt mit 4,7 Mio. Arbeitslosen gerechnet, sagte eine mit den Prognosen vertraute Person.

Dass die Wirtschaftskrise dem deutschen Arbeitsmarkt immer mehr zusetzt, glauben auch Banken-Volkswirte. Nach dem überraschend starken Anstieg der Arbeitslosigkeit im März sehen sie auch im April kaum Anzeichen für einen Frühjahrsaufschwung. Die sonst übliche Belebung auf dem Stellenmarkt werde derzeit von den Auswirkungen der Krise weitgehend aufgezehrt, meinten die Ökonomen in einer Umfrage der Nachrichtenagentur dpa.

Insgesamt waren nach Berechnungen der Fachleute im April rund 3,56 Mio. Männer und Frauen ohne Arbeit; das seien lediglich 25 000 weniger als im März. Im Durchschnitt der vergangenen drei Jahre war die Arbeitslosigkeit im April um knapp 140 000 gesunken. Im Vergleich zum Vorjahr stieg die Zahl der Erwerbslosen sogar um knapp 150 000. Die offiziellen Zahlen will die Bundesagentur für Arbeit (BA) nächsten Donnerstag (30. April) bekanntgeben.

Da der Arbeitsmarkt in der Regel mit einer Verspätung von einem halben Jahr auf die wirtschaftliche Lage reagiere, sei frühestens zur Jahresmitte 2010 mit einem Arbeitsmarktaufschwung zu rechnen, erläuterten die Wirtschaftsexperten. Ihren Höhepunkt werde die derzeitige Arbeitskrise Ende des Jahres erreichen.

Die Institute erwarten für das laufenden Jahr zudem ein Staatsdefizit von 3,7 Prozent des Bruttoinlandsproduktes. Dies erfuhr das Handelsblatt aus Regierungskreisen. Im Jahr 2010 werde die Defizitquote dann auf 5,5 Prozent steigen, heißt es im Frühjahrsgutachten der Institute.

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