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Konjunktur: Konjunkturforscher sehen auch für 2010 schwarz

Führende Wirtschaftsforschungsinstitute haben ihre Konjunkturprognosen für 2009 noch einmal deutlich nach unten korrigiert. Sowohl das Münchner Ifo-Institut als auch das Rheinisch-Westfälische Institut für Wirtschaftsforschung (RWI) erwarten einen massiven Einbruch des Bruttoinlandsprodukts (BIP). Zu unterschiedlichen Einschätzungen kommen die Experten in Bezug auf das kommende Jahr.

Der Konjunkturhimmel verdüstert sich wieder. Quelle: dpa
Der Konjunkturhimmel verdüstert sich wieder. Quelle: dpa

HB BERLIN. Die deutsche Wirtschaft steckt nach Einschätzung des Münchner Ifo-Instituts bis weit in das kommende Jahr hinein in der Rezession. Mit einer Bodenbildung bei Produktion und Nachfrage sei erst im kommenden Frühjahr zu rechnen, teilten die Münchner Wirtschaftsforscher am Dienstag mit. „Die Lage ist grottenschlecht“, sagte Ifo-Chef Hans-Werner Sinn. Das Schlimmste stehe der Wirtschaft aber noch bevor.

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In diesem Jahr werden die Wirtschaftsleistung um 6,3 Prozent schrumpfen. Für 2010 prognostizieren die Forscher ein weiteres Minus von 0,3 Prozent. Die Zahl der Arbeitslosen werde dann im Jahresschnitt auf gut 4,3 Mio. steigen. Damit zeigten sich die Münchner Experten ähnlich skeptisch wie in der Gemeinschaftsprognose, die im Frühjahr vorgelegt wurde. Auch die Europäische Zentralbank (EZB) glaubt, dass sich die Lage erst 2010 stabilisieren und dann das Schrumpfen der Wirtschaft zu einem Ende kommen werde. Zuvor schon hatte das Essener RWI seine Prognosen gesenkt. Es erwartet in diesem Jahr ein Minus von 6,4 Prozent, dem dann ein Mini-Wachstum von 0,2 Prozent folgen werde.

Im März hatten die Essener Forscher noch 0,5 Prozent vorhergesagt. Die Kosten der Konjunkturprogramms und die wegbrechenden Steuereinnahmen werden das Staatsdefizit zugleich weiter steigen lassen: Im nächsten Jahr wird die Defizitquote laut RWI auf 6,2 Prozent nach oben schnellen.

Damit würde die im EU-Stabilitätspakt festgelegte Obergrenze von drei Prozent weit überschritten. Auch dieses Jahr werde diese Latte mit prognostizierten vier Prozent klar gerissen. Zugleich geht das von dem Wirtschaftsweisen Christoph Schmidt geleitete Institut davon aus, dass die Arbeitslosenzahl im Zuge der Krise Ende nächsten Jahres auf rund 4,6 Mio. klettern wird. Bereits Ende 2009 sollen es fast vier Mio. sein. Für das laufende Jahr rechnet das Institut mit einem Konjunktureinbruch um 6,4 Prozent. Im Frühjahr waren die Essener Forscher noch davon ausgegangen, dass die Wirtschaftsleistung nur um 4,3 Prozent zurückgehen würde.

Für das zweite Quartal zeichne sich jedoch bereits eine leichte Stabilisierung ab, da nur noch ein Rückgang des Bruttoinlandsprodukts (BIP) um knapp ein Prozent zu erwarten sei. Zu Jahresbeginn war die deutsche Wirtschaft im Zuge der weltweiten Nachfrageflaute noch um 3,8 Prozent eingebrochen.

Für das kommende Jahr erwartet das Essener Institut einen wieder leicht positiven Wachstumsbeitrag vom Außenhandel. Zudem dürften die Ausrüstungsinvestitionen gegen Jahresende steigen. Allerdings wird sich aus Sicht des Rheinisch-Westfälischen Instituts für Wirtschaftsforschung (RWI) ein rückläufiger privater Konsum als Konjunkturbremse erweisen.

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