Konjunktur
Reallöhne erstmals wieder höher als im Jahr 2000

Die Deregulierung am Arbeitsmarkt und der wachsende Niedriglohnsektor haben die Entwicklung der Löhne in den letzten Jahren gebremst. Nun geht es offensichtlich wieder bergauf. Es gibt aber noch Luft nach oben.
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DüsseldorfDie Reallöhne liegen neuen Berechnungen zufolge erstmals wieder höher als zur Jahrtausendwende. Ende vergangenen Jahres lagen die durchschnittlichen Bruttolöhne je Beschäftigtem preisbereinigt um 1,4 Prozent höher als im Jahr 2000, wie eine am Mittwoch vorgelegte Auswertung des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung ergab. Im Vorjahr hatten sie demnach das Niveau der Jahrtausendwende noch unterschritten.

Zu der jüngsten Entwicklung trug entscheidend der Anstieg der Tariflöhne und -gehälter bei. Diese lagen den Angaben zufolge im vergangenen Jahr real um 10,9 Prozent höher als im Jahr 2000. Die neuesten Zahlen zeigten, „dass die Lohnentwicklung in Deutschland langsam wieder ins Lot kommen könnte und dass das Tarifsystem dabei eine entscheidende Rolle spielt“, erklärte WSI-Tarifexperte Reinhard Bispinck. In den 2000er Jahren hätten schwierige wirtschaftliche Rahmenbedingungen, die Deregulierung am Arbeitsmarkt sowie der wachsende Niedriglohnsektor die Entwicklung der Arbeitseinkommen gebremst.

Der Zuwachs bei den Einkommen aus Vermögen und Unternehmensgewinnen ist laut den WSI-Berechnungen aber deutlich größer als bei den Arbeitseinkommen. Von 2000 bis 2014 hätten diese nach den Daten aus der volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung nominal um rund 60 Prozent zugelegt.

Die nominalen Arbeitnehmerentgelte seien dagegen nur um knapp 33 Prozent gewachsen. „Bei der Lohnentwicklung ist also noch deutlich Luft nach oben“, erklärte Bispinck. Gerade sei ja zu sehen, wie die Binnennachfrage das deutsche Wachstum stärke.

Agentur
afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

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