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Konjunktur: Trichet sieht Wendepunkt in der Krise

EZB-Präsident Jean-Claude Trichet versprüht wenige Tage nach der jüngsten Zinssenkung der Europäischen Zentralbank (EZB) Optimismus. Zwar befinde sich die Weltwirtschaft noch in schwierigem Fahrwasser, ein Wendepunkt in der Krise sei aber erreicht, sagte Trichet am Montag nach einem Treffen hochrangiger Notenbanker bei der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich in Basel.

Sieht den Wendepunkt: EZB-Chef Trichet. Quelle: Reuters
Sieht den Wendepunkt: EZB-Chef Trichet. Quelle: Reuters

HB BASEL. „Die Weltwirtschaft befindet sich in der Nähe des Wendepunktes, einige Länder haben diesen bereits überschritten“, sagte Trichet. Es gebe inzwischen auch ermutigende Meldungen aus dem Finanzsektor. Dies sei aber kein Grund, sich zurückzulehnen. Die EZB hatte vergangene Woche ihren Leitzins wie erwartet auf das Rekordtief von einem Prozent gesenkt. Zugleich hatten die Währungshüter weitere Zinssenkungen nicht ausgeschlossen und im Kampf gegen die Finanzkrise zusätzlich den Kauf von Pfandbriefen (covered bonds) angekündigt. Trichet sagte in Basel, die Notenbanken müssten weiter auf der Hut bleiben und sollten die bereits eingeleiteten alternativen geldpolitischen Maßnahmen so lange wie nötig beibehalten, dadurch entstehende Inflationsrisiken aber vermeiden.

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Argentiniens Notenbankchef Martin Redrado erwartet, dass der Tiefpunkt der Krise im dritten Quartal endgültig erreicht sein wird. Danach werde es eine „sehr, sehr langsame Erholung ab der ersten Jahreshälfte 2010“ geben, sagte er zu Journalisten am Rande der Beratungen in Basel. Angesichts der Milliarden, die Regierungen und Notenbanken weltweit im Kampf gegen die Krise in die Hand genommen hätten, sei das Risiko einer Deflation deutlich zurückgegangen.

Trichet und Redrado waren sich einig, dass die Notenbanken dringend eine Strategie brauchen, wie sie sich möglichst konjunkturschonend wieder zurückziehen und die Liquidität aus dem Finanzsystem abschöpfen können, wenn die Wirtschaft sich wieder erholt. Trichet sagte, es sei jetzt besonders wichtig, das eigentliche Ziel der Geldpolitik - stabile Preise - nicht aus den Augen zu verlieren. Durch die massiven Liquiditätsspritzen der vergangenen Monate, die Zinssenkungen und Ankaufprogramme von Wertpapieren, schüren nahezu alle Notenbanken derzeit latenten Teuerungsdruck.

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