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Konjunktur: US-Industrie sammelt überraschend mehr Aufträge ein

In der US-Wirtschaft mehren sich nach einem überraschenden Auftragsplus für die Industrie und einem Anstieg der Immobilienverkäufe Anzeichen für ein Nachlassen der scharfen Rezession. Zum ersten Mal seit sieben Monaten erhielten die US-Industriefirmen mehr Aufträge für langlebige Güter, wie das Handelsministerium am Mittwoch in Washington mitteilte.

Die US-Industrie hat langsam wieder mehr zu tun: Die Zahl der Aufträge steigt. Quelle: ap
Die US-Industrie hat langsam wieder mehr zu tun: Die Zahl der Aufträge steigt. Quelle: ap

HB WASHINGTON. Insgesamt stieg der Auftragseingang um 3,4 Prozent auf 165,6 Mrd. Dollar. Volkswirte hatten zuvor mit einem Rückgang von 2,0 Prozent gerechnet. Im Januar waren die Auftragseingänge noch um revidiert 7,3 Prozent (zuvor -5,2 Prozent) gesunken. Ohne Berücksichtigung der schwankungsanfälligen Aufträge für Transportgüter stieg der Wert um 3,9 Prozent zum Vormonat. Hier hatten die befragten Experten einen Rückgang um 2,0 Prozent erwartet. Im Vormonat waren die Aufträge ohne Transporte um 5,9 (zuvor -2,5 Prozent) gesunken.

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Zugleich legte der Verkauf neuer Einfamilienhäuser so stark zu wie seit zehn Monaten nicht mehr. Dabei dürften viele US-Häuserkäufer die fallenden Preise zur Schnäppchenjagd genutzt haben: Denn die Preise brachen so stark ein wie nie zuvor.

Experten hatten wie bei den Industrieaufträgen auch bei den Häuserverkäufen mit einem Rückgang gerechnet. Der Anstieg jetzt sei ermutigend, sagte Peter Kenny von Knight Equity Markets. „Wir haben eine Reihe von Daten gesehen, die ein Tauwetter andeuten, auch wenn der Abschwung der gesamten Wirtschaft noch nicht vollständig ausgestanden ist.“ Allerdings seien die Risiken für die Konjunktur hoch, sagte Carl Lantz, Zinsstratege bei der Credit Suisse. „Vielleicht hüpfen wir nur am Boden rum. Zwar kommt etwas in Schwung, aber der Gegenwind für die Konjunktur ist nach wie vor hoch.“

Die Aufträge für Investitionsgüter ohne Verteidigung und Flugzeugbau stiegen um 6,6 Prozent - das ist der stärkste Anstieg seit März 2004. Dies sei ein Hoffnungssignal für die weitere Investitionstätigkeit der Unternehmen in diesem Jahr, schrieben die Experten von der Dekabank. Kräftig nach unten ging es dagegen für die Luftfahrtbranche: Der Auftragseingang bei Zivilflugzeugen brach um 28,9 Prozent ein, nachdem Boeing im Februar lediglich vier Bestellungen erhalten hatte nach 18 im Januar.

Trotz des jüngsten Anstiegs bleibt die Zahl der verkauften neuen Eigenheime in der Nähe ihres Rekordtiefs. Allerdings war der Anstieg mit 4,7 Prozent im Februar so hoch wie seit zehn Monaten nicht, wie das Handelsministerium mitteilte. Aufs Jahr hochgerechnet wechselten 337 000 Immobilien ihren Besitzer. Zugleich ging der Durchschnittspreis (Median) auf 200 900 Dollar zurück, das Minus war mit 18,1 Prozent so hoch wie nie zuvor. Der Median zeigt das Niveau an, bei dem die Hälfte aller Häuser zu höheren Preisen und die andere Hälfte zu niedrigeren verkauft wird. Das Platzen einer Immobilienblase war der Auslöser für die weltweite Finanzkrise, die sich im Laufe der Zeit zur größten Wirtschaftskrise seit Jahrzehnten entwickelt hat. Experten sehen eine Stabilität am US-Immobilienmarkt als wichtige Bedingung für eine Erholung der weltgrößten Volkswirtschaft an.

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