Konjunktur
US-Wirtschaft sendet positive Signale aus

Die US-Wirtschaft bekommt überraschen starken Aufwind. Derweil hat die Stimmung der US-Verbraucher zuletzt einen deutlichen Dämpfer erhalten. Der private Konsum macht rund 70 Prozent der US-Wirtschaftsleistung aus.

WashingtonDie US-Firmen haben im Juni kräftigen Rückenwind verspürt. Die Betriebe des Verarbeitenden Gewerbes stellten 0,6 Prozent mehr her als im Vormonat, wie die US-Notenbank Fed am Freitag mitteilte. Das ist der höchste Anstieg seit Juli 2015.

Volkswirte wurden von den Zahlen überrascht, da sie lediglich mit einem Plus von 0,2 Prozent gerechnet hatten. Auch die Einzelhändler zwischen New York und San Francisco blicken auf einen guten Geschäftsmonat zurück: Ihre Einnahmen legten um 0,6 Prozent zu. Autohäuser, Tankstellen und Baumärkte profitierten besonders von der Konsumlust der Amerikaner.

Das Wohl und Wehe der US-Konjunktur hängt stark vom Verbraucher und dessen Kauflaune ab. So macht der Einzelhandel etwa 30 Prozent des privaten Konsums in den USA aus. Dieser wiederum steht für rund 70 Prozent der Wirtschaftsleistung. Die Stimmung der Verbraucher hat nach der aktuellen Umfrage der Uni Michigan im Juli allerdings einen deutlichen Dämpfer erhalten: Das entsprechende Barometer fiel überraschend auf 89,5 Zähler von 93,5 Punkten im Juni.

Die starken Daten aus der Wirtschaft zum Ende des zweiten Quartals sind für Ökonom Ralf Umlauf von der Helaba ein positives Konjunktursignal: „Das Bruttoinlandsprodukt dürfte im Frühjahr deutlich schneller gewachsen sein als im Winter.“ Es hatte von Januar bis März aufs Jahr hochgerechnet um 1,1 Prozent zugelegt.

Die Fed hat die Entwicklung im Industriesektor in ihrem Konjunkturbericht zuletzt als durchwachsen bezeichnet. Sie hat es derzeit nach dem Brexit-Votum in Großbritannien mit einer Zinserhöhung nicht eilig, wie mehrere Währungshüter jüngst signalisierten. An den Märkten wird für dieses Jahr nicht mehr mit einer Anhebung gerechnet – dies auch, weil die Inflation im Land noch immer niedriger ist, als der Fed lieb ist.

Die Verbraucherpreise lagen im Juni um 1,0 Prozent über dem Niveau vor einem Jahr. Die Teuerungsrate verharrte damit auf dem Mai-Wert und deutlich unter dem Schnitt der vergangenen zehn Jahre von 1,7 Prozent. Die Fed strebt bei der Inflation eine Zielmarke von zwei Prozent an. Der Leitzins liegt seit Dezember 2015 in einer Spanne zwischen 0,25 und 0,5 Prozent.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
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