Konjunkturaufschwung in Spanien
In Madrid wird wieder gefeiert

Während sich die Krise um Griechenland zuspitzen könnte und Italien wenig berauschende Zahlen vorweist, geht es in Spanien bergauf. Das ist nicht nur im Einzelhandel spürbar, sondern auch an den Theken der Bars.
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MadridMadrid kommt allmählich wieder in Feierlaune. Nachdem rekordhohe Arbeitslosigkeit, Steuererhöhungen und ein Rauchverbot seit 2008 400 Partytempel gezwungen hatten, ihre Türen zu schließen, sorgen nun der Konjunkturaufschwung und der Anstieg bei den Konsumausgaben dafür, dass in der spanischen Hauptstadt das Nachtleben wieder in Schwung kommt.

Während für Griechenland wieder einmal der Euro-Austritt zur Debatte steht und Italien in eine neue Rezession abgleitet, hat Spanien sechs Quartale in Folge Wachstum verzeichnet. Auch wenn das Land noch an den Folgen der Flaute knabbert und bevorstehende Wahlen für Unsicherheit sorgen, setzt die Vergnügungsindustrie in der Hauptstadt auf eine nachhaltige Erholung.

Ein Anzeichen dafür ist die Eröffnung des Opium Madrid -ein Club für tausend Menschen, der mehr als zwei Millionen Euro gekostet hat. Es ist die größte Neueröffnung seit sechs Jahren. Fünf weitere Super-Clubs mit Kosten von bis zu drei Millionen Euro wollen dieses Jahr noch auf den Partyzug aufspringen, berichtet der Branchenverband Noche Madrid.

„Madrid ist ein toller Ort zum Ausgehen“, sagt Opium- Besitzer Javier Bordas. Sein Club soll sieben Tage die Woche geöffnet sein. „Hier sind die Fußballspieler, die Prominenten und Leute, die feiern wollen. Wir sind optimistisch.“

Die Entwicklung Spaniens im letzten Jahr stützt diese Einschätzung. Anfangs war die Erholung vom Export getrieben, aber inzwischen ist sie auch im Inland spürbar. Sinkende Preise erhöhen die Realeinkommen. Im vierten Quartal 2014 wuchs die Wirtschaft so stark wie seit sieben Jahren nicht mehr, was erstmals seit 2007 auch zu einem Wachstum auf Jahressicht führte.

Im Januar gingen die spanischen Verbraucherpreise um 1,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr zurück, so stark wie nie in der Bloomberg-Datenreihe, die bis 1997 zurückreicht. Zusammen mit niedrigeren Energiekosten trug das zum stärksten Anstieg der Einzelhandelsumsätze seit zehn Jahren bei. Die Stimmung der Privathaushalte ist wieder so gut wie vor der Krise und hat im Januar ein Rekordhoch erreicht, teilt das Umfrageinstitut CIS in Madrid mit.

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Nachwehen des Immobiliencrashs sind spürbar

Kommentare zu " Konjunkturaufschwung in Spanien: In Madrid wird wieder gefeiert"

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  • Na dann feiert man schön! Auf den nächsten Rettungsschirm! Prost! Ach, übrigens.... einfach mal ranklotzen und so richtig was arbeiten, das soll schon so manchen wieder voran gebracht haben. Einfach mal probieren!

  • Spanien hat es richtig gemacht: Von den Vorgaben der Troika gelöst und staatliche Kionjunkturprogramme auf Pump gefahren. Ein Vorbild für die ganze Eurozone!

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