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Konjunkturaussichten: IfW erwartet „Rezession light“ in Deutschland

Das Institut für Weltwirtschaft hält eine Rezession zwar nicht für ausgeschlossen, rechnet im ersten Quartal dieses Jahres aber mit Stagnation. Für das Gesamtjahr sind die Experten vorsichtig optimistisch.

Laut Experten gibt es „gute Chancen, dass sich die Konjunktur im Laufe des Jahres erholt“. Quelle: dapd
Laut Experten gibt es „gute Chancen, dass sich die Konjunktur im Laufe des Jahres erholt“. Quelle: dapd

MünchenDeutschland könnte nach Einschätzung des Instituts für Weltwirtschaft (IfW) an einer Rezession vorbeischrammen. Es sei nicht ausgeschlossen, dass das Bruttoinlandsprodukt schrumpft, sagte IfW-Konjunkturforscher Jens Boysen-Hogrefe dem Magazin „Focus“. „Vieles spricht aber dafür, dass die Wirtschaft im ersten Quartal 2012 lediglich stagniert.“ Die Lage in den USA habe sich offenbar verbessert und die deutschen Unternehmen schätzten ihre Lage derzeit nicht ausschließlich schlecht ein, sagte er. Zwar seien die Auftragseingänge auf Rezessionskurs, sie schwankten allerdings von Monat zu Monat sehr stark.

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Das Bruttoinlandsprodukt war im vierten Quartal 2011 erstmals seit dem Höhepunkt der Finanzkrise vor drei Jahren wieder gefallen, und zwar um 0,25 Prozent. Schrumpft es zu Jahresbeginn erneut, wird von Rezession gesprochen.

Boysen-Hogrefe sagte, Deutschland erlebe derzeit eine deutliche konjunkturelle Abkühlung. „Das erste Quartal 2012 wird sicher auch nicht sehr stark.“ Es bestünden aber gute Chancen, dass sich die Konjunktur im Laufe des Jahres erhole. Für das Gesamtjahr hat das Kieler Forschungsinstitut in seiner jüngsten Prognose im Dezember ein Wachstum von 0,5 Prozent vorhergesagt. Im vergangenen Jahr war die deutsche Wirtschaft um 3,0 Prozent gewachsen.

Industrie ist Wachstumsmotor

Vor allem die Industrie ist es, die in Deutschland die gesamte Volkswirtschaft antreibt. Zu diesem Ergebnis ist der Wittener Professor André Schmidt in einer Studie im Auftrag der Wiesbadener Chemie-Stiftung Sozialpartner-Akademie (CSSA) gekommen. Danach bestimme insbesondere auch die stark wachsende Exportwirtschaft die Nachfrage nach zusätzlichen, industrienahen Dienstleistungen. Von unterentwickelten Dienstleistungen könne in diesem Bereich in Deutschland keine Rede sein.

Schmidt betont die sehr viele höhere Bedeutung der Industrie in Deutschland im Vergleich zu anderen europäischen Ländern. Gemessen am Produktionswert mache sie hierzulande 40 Prozent der Volkswirtschaft aus im Vergleich zu 22,7 Prozent in Großbritannien oder 27,8 Prozent in Frankreich. „Deutschlands industrieller Kern hat nicht zuletzt dazu beigetragen, dass wir die Krise schneller überwunden haben als andere Länder.“ Der Makro-Ökonom der Universität Witten-Herdecke hat für seine Studie die volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen für den Zeitraum 1995 bis 2007 ausgewertet und dabei die Verflechtungen der einzelnen Wirtschaftssektoren untereinander genauer untersucht. Die Chemie-Stiftung Sozialpartner-Akademie versteht sich als gemeinsame „Denkfabrik“ der Chemie-Tarifpartner.

Europa-Konjunktur

Im untersuchten Zeitraum sei die exportorientierte Industrie besonders stark gewachsen und habe ihren Anteil am Gesamtgüteraufkommen beträchtlich von 17,2 auf 23,2 Prozent gesteigert, berichtete Schmidt. Zudem sei deutlich geworden, dass der exportorientierte Industriegütersektor am meisten unternehmensbezogene Dienstleistungen auslöse. Die meisten Vorleistungen der Dienstleister fielen bei chemischen Produkten an.

Schmidt wandte sich gegen die Einschätzung, dass es in Deutschland einen unterentwickelten Dienstleistungssektor gibt. Das treffe zumindest auf die industrienahen Dienstleister in keiner Weise zu, die mit der Industrie ein hoch wettbewerbsfähiges Geflecht bildeten. „Industriesektor und Dienstleistungssektor ergänzen sich und ersetzen sich nicht.“ Einen Rückstand im Vergleich zu anderen EU-Staaten könne man allenfalls bei konsumbezogenen und sozialen Dienstleistungen erkennen. Damit werden zum Beispiel Dienstleistungen im Handel oder im Gesundheitswesen beschrieben.

  • 14.01.2012, 17:23 UhrFreiwirtschaftler

    2012

    Alles gesparte Geld muss über Kredite zurück in den Geldkreislauf gelangen, anderenfalls bricht die Volkswirtschaft zusammen. Wenn aber die Geldvermögen, die sich bei nur wenigen Prozent der Bevölkerung konzentrieren, durch Zins und Zinseszins anwachsen, muss auch die Gesamtverschuldung exponentiell wachsen. Und wenn der mittelständischen Privatwirtschaft die Schulden bereits „Oberkante Unterlippe“ stehen, muss sich der Staat weiter verschulden, um den Geldkreislauf aufrechtzuerhalten. Wer ernsthaft an eine staatliche „Schuldenbremse“ glaubt, leidet an Realitätsverlust. Eine Reduzierung der Verschuldung bedingt eine spiegelbildliche Reduzierung der Geldvermögen! Sozialistische Bestrebungen, dies durch eine so genannte „Vermögensteuer“ oder gar Zwangsenteignung zu erreichen, sind im 21. Jahrhundert nicht mehr als zivilisiert zu betrachten, abgesehen davon, dass sie nur eine drastische Symptombekämpfung darstellen und das Problem nicht beseitigen, schon gar nicht dauerhaft beseitigen. Und welcher leistungsbereite Mensch will in einem Staat leben, in dem das, was man sich über Jahrzehnte aufgebaut hat, immer wieder enteignet wird, sobald es „Big Brother Staat“ nicht mehr in den Kram passt? Die freiheitliche Antwort auf das Problem der Zinsumverteilung von der Arbeit zum Besitz (Kapitalismus) formulierte der bedeutendste Ökonom der Neuzeit, Silvio Gesell, mit den folgenden Worten:

    „Das Geld schafft das Proletariat, nicht weil die Zinslasten das Volk um Hab und Gut bringen, sondern weil es das Volk gewaltsam daran hindert, sich Hab und Gut zu schaffen.“

    Bevor wir verstehen können, was damit gemeint ist, machen wir uns erst einmal bewusst, was aller Wahrscheinlichkeit nach noch in diesem Jahr passieren wird, wenn es nicht gelingt, den exponentiellen Anstieg der Geldvermögen und damit auch der Verschuldung auf friedlichem Wege zu reduzieren:

    http://opium-des-volkes.blogspot.com/2012/01/2012.html

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