Diskussion: Kommentare zu: Warum der Baltic Dry Index diesmal lügt

Oliver Stock, Chefredakteur Online

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Wir freuen uns auf Ihren Kommentar. Gerne kritisch. Gerne auf den Punkt - von mir aus kurz und schmerzhaft. Auch Lob würden wir annehmen. Am meisten freuen wir uns, wenn Sie zu Ihrer Meinung mit Ihrem wirklichen Namen stehen. Wir möchten wissen, mit wem wir diskutieren, und Sie möchten wahrscheinlich auch wissen, mit wem Sie sich auseinandersetzen. Wir glauben, dass es zu einem fairen Umgang miteinander im Netz gehört, sich offen gegenüberzutreten. Dafür steht die Handelsblatt-Online-Redaktion. Dafür stehe ich.

Ihr
Oliver Stock
Chefredakteur Handelsblatt Online

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  • 01.02.2012, 14:52 UhrAnonymer Benutzer: zematt

    Entschuldigung,
    natürlich ist es ein Frühindikator.

    Die Nachfrage nach Tonnage wurde zu optimistisch eingeschätzt, mit der Folge, daß nun weniger Schiffe bestellt und in Zukunft gebaut werden.

    Ähnliches gilt wohl für weitere Branchen.

  • 01.02.2012, 15:08 UhrAnonymer Benutzer: Schiffffahrtsexperte

    Der BDI ist ein Index für Frachtraten von Massengutschiffen. Wer mehr darin sieht ist selber Schuld und hat wieder einmal Äpfel mit Birnen verglichen. Oder Korrelation und Kausalität verwechselt.

  • 01.02.2012, 16:38 UhrKeepCool

    Zitat aus dem Artikel: "Auf kurze Sicht ist der Baltic Dry Index viel zu volatil um daraus Aussagen über die Weltkonjunktur abzuleiten. Auf lange Sicht folgt er aber ungefähr dem Trend."

    Ich hatte hier letztens eine kontroverse Diskussion über den Baltic Dry. Nach meiner Erfahrung ist dieser Index kurzfristig ein ziemlicher Zappelphilipp, dessen Schwankungen man ohne Insiderkenntnisse nur schwerlich korrekt interpretieren kann.

  • 01.02.2012, 17:10 UhrAnonymer Benutzer: bolle

    Genau! Die teuersten Worte des Investierens:
    "Dieses Mal ist es anders."

    Natürlich ist der BDI ein vorlaufender Indikator. Und wenn das die "Experten" nicht glauben möchten/ wollen/ dürfen, dann sollten sie sich mal den HARPEX-Index (Charterrate für Containerschiffe) ansehen - der fällt nämlich ebenfalls:
    http://www.harperpetersen.com/harpex/harpexRH.do?timePeriod=Year1&&dataType=Harpex&floatLeft=None&floatRight=None


    Ist zwar mit 55% Minus über die letzten 8 Monate nicht so drastisch, aber schon sehr sehr deutlich. Aber das ist wahrscheinlich auch kein Indikator, denn offensichtlich gilt für Experten und Schönfärber:
    Nur steigende Indikatoren sind gute Indikatoren, fallende sind falsch oder vernachlässigbar.

    Aber hinterher ist das Gejammer wieder groß ala "das konnte keiner ahnen, die Indikatoren haben es nicht angezeigt". Bla bla bla ...

    Ich kann einen kompletten Default von Finanzsystem UND Realwirtschaft gar nicht erwarten, damit die Träger der Rosa-Brille in Politik, Wirtschaft und Bankenlandschaft mal sehen zu was ihre Schönfärberei führt. Aber bitte nicht nur so ein kleines Zuckeln wie 2008 und 2009 (und da waren die Autobahnen schon fast ohne LKW) ... nein, mal richtig schön runter.

    Naja, wie auch immer: Mal wieder ein schöner Verdummungs-Artikel. Die wahren und "unmodifizierten" Aussagen sind eben nicht im HB und dem restlichen Blätterwald zu finden - die stehen woanders wie z.B. bei markt-daten.de oder querschuesse.de .

    • 01.02.2012, 17:44 UhrAnonymer Benutzer: Keine_Macht_den_Gottspielern

      @bolle: Selbst auf Wikipedia (!) können Sie bezüglich des rasanten Baltic-Dry-Südkurses "unmodifizierte" Aussagen lesen:
      "Die Abschwächung des Welthandels, die nachlassende Wirtschaftstätigkeit in der Volksrepublik China und die Staatsschuldenkrise im Euroraum führten zu einem Rückgang der Schiffstransporte. Die gesunkene Rohstahlproduktion in China ließ die Importe von Eisenerz zurückgehen. Zahlreiche Neubauablieferungen und fehlende Nachfrage erhöhten die Überkapazitäten am Schiffsmarkt."
      https://de.wikipedia.org/wiki/Baltic_Dry_Index
      Da man den BDI nicht so manipulieren kann wie z.B. die Arbeitslosen- und Inflationsberechnungen, bleibt halt nur noch das "Uminterpretieren"...

  • 01.02.2012, 17:15 UhrAnonymer Benutzer: alex

    wenn BDI, SSEC und S&P in einem chart zu sehen sind, fällt auf das BDI, SSEC, s+p bis 2010 etwa gleichlaufen, seit der einführung des "Quantitative easing" jedoch führt der s+p ein abgekoppeltes eigenleben, während BDI SSEC nach wie vor etwa gleichlaufen. zufall?
    die im artikel geschilderten effekte könnt ich mir vorstellen wenns ne massenschiffstaufe gegeben hätte.

  • 01.02.2012, 17:20 Uhrk.h.a.

    Der BDI wackelt immer mal ein wenig, dennoch ist er recht brauchbar als Früh-Indikator:

    Neue Tonnage kommt seit einigen Jahren bereits recht kontinuierlich auf den Markt.
    Die bekanntlich (!) im Jahre 2012 zu erwartende weitere Tonnage vermag kaum die Preise ausgerechnet im Januar zu drücken.
    Keiner weiß, was kommen wird an ökonomischer Entwicklung.
    Und das war und bleibt so.

  • 01.02.2012, 17:21 UhrKeepCool

    Zitat: "die im artikel geschilderten effekte könnt ich mir vorstellen wenns ne massenschiffstaufe gegeben hätte."

    Und wenn der Baltic Dry in absehbarer Zeit wieder "grundlos" steigt, ein Massen-Schiffe-Versenken. :-D

  • 01.02.2012, 18:10 UhrKeepCool

    Ich verstehe die Aufregung der Gläubigen nicht.

    Wenn ihr dem Baltic Dry so sicher entnehmen könnt, dass die Weltmärkte schon zusammengebrochen sind, wird es ja kein Problem sein, diese exklusive Information dahingehend auszunutzen, euch beliebig reich zu machen.

    Ich Zweifler werde dann demütig bitten, euch wenigstens ab und zu gegen ein Almosen die Schuhe putzen zu dürfen.

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