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Konjunkturprognose: IWF ist für Deutschland pessimistisch

Der Währungsfonds ist skeptisch für den Welthandel - und weit pessimistischer als viele deutsche Ökonomen. Liegt der IWF richtig, würde Deutschland als Exportnation besonders hart getroffen werden - und die Erholung von der Krise in weite Ferne rücken.

Indikator für den Welthandel: Der Schiffsverkehr mit Containern. Quelle: ap
Indikator für den Welthandel: Der Schiffsverkehr mit Containern. Quelle: ap

DÜSSELDORF. Der Internationale Währungsfonds erwartet, dass Deutschland sich nur langsam aus der Konjunkturtal herausarbeiten kann. In ihrem neuen Ländergutachten gehen die IWF-Experten für das laufende Jahr von einem Wirtschaftswachstum von 1,2 Prozent aus, für 2011 erwarten sie ein Plus von 1,7 Prozent - im Februar hatte der IWF noch 1,5 und 1,9 Prozent Wachstum für Deutschland geschätzt.

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Mit seiner neuen Prognose ist der IWF pessimistischer als die meisten deutschen Ökonomen, die mehrheitlich 1,5 bis zwei Prozent Wachstum erwarten. Auch die Bundesregierung überarbeitet gerade ihre Konjunkturprognose von derzeit 1,4 Prozent. Angesichts guter Konjunkturdaten der letzten Tagen stehe eine Senkung der Regierungsprognose wohl nicht an, hieß es in Regierungskreisen.

Nach Ansicht des IWF wird sich in Deutschland der Abbau von Arbeitsplätzen beschleunigen. Die Washingtoner Ökonomen erwarten gar einen weiteren Anstieg der Arbeitslosigkeit auf bis 9,5 Prozent zum Jahresende. Damit widersprechen sie der Bundesagentur für Arbeit. Deren Forscher hatte jüngst nur einen leichten Anstieg der Arbeitslosigkeit für 2010 vorhergesagt. Das Institut für Weltwirtschaft geht gar von leicht sinkender Arbeitslosigkeit dieses Jahr aus. Heute wird die Arbeitsagentur den Arbeitsmarktbericht für März vorlegen. Experten rechnen im Schnitt rechnen mit einem Rückgang der Erwerbslosenzahl um 30 000 bis 40 000 auf rund 3,6 Millionen.

Auch für 2011 erwartet der IWF keine Besserung. Besonders in der deutschen Industrie stünden weitere Stellenstreichungen bevor - insbesondere dann, wenn sich der Welthandel schwächer entwickelt als erwartet. "Dies könnte die Flexibilität des deutschen Arbeitsmarkts, der immer noch durch ein hohes Maß an Beschäftigungsschutz geprägt ist, hart auf die Probe stellen."

Der IWF forderte Deutschland auf, seine Binnennachfrage zu stärken, auch um die Wirtschaft damit besser gegen externe Schocks abzusichern. "Die Erholung wird wegen der vielfältigen Abwärtsrisiken beim Export und dem Kreditwachstum fragil bleiben." Ein Risiko für den Aufschwung bleibe die Instabilität des Bankensektors. Zwar habe sich der Zustand der Finanzbranche seit Beginn der Krise verbessert, doch bestünden weiterhin Gefahren, etwa das Risiko von weiteren Kreditausfällen und Abschreibungen sowie das starke Engagement deutscher Banken in Südeuropa.

  • 01.04.2010, 17:37 UhrAnonymer Benutzer: almabu

    Diejenigen, die in den letzten Jahren wirtschaftlich alles zugunsten eines fragilen Exportweltmeister-Titels an binnenkonjunktur systematisch abgewürgt haben, stehen jetzt dumm'rum und warten darauf, dass der Export wieder anspringt. Dies können sie jedoch nicht aus eigener Kraft erreichen. Sie sind dabei von vielerlei Kriterien abhängig. Was ihnen dabei überhaupt nicht einfällt, ist das was Erwerbstätige, Gewerkschaften, der iWF, die EU sowie individuelle Nachbarländer wie z.b. Frankreich seit langem fordern: Die binnenkonjunktur in Deutschland durch höhere Löhne und niedrigere Steuern zu fördern! Wann wird es die bundesregierung merken?

  • 30.03.2010, 22:43 UhrAnonymer Benutzer: Realist

    Erstaunlich, dass ausgerechnet die größten Schönredner des staatlichen Geldausgebens nun über die lahmende Wirtschschaft jaulen!
    Unser aller erstes Problem ist nämlich die astronomische Staatsverschuldung, die jedes ausgleichende Handeln des Staates (was seine Aufgabe wäre) unmöglich macht. Stattdessen hat man in den fetten Jahren die Sozialausgaben und die übrigen Transferzahlungen auf die Spitze getrieben und weit darübr hinaus.
    Wer sanieren will, muss heute endlich bei denen anfangen, die keine beiträge zum biP leisten. beispielsweise wäre die astronomische Zahlung des bundes in die Rentenkasse zu reduzieren. Dank mediendemokratisch-populistischer Politik passiert das Gegenteil: Die Untätigen werden immer weiter "prämiert"! DAS wird ein Problem sein, wenn die aktuelle Wirtschaftskrise längst vergessen ist, meine Herren Aruba und Jonas.

  • 30.03.2010, 22:34 UhrAnonymer Benutzer: 18-formatic

    Pessimismus ist mit Recht zu bei zu Halten.
    bankenaufsicht wenn die endlich zustande käme.
    Da wird noch mehr Pessimismus in den Reihen der banken das Wirken zu spüren bekommen. Es werden noch mehr faule Papiere auftauchen.
    Mit Sicherheit.

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