Konsum in USA zieht an
Die Amis kaufen wieder mehr

Entspannung in den Vereinigten Staaten: Die Wirtschaftslage in den USA erholt sich, der Konsum zieht an und die Einkommen steigen. Außerdem wächst die Wirtschaft weiter. Ein Ende ist indes noch nicht abzusehen.
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WashingtonDie Amerikaner geben nur wenig mehr Geld für den Konsum aus und setzen verstärkt aufs Sparen. Die Ausgaben für den privaten Verbrauch stiegen im Februar zum Vormonat nur um 0,1 Prozent, wie das Handelsministerium in Washington am Montag mitteilte.

Von Reuters befragte Ökonomen hatten einen doppelt so starken Anstieg erwartet, nachdem es im Januar ein Minus von 0,2 Prozent gegeben hatte. Die Verbraucher gaben weniger für Autos und andere teure Anschaffungen aus. Zugleich trieb das frostige Wetter in weiten Teilen der USA ihre Heizrechnungen in die Höhe.

Zudem zogen die Preise auch in anderen Bereichen leicht an: Die von der Notenbank besonders beachtete sogenannte Kernrate legte um 1,4 Prozent zu. In dieser Kennziffer werden die besonders schwankungsanfälligen Preise für Energie und Nahrungsmittel ausgeklammert.

Ökonomin Christiane von Berg von der BayernLB verwies darauf, dass die Kernrate seit fast zwei Jahren auf niedrigem Niveau vor sich hindümpelt. Auch mit dem jüngsten Anstieg könne sich die Notenbank Federal Reserve (Fed) „nicht ausreichend sicher“ sein, dass die Inflationsrate mittelfristig zum Ziel von zwei Prozent zurückkehren wird.

Fed-Chefin Janet Yellen hat eine baldige Abkehr vom geldpolitischen Krisenmodus von einer weiteren Erholung am Arbeitsmarkt und von einem absehbaren Aufwärtstrend bei der Inflation abhängig gemacht. Die meisten Experten rechnen damit, dass der mit null bis 0,25 Prozent so niedrig wie nie zuvor liegende Leitzins im Juni oder in den späteren Sommermonaten wieder angehoben wird.

Die Fed will Anzeichen dafür sehen, dass der Aufschwung endlich beim Normalbürger angekommen ist. Dabei dürfte sie es positiv bewerten, dass die Einkommen der Amerikaner im Februar um 0,4 Prozent zulegten. Die Sparquote stieg zugleich auf 5,8 Prozent und damit den höchsten Stand seit Dezember 2012.

Der private Konsum steht für etwa 70 Prozent des Bruttoinlandsproduktes (BIP) der weltgrößten Volkswirtschaft. Die Kauflust der Amerikaner hatte das Wachstum der Wirtschaft Ende 2014 befeuert. Das BIP legte von Oktober bis Dezember mit einer auf das Jahr hochgerechneten Rate von 2,2 Prozent zu.

Mit plus 4,4 Prozent stiegen die Konsumausgaben so stark wie seit Anfang 2006 nicht mehr. Doch Volkswirte gehen davon aus, dass die Erholung zuletzt an Fahrt verloren hat, auch wegen des harten Winters. „Die zuletzt veröffentlichten US-Daten lassen darauf schließen, dass die Dynamik des konjunkturellen Aufschwungs im ersten Quartal nachlässt“, erklärte Ökonom Ulrich Wortberg von der Helaba.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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