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Konsumklima: Verbraucher trotzen der Wirtschaftskrise

Allen düsteren Krisenmeldungen zum Trotz: Die Verbraucherstimmung in Deutschland zeigt sich in der Wirtschaftskrise weiterhin erstaunlich robust. Das Konsumklima sei im März nahezu stabil geblieben, teilte die Gesellschaft für Konsumforschung in Nürnberg mit.

Noch lassen sich die Verbraucher ihre Kauflaune nicht verderben. Zumindest solange sie einen Job haben. Quelle: dpa
Noch lassen sich die Verbraucher ihre Kauflaune nicht verderben. Zumindest solange sie einen Job haben. Quelle: dpa

HB NÜRNBERG. Vor allem die Kauflust der Verbraucher halte sich auf einem guten Niveau. Gründe dafür seien die niedrige Inflationsrate sowie die finanziellen Anreize des zweiten staatlichen Konjunkturpakets. Allerdings werde der Pessimismus der Bürger über die Entwicklung der Konjunktur größer. Die Angst um den Arbeitsplatz dürfte mehr und mehr in den Vordergrund treten, hieß es in der GfK-Studie.

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"Wie lange die verhältnismäßig positive Verbraucherstimmung der Wirtschaftskrise noch trotzen kann, hängt maßgeblich vom Arbeitsmarkt ab", sagte GfK - Experte Rolf Bürkl in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur dpa in Nürnberg. Sollte sich die Arbeitslosigkeit deutlich ungünstiger als erwartet entwickeln, "so wird dies das Konsumklima schwer belasten".

"Dann würde die Binnennachfrage ihre bisher stabile Position verlieren und könnte die Rezession nicht mehr abmildern", sagte Bürkl. Immerhin mache der private Konsum knapp 60 Prozent des Bruttoinlandsprodukts aus. Er habe deshalb eine wichtige Rolle inne, wenn es darum gehe, die Einbrüche beim Export abzufedern.

Die GfK halte an ihrer Prognose fest, dass der private Verbrauch in diesem Jahr um 0,5 Prozent wachsen werde. "Wir haben keinen Grund, davon abzugehen", kommentierte Bürkl die relativ stabile Entwicklung des Konsumklimas auch im März. "Die Konsumenten haben bisher auf die ständigen Hiobsbotschaften aus der Wirtschaft erstaunlich gelassen reagiert." 2008 habe es geheißen, der Aufschwung sei nicht bei den Bürgern angekommen. "Vielleicht passiert jetzt das Gegenteil, und die Krise kommt nicht so schnell bei den Menschen an."

Dies liege auch daran, dass die Unternehmen bisher über Instrumente wie Kurzarbeit versuchten, Entlassungen in großem Stil zu vermeiden. Die Konjunkturpakete des Staates zeigten ebenfalls Wirkung. Wenn aber die Rezession länger anhalte und die Angst vor Arbeitslosigkeit stark wachse, dann würden die Verbraucher zurückhaltender mit ihren Ausgaben, sagte der Konsumforscher.

Bürkl begrüßte die geplante Aufstockung der Abwrackprämie. "Der Erfolg der Abwrackprämie zeigt, dass die Konsumenten solche "Geschenke" gerne annehmen." In vielen Haushalten seien noch genügend finanzielle Mittel vorhanden, die man durch weitere Kaufanreize "mobilisieren" könne. Skeptisch zeigte sich der GfK-Experte dagegen bezüglich einer Senkung der Mehrwertsteuer. Es sei nicht gewährleistet, dass diese Maßnahme über Preissenkungen auch wirklich beim Verbraucher ankommen würde.

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