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Konsumzurückhaltung: Franzosen haben im Dezember gegeizt

Frankreichs Verbraucher waren im Dezember sparsamer als im Vormonat. Im November war der private Verbrauch noch leicht gestiegen. Allerdings konnte sich der Fahrzeugmarkt über höhere Absatzzahlen freuen.

Weihnachtseinkäufe in Paris. Die französischen Verbraucher waren im Dezember zurückhaltender. Quelle: dapd
Weihnachtseinkäufe in Paris. Die französischen Verbraucher waren im Dezember zurückhaltender. Quelle: dapd

ParisDie Verbraucher in Frankreich haben sich im Dezember mit Ausgaben zurückgehalten. Der private Verbrauch stagnierte, wie aus den am Donnerstag vorgelegten Daten des Statistikamtes INSEE hervorgeht. Noch im November hatte es ein Plus von 0,2 Prozent gegeben. Die Verbraucher gaben bei relativ mildem Winterwetter weniger für Energie aus. Zugleich erhielt der Automarkt vor den im Januar eingeführten höheren Gebühren für Fahrzeuge mit hohem Schadstoffausstoß einen Schub: Neuwagenkäufe zogen zum Vormonat um 4,6 Prozent an.

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Im Schlussquartal 2012 gab der Konsum im Vergleich zum Sommer jedoch leicht um 0,1 Prozent nach. Demnach dürfte auch die Wirtschaftsleistung zum Jahresende unter der Konsumzurückhaltung der Verbraucher gelitten haben.

Konjunkturindikatoren

  • ifo-Index

    Der international beachtete Index basiert auf einer Befragung von etwa 7000 Unternehmen aus Bau, Einzelhandel und Industrie. In einem Fragebogen beurteilen sie ihre gegenwärtige Geschäftslage sowie die Erwartungen für die Zukunft. Beide werden im Geschäftsklima zusammengefasst. Der Index ergibt sich aus dem Saldo der Antworten gut und schlecht.

  • ZEW-Konjunkturerwartungen

    Der vom Mannheimer Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) herausgegebene Index beruht auf der Befragung von 350 Analysten und Finanzmarktexperten. Sie geben dabei ihre Einschätzung über die künftige Wirtschaftsentwicklung ab. Der Index zur mittelfristigen Konjunkturentwicklung ergibt sich aus der Differenz der positiven und negativen Erwartungen über die künftige Wirtschaftsentwicklung. Er wird zur Monatsmitte erhoben.

  • Einkaufsmanagerindex

    Wird von der britischen Forschergruppe Markit erhoben. Er beruht für Deutschland auf Umfragen unter Einkaufsmanagern von 500 repräsentativ ausgewählten deutschen Industrieunternehmen. Bestandteile des Index sind Auftragseingänge, Preise und Beschäftigung. Der Index hat einen relativ kurzen Vorlauf gegenüber der Produktion.

  • Baltic Dry Index (BDI)

    Der BDI ist ein Preisindex für die Verschiffungskosten wichtiger Rohstoffe wie Stahl, Eisenerz, Kohle und Getreide auf Standardrouten. Er wird durch das Angebot an frei stehendem Schiffsladeraum und die Hafenkapazitäten beeinflusst. Da Rohstoffe als Vorprodukte am Anfang der Wertschöpfungskette stehen, ist der BDI ein guter Frühindikator für die Weltkonjunktur.

  • GfK-Konsumklima

    Der GfK-Konsumklimaindex soll die Konsumneigung der Privathaushalte abbilden. Hierfür befragt das Institut monatlich 2000 repräsentativ ausgewählte Personen über ihr Anschaffungs- und Sparneigung auf Sicht von 12 Monaten sowie über ihre Erwartungen zur Gesamtwirtschaftlichen Situation.

  • Geldmenge M1

    Das Geldmengenaggregat M1 umfasst den Bargeldumlauf und Sichteinlagen (jederzeit verfügbare Einlagen, zum Beispiel auf Girokonten). Sie ist ein Indikator für die Transaktionshäufigkeit in einer Volkswirtschaft. Steigt die Geldmenge M1, so wird in der Regel auch mehr gekauft.

  • Handelsblatt Prognosebörse

    Auf der Handelsblatt Prognosebörse handeln Teilnehmer ihre Erwartungen über die Entwicklung von sechs Konjunkturindikatoren - Bruttoinlandsprodukt, Inflationsrate, Arbeitslosenzahl, Exporte, Bruttoanlageinvestitionen und ifo-Index - über virtuelle Aktien. Der Ansatz stützt sich nicht auf das Wissen einzelner Experten, sondern auf das gesammelte Wissen aller Teilnehmer. Jeder Interessierte kann kostenlos ein Konto eröffnen und von dort Konjunkturindikatoren als Aktien handeln: Je nach seinen persönlichen Erwartungen über die Entwicklung eines Indikators, kauft oder verkauft er Aktien.

Da der private Verbrauch traditionell als Antrieb für die französische Konjunktur gilt, fällt die Konsumschwäche in der zweitgrößten Volkswirtschaft der Euro-Zone besonders stark ins Gewicht. Das international in Sachen Wettbewerbsfähigkeit zurückgefallene Land steckt in einer tiefen Wirtschaftskrise. Die Arbeitslosigkeit ist auf den höchsten Stand seit rund 15 Jahren gestiegen.

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