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Krise: Bernanke weist Merkels Kritik scharf zurück

Ben Bernanke lässt die Kritik von Bundeskanzlerin Angela Merkel an der US-Zentralbank nicht gelten. Ganz im Gegenteil. Der Chef der US-Notenbank hat alle Vorwürfe von sich gewiesen - und seinerseits die deutsche Kanzlerin angegriffen. Die Kanzlerin verkenne das wahre Ausmaß der Krise.

Eine hohes Haushaltsdefizit könnte die konjunkturelle Erholung gefährden, meint Fed-Chef Bernanke. Quelle: ap
Eine hohes Haushaltsdefizit könnte die konjunkturelle Erholung gefährden, meint Fed-Chef Bernanke. Quelle: ap

HB WASHINGTON. Bei einer Anhörung vor dem Kongress hat Ben Bernanke andere Seiten aufgezogen. Der US-Zentralbankchef wies die Kritik von Bundeskanzlerin Angela Merkel an den geldpolitischen Kurs der Fed zurück. Und zwar deutlich. Er stimme „mit allem Respekt nicht mit ihrer Sichtweise überein“, sagte Bernanke. Damit sind die Differenzen zwischen den USA und Deutschland beim Umgang mit der Finanzkrise offen zutage getreten.

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Merkel hatte in einer Rede die von der Fed beschlossenen Lockerung der Geldpolitik und den massiven Ankäufen von Staatsanleihen kritisiert. Die Kanzlerin hattedie Rückkehr zu einer „unabhängigen Notenbankpolitik“ und einer „Politik der Vernunft“ angemahnt. Ausdrücklich hatte sie die amerikanische Notenbank genannt, deren erweiterte Vollmachten sie „mit großer Skepsis“ betrachte.Die US-Wirtschaftszeitung „Wall Street Journal“ hatte Merkels Äußerungen daraufhin als „ungewöhnliche Kritik“ und „harschen Kommentar“ gewertet.

Bernanke wiederum hält Merkel vor, das Ausmaß der gegenwärtigen Krise zu verkennen. „Die US-Wirtschaft ebenso wie jene in Deutschland steht einer außergewöhnlichen Kombination aus einer Finanzkrise und einem tiefen Einbruch wirtschaftlicher Aktivitäten gegenüber“, sagte Bernanke vor dem Haushaltsausschuss. „In diesem Kontext glaube ich, dass entschlossene Maßnahmen in der Haushalts- und Geldpolitik gerechtfertigt sind, um eine weitere Vertiefung der Krise zu vermeiden.“

Daneben sieht der US-Notenbankchef aber auch wieder wachsendes Vertrauen in den Finanzsektor kommen - mahnt aber zugleich baldige Schritte gegen das gigantische Haushaltsdefizit an. Dass US- Großbanken in den vergangenen Wochen „erhebliche Fortschritte“ bei der Stärkung ihres Kapitalpuffers erzielt hätten, deute auf gestiegenes Vertrauen der Investoren in das Bankensystem hin sagte Bernanke am Mittwoch vor einem US-Kongressausschuss. Allerdings müsse bereits jetzt mit Planungen begonnen werden, das Haushaltsdefizit abzubauen, um das Vertrauen der Finanzmärkte nicht zu verspielen, mahnte der Zentralbankchef.

Dessen ungeachtet geht Bernanke davon aus, dass „dass sich die wirtschaftliche Aktivität zunächst stabilisieren wird, um sich dann gegen Jahresende zu erholen“. Diese Prognose sei allerdings davon abhängig, ob sich die Konsumausgaben, der Häusermarkt und die Investitionen der Unternehmen erholten. Diese Faktoren seien die „Schlüsselgrößen“ für eine wirtschaftliche Erholung.

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