Leitzins um 0,5 Prozentpunkte verringert: Fed deutet weitere Zinsschritte an

Leitzins um 0,5 Prozentpunkte verringert
Fed deutet weitere Zinsschritte an

Die US-Notenbank hat die Forderungen der Finanzmärkte erfüllt: Sie senkte am Mittwoch den Leitzins für die USA um weitere 50 Basispunkte auf drei Prozent. Bereits in der vergangenen Woche hatte die Fed den Zinssatz um 0,75 Basispunkte gesenkt. Auch jetzt lässt sie die Tür für abermalige Zinsschritte nach unten offen.

HB WASHINGTON. Wie die Federal Reserve (Fed) in Washington » mitteilte, wird auch der Diskontsatz, zu dem sich die Banken bei der Fed über Nacht Geld besorgen können, im gleichen Umfang auf 3,5 Prozent gekappt. Der Zielsatz für Tagesgeld, den die Fed als Leitzins benutzt, liegt nun so niedrig wie seit Juni 2005 nicht mehr. Mit neun zu eins Stimmen fiel die Entscheidung des Offenmarktausschusses allerdings nicht einmütig.

Der Offenmarktausschuss, der über den Leitzins entscheidet, votierte mit 9 zu 1 Stimmen für die Zinssenkung. Der Präsident der Federal Reserve Bank von Dallas, Richard Fisher, sprach sich für eine Beibehaltung des Leitzinses aus. Seit September 2007 hat die Fed im gegenwärtigen Senkungszyklus den Leitzins um 225 Basispunkte zurückgefahren.

Zur Begründung für die neuerliche Zinssenkung hieß, die Risiken für eine weitere Abschwächung des Wachstums in den Vereinigten Staaten blieben wegen der Hypotheken- und Finanzkrise hoch. Die Märkte seien nach wie vor nennenswerten Belastungen ausgesetzt. Die Entscheidung solle das Wachstum stimulieren. Sinkende Zinsen verbilligen Kredite für Unternehmen und Haushalte und kurbeln so die Konjunktur in der Regel an. Die Notenbank erwartet darüberhinaus, dass sich der Preisauftrieb in den nächsten Quartalen abschwächt. Die Fed stellte klar, dass sie im Bedarfsfall zu einer weiteren Lockerung der Geldpolitik bereit ist. „Der Ausschuss wird (...) zeitnah reagieren um Risiken entgegen zu treten.“

An den Börsen sorgte die zweite Zinssenkung der Notenbank innerhalb von nur acht Tagen zunächst für Aufatmen. An der New Yorker Wall Street drehten die wichtigsten Indizes ins Plus. An den Terminmärkten signalisierten die Futures eine weitere Zinssenkung Mitte März. Die Wahrscheinlichkeit einer Senkung um dann 25 Basispunkte auf 2,75 Prozent wurde mit 62 Prozent taxiert. Einen herben Dämpfer musste deshalb der Dollar hinnehmen. Er fiel zum Euro um rund einen Cent. Der Leitzins in den USA liegt nun 100 Basispunkte unter dem der Euro-Zone (4,0 Prozent). Dadurch werden Finanzanlagen im Dollar-Raum unattraktiver als in der Euro-Zone.

US-Analysten lobten den Schritt der Währungshüter um Fed-Chef Ben Bernanke: „Sie sind nicht im Panik-Modus. Sie schauen auf die Realwirtschaft, und was die braucht sind niedrigere Zinsen“, sagte Währungsstratege Ken Landon von JP Morgan Chase in New York. Jeff Kleintop, Stratege bei LPL Financial in Boston meinte: „Die Fed demonstriert, dass sie das Heft des Handelns wieder in der Hand hat. Sie versucht mit dem wichtigsten Hebel die Folgen der Immobilienkrise abzumildern. Es sieht so aus, dass Bernanke glaubt, mit dieser Aktion ist die Gefahr einer tiefen Rezession zumindest erst einmal vom Tisch.“

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