
FRANKFURT. Der Kosmos der Christine Glockmann ist durch eine Sicherheitsschleuse von der übrigen Welt getrennt. Eine Frau, freundlich und hoch gewachsen, die dunklen Haare praktisch kurz. Ihr kleines Büro im fünften Stock eines Bürokolosses aus viel Beton und Glas ist der Ort, an dem auf Knopfdruck Geld entsteht. Millionen, Milliarden Euro, manche sagen: die Rettung der Welt.
Christine Glockmann, Bundesbank, Frankfurt, Hauptgruppenleiterin geldpolitische Geschäfte, steht auf ihrer Visitenkarte. Sie ist die Herrin des Geldes, eine Notärztin, gerufen ans Krankenbett der Weltwirtschaft. Mit Geldinfusionen verhindert sie seit Monaten den Infarkt des Kapitalismus. Im Auftrag der Europäischen Zentralbank versorgt sie rund 2100 Geschäftsbanken mit Geld. So verhindert Glockmann, dass Banken untergehen, dass der Geldkreislauf der Wirtschaft und mit ihm vielleicht ganze Länder kollabieren. So schien es bisher.
Nun allerdings ist nicht mehr sicher, was sie ausrichten kann und was nicht. Spekulanten wetten auf eine Staatspleite Griechenlands und einiger anderer Länder. Regierungschefs ringen in dramatischen Sitzungen bis tief in die Nacht um Rezepte, die Hunderte Milliarden Euro kosten. Und die Währungshüter der EZB brechen mit ehernen Grundsätzen.
Es geht dieses Mal nicht um Banken. Es geht darum, ob der Euro überlebt. Ob die europäische Staatengemeinschaft , diese große politische Idee, der dritten Welle der globalen Krise standhält - oder wieder in ihre Einzelstaaten zerfällt.
Christine Glockmann redet nicht über Politik. Es gehört zum Kodex der Notenbanker, sie aus ihrem Geschäft herauszuhalten. Ihre Unabhängigkeit geht ihnen über alles. Sie sei "zuständig für geldpolitische Operationen", sagt Glockmann. Sie ist nur eine Händlerin in einer Notenbank, die ausführt, was die EZB der Bundesbank aufträgt, soll das heißen.
Sie tippt etwas in ihren Computer, das Klackern ihrer Tastatur mischt sich mit dem vielstimmigen Klackern, das aus dem Großraumbüro durch ihre offene Tür dringt.
Auf einem ihrer zwei Bildschirme erscheint eine Eingabemaske, Omtos, Offenmarkt-Tender-Operationssystem, so einfach zu bedienen wie ein Word-Programm. Omtos ist die wichtigste Verbindung der Zentralbanken mit der Welt, mit Europa, seinen Banken und dem Kreditbedarf der Unternehmen, mit der Krise und ihren Folgen.
Christine Glockmann hat sie schwarz auf grau vor sich, die Namen der Banken, der Männer und Frauen, die sich mit ihrem Nutzernamen und Passwort angemeldet haben. Für sie alle ist es kein Problem, Hunderte Millionen Euro zu bekommen. Nichts in dieser großen Krise war für sie so leicht zu beschaffen wie Geld.
Die Katze ist aus dem Sack !
Jetzt wird langsam zugegeben das die banken Geld aus dem Nichts schaffen, und für dieses Nichts Zinsen verlangen.
Doch anstatt diesen irrsinn zu beenden wird ein neuer Zaubertrick erfunden: die EZb gibt wie immer für nur 1% Zinsen Geld an Privatbanken, jetzt sollen die Privatbanken mit diesem erfundenen und geliehenen Falsch-Geld Staatsanleihen kaufen, und anschließend von der EZb Zinsen bekommen.
Eine neue Stufe der Umverteilung von unten nach oben, von arm nach reich, wird hiermit eingerichtet.
Entweder kommt der Zusammenbruch oder eine Hyperinflation.
Gute Nacht Europa !
Die Privatbanken bedanken sich ein weiteres mal !
Erst wenn das Finanzsystem endgültig kollabiert,
werden die Menschen merken,
dass man mit Geld nicht automatisch Kredit (also Vertrauen) schöpft
und ein ungedecktes Fiat-/Kreditgeldsystem statt Kredit Mißkredit und damit die größte Vertrauenskrise aller Zeiten gebären muss.
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