Marcel Fratzscher
DIW-Chef sieht nach Jamaika-Aus verbleibende Optionen skeptisch

Nachdem die Jamaika-Verhandlungen gescheitert sind, könnte es nun doch zu einer großen Koalition zwischen Union und SPD kommen. Diese hält der Chef des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung nicht für die Optimallösung.
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FrankfurtNach den geplatzten Jamaika-Sondierungen blickt der Chef des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), Marcel Fratzscher, auf andere mögliche Konstellationen skeptisch. „Ich bin nicht sehr optimistisch, dass eine große Koalition es besser machen würde. Und eine Minderheitsregierung wäre für mich der schlechtestmögliche Ausgang“, sagte Fratzscher am Freitag in Frankfurt.

Deutschland erlebe aktuell wirtschaftlich sehr gute Zeiten. Aber jetzt müsse gehandelt werden, das Fenster für Reformen sei da. Er könne nicht sehen, dass eine Minderheitsregierung das entschieden angehen werde. „Und die große Koalition hat in den vergangenen vier Jahren wenig getan.“

Aus Sicht des DIW-Chefs sollten in der Wirtschaftspolitik der neuen Regierung vor allem vier Themen im Vordergrund stehen. „Eines ist die Wettbewerbsfähigkeit,“ so Fratzscher. Dazu zählten Investitionen in den Ausbau der digitalen Infrastruktur und in Forschung und Entwicklung. Darüber hinaus müssten soziale Ungleichgewichte angegangen werden. So sollte das Thema Rentenreform weit oben auf der Agenda stehen. Ein zentraler Punkt sei auch der Umbau hin zu einer offenen Gesellschaft, wozu auch die Integration der Flüchtlinge gehöre. Der vierte wichtige Themenkomplex sei Europa, wo Reformen nötig seien.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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