„Ein Grund für die Misere waren die verdüsterten globalen Konjunkturperspektiven, die nicht nur einen überraschend starken Rückgang bei den Neu- und Folgeaufträgen, sondern auch die Verschiebung bereits erteilter Aufträge nach sich zogen“, sagte Markit-Experte Tim Moore. „Am schlimmsten hat es die Hersteller von Vorleistungs- und Investitionsgütern erwischt, während im Konsumgüterbereich die nachlassenden Exportbestellungen von der verstärkten Binnennachfrage überkompensiert wurden. Von einem Aufschwung sei der Sektor weit entfernt.
Mit Produktion und Aufträgen ging es zwar steil bergab, die Einbußen seien aber bei weitem nicht so beträchtlich wie während der großen Rezession um den Jahreswechsel 2008/09. Die Unternehmen stellten deshalb weiter ein, wenn auch so wenig wie seit gut einem Jahr nicht mehr.
Entlastung kam dagegen von der Preisfront. Die Kosten der Unternehmen sanken den zweiten Monat in Folge, weil sie Materialien günstiger einkaufen konnten. Ihre Verkaufspreise hoben sie gering an wie seit Februar 2010 nicht mehr.
In den fünf wirtschaftlich bedeutendsten Euro-Ländern Deutschland, Frankreich, Italien, Spanien und den Niederlanden sank laut der Markit-Erhebung zudem die Kostenbelastung der Unternehmen. Der Grund: billigere Rohstoffe. Die Verkaufspreise wurden nur noch gering angehoben. Das spricht für einen nachlassende Inflation, die der Europäischen Zentralbank (EZB) Spielraum für Zinssenkungen eröffnet. Einige Experten erwarten, dass sie ihren Leitzins bereits kommende Woche senkt - von 1,25 auf 1,0 Prozent. Billiges Geld kann die Wirtschaft anschieben.
Die Euro-Politiker setzen darauf, dass sich angesichts der beschlossenen Maßnahmen wie einer Hebelung des EFSF-Kreditvolumens und der neuen Technokraten-Regierungen in Italien und Griechenland die Märkte wieder etwas beruhigen. Die derzeit beängstigend hohen Zinsen vor allem für italienische Staatsanleihen würden in diesem Szenario langsam wieder sinken, Griechenland bleibt dank des Schuldenschnitts eine Insolvenz erspart. Die Banken bunkern mehr Kapital, um nicht in Schieflagen zu geraten.
Eine Änderung der EU-Verträge - das nächste große Thema - soll bewirken, dass die Euroländer künftig stärker zentral gesteuert und überwacht werden können. Zusätzlich geht 2013 der dauerhafte Rettungsschirm ESM an den Start. Auch der Internationale Währungsfonds (IWF) könnte noch stärker an Rettungsmaßnahmen beteiligt werden.
Eine andere, vielleicht noch gefährlichere Entwicklung wäre ein plötzliches Ereignis - zum Beispiel die unerwartete Insolvenz einer großen Bank. Es könnte Schockwellen an den Aktien- und Anleihemärkten auslösen und Kettenreaktionen nach sich ziehen.
Problematisch wird es, wenn die Renditen der Staatsanleihen für Krisenländer auf dem derzeitigen Höchstniveau verharren und auch die Papiere solider Staaten wie Frankreich oder Deutschland weniger Käufer finden. Dies wären Anzeichen dafür, dass die bewährte Form der Euro-Staatsfinanzierung ausgedient hat - Rettungsschirme würden dann mittelfristig auch nichts mehr bringen, weil sie die Wurzel des Problems nicht beseitigen.
Eine Alternative zur bisherigen Form der Staatsfinanzierung wären Euro-Bonds - also gemeinschaftliche Anleihen der Eurostaaten, die unterschiedlich konstruiert werden könnten. Deutschland lehnt sie bisher ab, doch bei einer Verschärfung der Krise ist vorstellbar, dass sich der Widerstand lockert.
Im Fall einer plötzlichen Notsituation kann eigentlich nur die Europäische Zentralbank (EZB) helfen, da politische Entscheidungsprozesse zu lange dauern. Die EZB könnte ankündigen, unbegrenzt Staatsanleihen aufzukaufen - einige Ökonomen fordern dies bereits heute - und damit eine Torschlusspanik an den Märkten und in der Bevölkerung verhindern. Die EZB möchte solche drastischen Maßnahmen, die möglicherweise die Inflation beflügeln, eigentlich nicht ergreifen - doch im Extremfall könnte sie dazu gezwungen sein.
Sehr unwahrscheinlich - aus dem einfachen Grund, dass es dann nur Verlierer gibt. Krisenländer könnten zwar zu ihrer alten Währung zurückkehren und sie abwerten, damit ihre Unternehmen wettbewerbsfähiger werden. Ihre Schuldenprobleme wären damit aber überhaupt nicht gelöst.
Führt Deutschland die D-Mark wieder ein, würde sie wiederum mit ziemlicher Sicherheit drastisch an Wert gewinnen - was Gift für die Konzerne wäre, die auf den Export und die boomenden Märkte in Asien setzen. Fast alle Vorteile des Euro, von denen Deutschland in den vergangenen Jahren überproportional profitiert hat, wären zunichtegemacht.
Dass sich Unternehmen mit dem Euro-Aus zumindest theoretisch befassen, ist normal - sie müssen, meist schon aus Verantwortung gegenüber ihren Aktionären, alle möglichen Szenarien für den Geschäftsverlauf durchspielen.
Sie sprechen mir aus der Seele, auch der Tenor der anderen Kommentatoren belegen das, woran auch ich denke:
Die sogenannten Vordenker, Vorplaner, Kyriphäen, Gutmenschen, Weltuntergangsbefürworter, Experten, Wirtschaftsweisen, Professoren, Introvertierte, Hellseher und und und.......sind auch nicht mehr das, was sie mal waren.
Es lebe Nostradamus....der hatte jedenfalls immer noch Recht behalten ;)
Seit vielen Wochen vergeht keine Nachrichtensendung ohne, dass auf den kommenden starken Abschwung hingewiesen wird.
Vor wenigen Tagen dann die tollen Zahlen des 3. Quartals.
Jetzt wieder Untergangsstimmung ! Die Medien müssten sich mal entscheiden was sie berichten wollen, oder arbeiten sie auch schon am Untergang Europas mit, wie die Politik. Gestern im Fernsehen sehr kritisch über Madame NO (Merkel) obwohl sie doch versucht, dass wir nicht gnadenlos zur Kasse gebeten werden, weit mehr als bisher !Und alle sagen voraus ,dass sie wieder umfällt, obwohl das sehr nachteilig
für D wäre.
Dasselbe bild bot sich in Deutschland vor der großen Depression. Die besten Arbeitslosenzahlern seit ihrem bestehen, eine voll ausgelastete Wirtschaft. Der Motor läuft immer noch einmal heiß, bevor er aussetzt.
15 Kommentare
Alle Kommentare lesen