
ZÜRICH. Zwar habe die Schweizerische Nationalbank (SNB) kein Wechselkursziel, aber sie verfolge den Devisenmarkt sehr genau, heißt es in einer Stellungnahme Hildebrands. Bis Ende vergangenen Jahres hatten die Eidgenossen den Wechselkurs zum Euro mit zum Teil massiven Interventionen auf dem Devisenmarkt bei der Marke von 1,50 Franken verteidigt. In den letzten Wochen ist der Kurs jedoch deutlich unter diesen inoffiziellen Zielwert gesunken. Das hat die Spekulationen genährt, die SNB würde die Zügel etwas schleifen lassen.
Zumal die Notenbank bei ihrer letzten Pressekonferenz auch verbal etwas zurückgerudert war. Hildebrand versetzt den Erwartungen auf ein Ende der Eingriffe jetzt einen Dämpfer. Der Kurs des Franken reagierte postwendend und notierte zum Wochenauftakt leicht schwächer als in der Vorwoche. Die SNB will mit ihren Währungsinterventionen einem allgemeinen Preisverfall in der Schweiz vorbeugen. 2009 ist das Preisniveau in der Alpenrepublik vermutlich gesunken. 2010 erwartet die Notenbank mit einem leichten Plus von 0,5 Prozent praktisch Preisstabilität.
Die Schweizer Wirtschaft hat dank der weltwirtschaftlichen Erholung wieder Tritt gefasst. Zwar ist die Arbeitslosenquote im Dezember noch einmal von 4,2 auf 4,4 Prozent gestiegen. Dennoch sind die staatlichen Konjunkturforscher vom Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) etwas optimistischer geworden. Demnach soll die Arbeitslosigkeit mit knapp fünf Prozent ihren Höhepunkt erreichen. Zuvor hatten die Ökonomen noch mit einer Quote von deutlich mehr als fünf Prozent gerechnet.
Auch der Wachstumsmotor ist wieder angesprungen. Bereits im dritten Quartal 2009 gab es ein kleines Plus. Das Gesamtjahr schloss jedoch mit einem Minus von voraussichtlich 1,5 Prozent ab. Für das Jahr 2010 rechnet die SNB mit einem Anstieg des Bruttoinlandsprodukts zwischen 0,5 und einem Prozent. Trotz des wackligen Aufschwungs will die Notenbank ihr geldpolitisches Doping zurückführen. Aus der Inflationsprognose gehe hervor, dass die expansive Geldpolitik nicht endlos weitergeführt werden kann, schreiben die Notenbanker. Die Eidgenossen sind sich jedoch bewusst, wie schmal der Grat zwischen Inflations- und Deflationsrisiken ist. Eine erneute Verschlechterung der Konjunktur könne nicht ausgeschlossen werden, heißt es in Zürich.