Nachrichten

_

Mehr als ein Viertel Ökostrom: Erneuerbare Energien auf Hochtouren

Die Energiewende dauert noch viele Jahre, die Kosten schnellen bereits im kommenden Jahr in die Höhe. Der Hauptgrund sind die stark steigende Produktion von Wind- und Solarstrom. Das zeigen aktuelle Daten.

Windräder am Horizont, Solarzellen auf dem Dach. Die Erneuerbaren Energien trugen von Juli bis September mehr als ein Viertel zur Stromproduktion bei. Quelle: dpa
Windräder am Horizont, Solarzellen auf dem Dach. Die Erneuerbaren Energien trugen von Juli bis September mehr als ein Viertel zur Stromproduktion bei. Quelle: dpa

BerlinDie Ökostrom-Umlage wird im kommenden Jahr auf fast 5,3 Cent steigen und dadurch die Stromrechnung eines durchschnittlichen Haushaltes um mindestens 60 Euro in die Höhe treiben. Ein Grund für den Anstieg ist die stark steigende Ökostrom-Produktion, wie sie Zahlen des Internationalen Wirtschaftsforums Regenerative Energien (IWR) für die Monate Juli bis September dieses Jahres belegen.

Anzeige

Der Anteil der erneuerbaren Energien ist vorläufigen Berechnungen des IWR ist im dritten Quartale zufolge auf etwas über 27 Prozent geklettert. Von Juli bis September betrug er 27,2 Prozent. Basis für die Berechnung sind Daten der Strombörse EEX, wie die „taz“ in ihrer Dienstagsausgabe berichtet. Im ersten Halbjahr 2012 war der Anteil von Windkraft, Solarenergie, Biomasse und Wasserkraft bereits erstmals über die 25-Prozent-Marke gestiegen.

Atomausstieg Woran die Energiewende hakt

Verbraucher und Industrie müssen 2013 für Strom deutlich mehr bezahlen.

Atomausstieg: Woran die Energiewende hakt

Besonders die Solarenergie erzielte Rekordwerte: Im Juli trug sie 9,6 Prozent der Stromerzeugung, wie das IWR errechnete. „Das Entscheidende ist aber nicht die reine Strommenge“, sagt Institutsleiter Norbert Allnoch. Solarstrom stehe dann zur Verfügung, wenn er auch gebraucht werde und der Strom aus fossilen Energieträgern besonders teuer sei - tagsüber. Die Solarenergie decke dann die gegenüber Nachtstunden zusätzlich benötigte Kraftwerksleistung zu großen Teilen ab.

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat im Streit über die Kosten der Energiewende die eigene schwarz-gelbe Koalition mit deutlichen Worten zur Zusammenarbeit aufgefordert. Die anstehende Erhöhung der Strompreise gebe Anlass zum Handeln, sagte die CDU-Vorsitzende am Montag auf der dritten CDU-Regionalkonferenz in Potsdam. Es nütze aber gar nichts, „wenn wir uns in der Regierung gegeneinanderstellen, sondern da müssen wir gemeinsam eine Lösung finden.“

Merkel sagte, es müsse überlegt werden, wie die erneuerbaren Energien in Zukunft so ausgebaut werden könnten, „dass der Strompreis trotzdem so bleibt, dass Menschen ihn bezahlen können und dass Produktion weiter in Deutschland stattfindet und nicht abwandert“.

Merkel sprach auf der dritten von sechs Regionalkonferenzen, die die CDU vor ihrem Bundesparteitag Anfang Dezember abhält. Die Parteivorsitzende sprach den Angaben zufolge vor rund 800 Teilnehmer. Angemeldet hatten sich demnach 850 Menschen, vor allem Vertreter der CDU-Landesverbände Brandenburg, Berlin, Sachsen und Sachsen-Anhalt. Weitere Regionalkonferenzen sind in Schwerin (29. Oktober), Bad Fallingbostel (5. November) und Ludwigshafen (13. November) geplant.

  • 28.11.2012, 11:42 Uhrdoc_johnny

    Könnten wir uns bitte mal darauf einigen, dass das Stromnetz auf den Moment der höchsten Belastung ausgelegt sein muss?

    Diese Erkenntnis, kann doch nicht soooo schwer sein. Dies war bisher 2012 ein Februar Morgen um 4:45. Als Reserve wurde in der Schweiz ein Kraftwerk angeworfen. Wenn ich nicht ganz irre, dann scheint im Februar um 4:45 nicht die Sonne.

    Photovoltaik macht nur dann Sinn, wenn Angebotsmaximum und Bedarfsmaximum in etwa übereinstimmen. Ist das so schwer zu kapieren?

    Alles andere bedeutet nur, dass ein wenig Brennstoff gespart wird, denn jedes Photovoltaik kWp muss durch ein Kraftwerk zusätzlich abgedeckt werden. Der Wert einer kWh aus PV entspricht also dem Wert des gesparten Brennstoffs, also zwischen 0,5 und 2ct/kWh.

    Dies sieht natürlich dort anders aus, wo tatsächlich Angebots- und Bedarfsmaximum in etwa übereinstimmen. Für Deutschland ist die Photovoltaik vollkommen ungeeignet, was nicht heissen soll, dass sie in anderen Ländern (und nachdem der Deutsche Verbraucher die Entwicklungskosten für den Rest der Welt übernommen hat) einen sinnvollen Beitrag zur Energieversorgung übernehmen kann.

    Der tiefere Sinn der Übung in der Bundesrepublik Deutschland ist die Zerstörung des Landes, so wie die Grünen es seit Zeiten kundtun.

    “Deutschland verschwindet jeden Tag immer mehr, und das finde ich einfach großartig.” Jürgen Trittin, Bündnis90/Die Grünen
    etc etc. etc.

  • 09.11.2012, 10:04 UhrC.Rutan

    Wie ist das mit dem Quark?
    Da spricht jemand von Traumrenditen - schon mal nachgerechnet? Solarstrom bringt über 20 Jahre kaum noch die Anlagekosten zurück. Neue Windräder - sofern man überhaupt noch geeignete Standorte findet die nicht von "Wutbürgern" bekämpft werden - produziern den Strom für 9 Cent/KWh. Wo ist da noch eine Überförderung? Bei dem Preis muss sich jedes andere neue fossile oder nukleare Kraftwerk sehr anstrengen. Der Grund warum man in alten Kraftwerken den Strom günstiger produzieren kann ist, weil sie URALT sind. Durch die Privatisierung und das Hickhack um den Atomausstieg haben die großen Energieversorger weder in neue Kraftwerke noch in neue Leitungen investiert. Jetzt ist die Gelegenheit dazu: man kann ja alle Kosten auf die Energiewende schieben.

  • 05.11.2012, 16:00 Uhrschuemm

    ... ich habe schon kompetentere und sachlichere Beiträge im Handelsblatt zu diesem Thema gelesen. Der Tenor ist auch hier: Die Energiewende sei schuld an steigenden Strompreisen. Das teilweise eher das Gegenteil der Fall ist, lässt sich für den normalen Bürger leider nur schwer nachvollziehen: Das Energieversorger-Kartell versteht es geschickt die "Strompreis-Lüge" zur Meinungsmache zu nutzen und viele Journalisten machen sich nicht ausreichend Mühe das komplexe Lügen-Gebilde zu hinterfragen.

  • Die aktuellen Top-Themen
Finanzplanung: Billionen-Etat für die EU steht

Billionen-Etat für die EU steht

Das EU-Parlament und die Regierungen haben sich nach monatelangem Streit über die Finanzplanung der Europäischen Union geeinigt. Diese sieht Ausgaben in Höhe von rund einer Billion Euro vor.

Afghanistan: USA rudern bei Taliban-Kontaktaufnahme zurück

USA rudern bei Taliban-Kontaktaufnahme zurück

Am Dienstag haben die Taliban erklärt, sie wollten wieder mit den USA reden. Äußerungen aus US-Regierungskreisen nährten das Gerücht, es sei bereits ein Treffen angesetzt - und verursachten damit Probleme.

FBI-Einsätze: USA verwenden Drohnen auch im Inland

USA verwenden Drohnen auch im Inland

In Ländern wie Pakistan, Jemen und Somalia setzen die USA Drohnen ein, um mutmaßliche Terroristen zu töten. Nun brachte eine Anfrage im US-Kongress ans Licht: Auch das FBI arbeitet mit unbemannten Flugzeugen - im Inland.

Spezialblog Warum Brüderle das Denken sein lassen sollte

Es gibt ein Forum, das nennt sich Trainertalk. Dort können sich verzweifelte Übungsleiter mit Fragen wie "Was mache ich, wenn mein Stürmer nicht mehr trifft?" an die Kollegen wenden. Auch die FDP hat eine Sturmspitze, die in den Strafräumen... Von Stefan Kaufmann. Mehr…

  • Konjunkturtermine
Konjunkturtermine: Wochenvorschau

Wochenvorschau

Die wichtigsten Ereignisse und Indikatoren in Europa und International