Merkel und Hollande vor dem Europaparlament
Mal eben kurz die Welt retten

Das letzte Mal, als zwei europäische Schwergewichte vor dem EU-Parlament auftraten, waren es Kohl und Mitterrand nach dem Fall der Mauer. Jetzt haben Merkel und Hollande die Geste wiederholt. Ihr Thema: die Flüchtlinge.
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Brüssel, StraßburgBundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Frankreichs Staatspräsident François Hollande fiel es am Mittwochnachmittag zu, mal eben kurz die europäische Welt zu retten: Ansprachen, Aussprache – knapp zwei Stunden blieben, um Visionen für die Zukunft der Gemeinschaft und ein Bild von Zuversicht zu entwerfen, damit es überhaupt eine gemeinsame Zukunft gibt.
„Auf das Zusammenwachsen Deutschlands folgte das Zusammenwachsens Europas. Das zeigt uns, was möglich ist, wenn wir es wollen und zusammenstehen“, sagte Merkel – und verwies auf die „gigantische Erfolgsgeschichte“, die Europa mehr Wohlstand und mehr Sicherheit gebracht habe, nicht weniger, trotz aller Krisen.

Mit Merkel und Hollande trat erstmals seit 26 Jahren wieder ein deutsch-französisches Führungstandem im Europäischen Parlament auf; im November 1989 hatten Präsident François Mitterrand und Bundeskanzler Helmut Kohl Europas Volksvertretern einen Besuch abgestattet. Damals war die Zeit der großen Umbrüche, des Aufbruchs. „Es fegte der Wind der Freiheit über Europa“, wie Hollande betonte, „der Hoffnung“.

Und heute? Heute muss sich die EU nicht nur bei Flüchtlingskrise und Einwanderung bewähren. Der Spaltpilz ist überall. Um Griechenland und die Finanzkrise ist es zwar ruhig geworden, gerettet ist das Land aber längst nicht.

Überall haben Europagegner wachsenden Zulauf; mit den europaskeptischen Briten könnte bald das erste Land der EU den Rücken kehren. Und bei der Partnerschaft mit Russland steht die EU vor einem Scherbenhaufen. Sind die Gemeinsamkeiten der Gemeinschaft angesichts der Fülle von Problemen, nationalen Interessen und Spannungen aufgebraucht?
Merkel und Hollande wollen davon nichts wissen. „Wenn wir nicht gemeinsam weitergehen, bleiben wir nicht nur stehen, sondern fallen zurück“, betonte Frankreichs Staatschef. „Wir brauchen mehr Europa“, bekräftigte die Kanzlerin.

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Hollande warnt vor „totalem Krieg“

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  • Wenn Sie eine juristische Aufarbeitung der Regierungs- und Medienkriminalität von einem dem Volk und statt der illegal handelnden Regierung verpflichteteten Gericht wünschen, so wie ich, wäre eine klare Ausdrucksweise zur Vermeidung von Missverständnissen hilfreich.

    Was uns in diesem Zusammenhang eine Verlierer-Heulsuse wie Freisler helfen kann, bleibt mir aber da allerdings ein Rätsel.

  • jetzt könnte man das Problem höchstens noch begrenzen...
    aber das chaos ist angerichtet und wird uns noch einige Legislaturperioden beschäftigen. Zudem wird es in den nächsten Jahren nur schlimmer werden.

    und bleibt nur die Hoffnung, das Frau Kanzler für dieses Chaos keinen Nobelpreis erhält, dann haben wir die Chance, dass sie ende des Monats die Grenzen dicht macht...

  • Damit ist der Volksgerichtshof gemeint, richtig lesen und denken und dann schreiben. Klasse statt Masse, mein Bester.

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