Moody's-Prognose: Höhere Scheidungsrate verspricht Wachstum

Moody's-Prognose
Höhere Scheidungsrate verspricht Wachstum

Der Bund für das Leben verspricht das ewige Glück – doch hält dieses Versprechen in den seltensten Fällen ewig. Für die Wirtschaft ist das gut: Eine Scheidung trägt zur Entwicklung neuer Haushalte bei.
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Die Scheidungsrate in den USA befindet sich seit einigen Jahren im Aufwärtstrend - und spiegelt damit die voranschreitende Erholung in der größten Volkswirtschaft der Welt wider. Außerdem liefert das Ehe-Aus positive Impulse für die weitere Wirtschaftsentwicklung.

Denn was auch immer die sozialen und emotionalen Folgen von ehelichen Trennungen sein mögen, die breiten wirtschaftlichen Auswirkungen sind klar: Scheidungen tragen zur Entwicklung neuer Haushalte bei, was die Nachfrage nach Wohnraum, Geräten und Mobiliar steigert - und somit die Konjunktur antreibt. Außerdem bringen sie mehr Frauen in die Erwerbstätigkeit.

„Wenn sich die Wirtschaft normalisiert, geschieht das auch bei der Familiendynamik“, sagt Mark Zandi, Chefökonom von Moody's Analytics in West Chester, Pennsylvania. „Geburten- und Scheidungsraten legen zu. Wir dürften sie in den nächsten paar Jahren sogar stark anziehen sehen, weil die Haushalte, die diese lebensverändernden Ereignisse aufgeschoben haben, sich zum Handeln entscheiden.“

Die sich bessernde Wirtschaftslage ermöglicht vielen Paaren nun eine lang ersehnte Scheidung. So waren auch Amy Derose und ihren Ehemann Lawrence aufgrund finanziell schwieriger Zeiten in einer unglücklichen Ehe gefangen - um ihrer Ingenieursfirma willens in Pompano Beach im US-Bundesstaat Florida.

„Das Geschäft hing am seidenen Faden. Wir mussten durchhalten“, sagt Derose, die seit 35 Jahren verheiratet ist und als Geschäftsführerin arbeitet. „Wir konnten uns die Trennung nicht leisten. Er brauchte mich fürs Geschäft und ich brauchte ihn.“

Kommentare zu " Moody's-Prognose: Höhere Scheidungsrate verspricht Wachstum"

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  • Eine wahrhaft perverse Logik, die einmal mehr die zweifelhafte Aussagekraft der Kennziffer BIP vor Augen führt: Allem was dem quantitativen Wachstum dient, wird etwas Positives abgewonnen. So könnte man "Walterla"s Vorschläge ergänzen und zur Ankurbelung der Tiefbau-Wirtschaft den Schwarzwald zubetonieren oder eine Prämie auf Einbrüche einführen, weil dadurch die Sicherheitstechnik-Industrie gestärkt wird.

  • Das ist einfach nur dämlich! Am Ende bedeutet das Ganze nur mehr private Überschuldungen. Oder bekommt man nach der Scheidung Geld vom Staat? Die einzigen, die davon profitieren sind die Scheidungsanwälte. Wenn mehr Frauen einen Job ausüben, dann steigt wieder die Arbeitslosenquote.
    Was hat das ganze mit dem Wirtschaftswachstum zu tun.Das Geld wird nach der Scheidung nur für andere Dinge ausgegeben.
    Die spinnen die Amis

  • Wachstum von was?

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